Holzwickeder nutzt heimlich EC-Karte der Nachbarin: Acht Monate Haft zur Bewährung

Wegen Com­pu­ter­be­trugs musste sich der 37jährige B. aus Holzwickede heute vor dem Amts­ge­richt in Unna ver­ant­worten. 

Was die Anklage ihm vor­wirft: B. soll in der Zeit von Dezember 2015 bis Oktober 2016 ins­ge­samt viermal die EC-Karte seiner ihm freund­schaft­lich ver­bun­denen 25 Jahre alten Nach­barin ohne ihr Wissen ent­wendet und heim­lich an ver­schie­denen Spar­kassen-Auto­maten ins­ge­samt rund 1.750 Euro von ihrem Konto abge­räumt haben. Die EC-Karte legte er jeweils heim­lich wieder zurück.

Auf der Ankla­ge­bank zeigte sich der Holzwickeder heute voll­um­fäng­lich geständig. „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Es tut mir sehr leid“, zeigte sich B. reuig. „Ich habe mich auch schon ent­schul­digt bei meiner Nach­barin und will ver­su­chen, den Schaden wieder gut zu machen, soweit es mir mög­lich ist.“ Begonnen hat der Ange­klagte, der arbeitslos ist, aller­dings noch nicht mit der Rück­zah­lung. Den­noch erschien dem Gericht seine Reue als echt. Zumal auch die Geschä­digte als Zeugin bestä­tigte, dass er tat­säch­lich schon vor län­gerer Zeit mit einer Ent­schul­di­gung auf sie zuge­kommen sei.

Spielsucht und Schulden als Motiv

Als Motiv, warum er seine Nach­barin so übel hin­ter­gangen hat,. gab B. an, spiel­süchtig zu sein. Zur Tat­zeit habe er hohe Spiel­schulden gehabt. Die ver­schie­denen Gläu­biger aus der Szene hätten starken Druck auf ihn aus­geübt, so dass er sich nicht mehr anders zu helfen gewusst habe. Inzwi­schen, so der Ange­klagte weiter, habe er sich aus dem Spie­ler­mi­lieu gelöst und ver­suche, eine Arbeits­stelle zu finden.

Die Ankla­ge­ver­tre­terin hielt B. zugute, dass er ein volles Geständnis abge­legt hat und echte Reue mit einem Willen zur Wie­der­gut­ma­chung zeige. Negativ wirken sich aller­dings die erheb­li­chen, teils ein­schlä­gigen Vor­strafen des Ange­klagten aus. Des­halb plä­dierte die Staats­an­wältin wegen des vier­fa­chen Com­pu­ter­be­trugs auf eine Gesamt­strafe von acht Monaten Haft zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Außerdem müsse B. den ange­rich­teten Schaden in monat­li­chen Raten wie­der­gut­ma­chen. Diesem Plä­doyer der Staats­an­wältin schloss sich auch der Ver­tei­diger des Holzwicke­ders an.

Das Urteil von Richter Jörg Hücht­mann konnte des­halb nicht wirk­lich über­ra­schen: Er folgte inhalt­lich exakt den Über­le­gungen der Staats­an­wältin ver­ur­teilte den Holzwickeder zu einer Frei­heits­strafe von acht Monaten, die er auf drei Jahre zur Bewäh­rung aus­setzte. Außerdem muss B. den ange­rich­teten Schaden bei seiner Nach­barin in monat­li­chen Raten von min­de­stens 50 Euro wie­der­gut­ma­chen und natür­lich die Kosten des Ver­fah­rens tragen.

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Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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