Hat auf die Kritik wfgen seiner Vorschläge zur Verkehrsregelung auf der Weststraße reagiert: Ortsvorsteher Volker Schütte. (Foto: privat)

Hengser Ortsvorsteher weist verbale Angriffe zurück und bietet Anwohnern an Weststraße Unterstützung an

Hat auf die Kritik wfgen seiner Vorschläge zur Verkehrsregelung auf der Weststraße reagiert:  Ortsvorsteher Volker Schütte. (Foto: privat)
Hat auf die despektierliche Kritik wegen seiner Vorschläge zur Verkehrsregelung auf der Weststraße reagiert: Ortsvorsteher Volker Schütte. (Foto: privat)

Für seine Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Weststraße in Hengsen ist Ortsvorsteher Volker Schütte von Jörg Heiduck, einem Anwohner der Weststraße, in einem offenen Brief scharf angegriffen worden. Heiduck warf dem Hengser Ortsvorsteher darin unter anderem „Klientelpolitk“ und mangelnde Ortskenntnis vor (Emscherblog berichtete). Jetzt hat der Hengser Ortsvorsteher mit einer Stellungnahme auf die Angriffe gegen ihn reagiert – und dabei ebenfalls die von dem Anwohner gewählte Form eines offenen Briefes gewählt.

Volker Schütte zeigt sich darin irritiert, dass ihm gleich mehrfach von Heiduck vorgeworfen wird, dass er für seine Vorschläge „nur die ersten 430 Meter der Weststraße betrachtet“ habe. Seinem Anschreiben zum Antrag an die Bürgermeisterin sei das an keiner Stelle zu entnehmen, schreibt der Hengser Ortsvorsteher – und fügt eine Kopie seines BNriefes an die Bürgermeister für Heiduck bei.

Lediglich Auftrag als Ortsvorsteher wahrgenommen

Es habe den „Ortstermin“, von dem der Anwohner in seinem Brief spricht, „hat es nicht gegeben“, so der Ortsvorsteher weiter: „Natürlich habe ich mir vor der Fertigung des Anschreibens an die Bürgermeisterin die Beschilderung vor Ort angesehen und Fotos gemacht.“ Sein Auftrag, sich um die Belange, Wünsche und Anregungen aus seiner Ortschaft zu kümmern, ergebe sich aus der Tätigkeitsbeschreibung eines Ortsvorsteher, „die Sie u.a. auf der Homepage der Emscherquellgemeinde Holzwickede finden“, schreibt Schütte weiter.

Dort heiße es etwa: „…Der Ortsvorsteher hat die Belange seiner Ortschaft gegenüber dem Rat wahrzunehmen. Im Rahmen dieser Aufgabe ist er jederzeit berechtigt und verpflichtet, Wünsche, Anregungen und Beschwerden aus seiner Ortschaft aufzugreifen und an den Rat oder an den für die Entscheidung der Angelegenheit zuständigen Ausschuss weiterzuleiten. Der Rat bzw. der Ausschuss soll den Ortsvorsteher vor der Entscheidung über Angelegenheiten, die Belange der Ortschaft berühren, hören. Die Anhörung kann sowohl schriftlich als auch mündlich erfolgen. …“

Bürgerbefragung in dieser frühen Phase unüblich

In seinem Brief an den Ortsvorsteher hatte Jörg Heiduck provokativ gefragt, ob dieser Hengsen überhaupt schon einmal gesehen habe. „Ohne meine Lebensvita hier aufzuführen, kann ich Ihnen knapp und sachlich sagen: Ja – seit knapp 62 Jahren!“, so Schüttes Antwort. Und weiter: „Machen Sie sich keine Sorgen, ich bin als begeisterter Jogger, Spaziergänger und Ortsvorsteher im Ehrenamt mit offenen Augen fast täglich im Dorf unterwegs, meine gut vernetzt zu sein, glaube zu  wissen, wo in Hengsen ,der Schuh drückt‘ und bin für jeden Hinweis und jede Anregung dankbar. Meine politische, auf Hengsen bezogene ,To-Do-Liste‘ wächst von Woche zu Woche, auch Ihr Vorschlag bezüglich eines Bürgertreffpunkts findet sich dort wieder.“

Zum Vorwurf Heiducks, dass er als Ortsvorsteher nicht alle betroffenen Anwohner gehört habe, stellt Volker Schütte klar: „Eine terminierte Befragung der Anwohner vor Ort ist in diesem Stadium einer Bürgeranfrage an mich nicht üblich, wäre in der Regel unverhältnismäßig und würde frühestens im Rahmen der politischen Ausschussarbeit beginnen.“ Es sei ursprünglich sein Plan gewesen, seine Vorschläge zur Verkehrssituation im Bereich Weststraße, die im Vorfeld natürlich mit seiner Fraktion besprochen worden seien, in seiner Eigenschaft als Ortsvorsteher in einer Ratssitzung mündlich vorzutragen, so Volker Schütte weiter. „Die hier anwesenden Redakteurinnen und Redakteure arbeiten in der Regel diese Informationen anschließend medial auf.“ Da die Ratssitzung im Januar coronabedingt nicht stattfand, habe er den Weg der schriftlichen Weiterleitung an die Bürgermeisterin gewählt und das Schreiben den lokalen Medien enfalls zugeleitet.

Appell zum beidseitigen Parken macht Angst

Echte Sorgen bereitet Volker Schütte dagegen der Appell, den Jörg Heiduck ihm in den Mund legen wollte. „Die Weststraße ist eine Innerortsstraße mit ausgeschriebener Zone 30. Laut StVO ist rechtlich erlaubt, auf beiden Seiten der Straße zu parken. Liebe Anwohner, nutzt es und kein Raser fährt mehr hier durch und kein auswärtiger „Streckenabkürzer“ fährt freiwillig noch auf der Weststraße lang“, zitiert der Ortsvorsteher aus dem Brief des Anwohners wörtlich. „Angesichts der Tatsache, dass Sie in Ihrem Brief die Straßenbreite der Weststraße mit ,5 – 5,5 m‘ angeben und als ,beengt‘ beschreiben, möchte ich es mir überhaupt nicht vorstellen, wenn die Anwohner Ihren Appell umsetzen würden. Ich denke dabei an die breiten Traktoren der Landwirte aus unserem Ort, an die von Ihnen genannten ,Postautos‘ und ganz besonders an die Fahrzeuge der Feuerwehr sowie der Rettungsdienste, die im Einsatzfall ein von Ihnen beschriebenes und gewünschtes Parkverhalten auf der Weststraße vorfinden würden. Nein, ich mache mir keine Sorgen, jetzt habe ich Angst, dass die Verkehrssituation an der Weststraße aus dem Ruder läuft!“

„Meine Oma hätte gesagt: So was macht man nicht!“

– Volker Schütte (Ortsvorsteher)

Der Hengser Ortsvorsteher schließt seinen offenen Antwortbrief mit einer Empfehlung an den Anwohner: „Herr Heiduck, besonders dieser Appell, aber auch Ihre despektierliche Art, wie Sie mit einem Lokalpolitiker in einem offenen Brief verbal umgegangen sind, wirft mich nicht um, irritiert mich aber sehr. Meine Oma hätte vor 50 Jahren gesagt: ,So was macht man nicht!‘ Aber die Zeiten haben sich geändert, der Ton — auch gegenüber uns Lokalpolitikern — ist rauer geworden und viele Menschen denken von Tag zu Tag egoistischer – vielleicht auch ein wenig im Umfeld der Weststraße!

Ich würde es mir sehr wünschen, dass sich die angespannte Situation im Hengser Westen, über die ich in den letzten Tagen immer mehr Einzelheiten erfahren habe, wieder normalisiert.

Ich biete Ihnen und den Anwohnerinnen und Anwohnern meine Unterstützung an, dieses Ziel zu erreichen, denn wir wohnen alle in einem Dorf!“

Volker Schütte, Weststraße


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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