Heinrich Gieselmann (94 Jahre): „Der liebe Gott war auf meiner Seite“

Der Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke bei seinem Besuch bei Heinrich Gieselmann.  (Foto: privat)
Der Land­tags­ab­ge­ord­nete Hartmut Ganzke (l.) bei seinem Besuch bei Hein­rich Gie­sel­mann (94 Jahre). (Foto: privat)

Der liebe Gott war auf meiner Seite“, lautet eine Erkenntnis mit dem Blick zurück auf das eigene Leben, welche Hein­rich Gie­sel­mann in einem per­sön­li­chen Gespräch mit dem hei­mi­schen Land­tags­ab­ge­ord­neten Hartmut Ganzke, ver­riet. Hin­ter­grund des emo­tio­nalen Tref­fens zwi­schen Hartmut Ganzke und Hein­rich Gie­sel­mann ist dessen lang­jäh­rige Mit­glied­schaft sowohl in der AWO (60 Jahre) als auch in der SPD (73 Jahre).

Mich inter­es­sierte natür­lich, wie ein damals ganz junger Mann direkt nach dem Krieg aktiv in beide Orga­ni­sa­tionen ein­ge­treten ist und welche Sicht ein so erfah­renes Mit­glied heute, über 60 Jahre später, auf die Welt hat“, sagte Hartmut Ganzke zu Beginn des über zwei­stün­digen Tref­fens. Hein­rich Gie­sel­manns Lebens­ge­schichte wirkt für den Zuhörer wie ein Zeit­raffer durch 95 Jahre Geschichte.

Hartmut Ganzke sucht persönliches Gespräch

Nach einem Auf­ent­halt in der Stein­wache in Dort­mund und vielen Benach­tei­li­gungen im Alltag hat der damals 17-jäh­rige und erklärter Gegner des Natio­nal­so­zia­lismus und des Hit­ler­re­gimes am Ende den Gang zur Wehr­macht akzep­tiert, wo er nach eigenen Angaben eine sehr gute Aus­bil­dung auf der Unter­of­fi­ziers­schule zum Piloten genoss. „Auf­grund einer Reihe von Ereig­nissen ist es jedoch bei der Aus­bil­dung geblieben, zu Ein­sätzen als Pilot kam es gottlob nicht“, erin­nert sich Gie­sel­mann. 

Penibel fest­ge­halten hat der 94-jäh­rige Holzwickeder bei­nahe sein ganzes Leben ver­schrift­licht. Es gibt Lohn­li­sten, Anschaf­fungs­li­sten für den Haus­stand und noch viel mehr. Seine Familie stand bei Hein­rich Gie­sel­mann stets im Vor­der­grund. Noch heute lebt er mit seiner Tochter und dem Schwie­ger­sohn unter dem Dach in Holzwickede, wo er seit 1950 behei­matet ist. Hier grün­dete der Bau­un­ter­nehmer 1963 seinen eigenen Betrieb, „auch um der Familie näher sein zu können und nicht ständig auf Bau­stellen weit weg sein zu müssen“, so Hein­rich Giesl­mann.

Wie seine Mei­nung zu aktu­ellen Lage der SPD sei, lau­tete eine Frage, die Hartmut Ganzke dem Par­tei­ge­nossen stellte. “ Die SPD wird es geben solange es Men­schen gibt. Ob sie stark ist oder schwach, ähn­lich wie ein Ozean. Es gibt mal hohe Wellen und mal nied­rige. Wichtig ist, dass es die SPD gibt. Es müsse ein­fach wieder mehr Einig­keit herr­schen“, sagte der ehe­ma­lige Kom­mu­nal­po­li­tiker, der 1968 selbst im Holzwickeder Rat ver­treten war. Die Ant­wort spie­gelt ein Stück weit die Lebens­phi­lo­so­phie von Hein­rich Gie­sel­mann wider, der ein uner­schüt­ter­li­cher Opti­mist ist mit dem Blick immer nach vorn. 

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