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Haus Opherdicke aus der Vogelperspektive. Foto: Hans Blossey – Kreis Unna

Haus Opherdicke – ein herausragendes Baudenkmal mit wechselvoller Geschichte

[twentytwenty]Aktuelle Ansicht von Haus Opherdicke. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Haus Opherdicke um das Jahr 1938 herum. (Foto: Archiv Kreis Unna)[/twentytwenty]

Die Fotos (zum Verschieben) zeigen die aktuelle Ansicht von Haus Opherdicke (Foto: Emscherblog.de) und eine Ansicht von Haus Opherdicke um das Jahr 1938 herum. (Foto: privat).

Das Haus Opherdicke gehört zu den herausragenden Baudenkmälern im Kreis Unna. Wann genau es erbaut wurde, steht allerdings bis heute nicht fest. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der alte Rittersitz anno 1176. Heinrich von Herreke aus Grafenhaus Dortmund übertrug in diesem Jahr seine Besitzungen als Lehen an den Kölner Erzbischof, der das Gut wiederum nach Heinrichs Tod an die Edelherren von Grafschaft vergab.

In der Folgezeit hatte Herreke, wie das Gut zwischenzeitlich hieß, verschiedene Besitzer: Im 15. Jahrhundert wurden durch Heirat und Erbe die Gruwel und Lappe die neuen Eigentümer. Um 1500 ging das Gute dann an die Kamener Burgmannenfamilie von Fresendorf, die es wiederum 1719 an die von Hane zu Werve verkaufte. 1792 erbte der Werler Erbsälzer Franz Caspar von Lilien das Gut.

Was weniger bekannt sein dürfte: Haus Opherdicke war in seiner wechselvollen Geschichte auch schon einmal in Besitz der Familie des berühmten deutschen Rennfahrers Wolfgang Graf Berghe Trips. Denn der gleichnamige Enkel von Franz Caspar von Lilien vermachte Haus Opherdicke im Jahr 1906 seiner Nichte Eugenie Gräfin Berghe von Trips, eine geborene von Fürstenberg.

Auch Familie des Grafen Berghe von Trips war Eigentümer

Zwischen 1683 und 1687 wurde die alte Wasserburg umgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt: ein von einer Gräfte umgebenes herrschaftliches Gebäude. Der Schlosspark in Form eines englischen Gartens wurde von Maximilian Friedrich Weyhe gestaltet, wie der Heimatforscher Reinhold Stirnberg vermutet. Die Wirtschafts- und Nebengebäude, die noch heute in unveränderter Form den Innenhof begrenzen, sind im 18. Und 19. Jahrhundert errichtet worden.

Bis zum Niedergang der Monarchie in Preußen im Jahr 1918 war Haus Opherdicke ein landtagfähiges Gut, d.h. sein Besitzer hatte Rede- und Stimmrecht im jeweiligen Landtag.

Nachdem bereits 1912 Teile des Gutes veräußert worden waren, wurde das Restgut dann durch die Familie Berghe von Trips an einen Immobilienmakler und von diesem im Jahr 1918 an Theodor Regenbogen verkauft.

Der Kreis Unna erwarb das Haus Opherdicke (ohne die Landwirtschaft) schließlich im Jahr 1980 von den Erben Theodor Regenbogens und ließ es danach umfangreich restaurieren und sanieren und in mehreren Schritten zu einem überregional bedeutenden Kunst- und Kulturzentrum ausbauen.

 

Haus Opherdicke


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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