Handel mit Amphetaminen bringt 36-jährigen für 27 Monate hinter Gitter

Weil ein Dort­munder Pär­chen zwi­schen Dezember 2014 und Februar dieses Jahres in Holzwickede und Umge­bung in min­de­stens drei Fällen mit Drogen gehan­delt hat, fanden sich der 36-Jäh­rige und seine 26 Jahre alte dama­lige Lebens­part­nerin heute (9.7.) auf der Ankla­ge­bank des Schöf­fen­ge­richtes in Unna wieder.

Dort räumte der Ange­klagte, der bereits seit fünf Monaten in Unter­su­chungs­haft sitzt, die ihm zur Last gelegten Straf­taten ein: Am 17. Dezember vorigen Jahres hatte er an zwei Bekannte etwa 470 Gramm Amphet­amine im Wert von 800 Euro ver­kauft. Sein Pech: Die beiden Abnehmer gerieten beim Wei­ter­ver­kauf an einen V‑Mann der Polizei.

Bei einer Durch­su­chung der gemein­samen Woh­nung der beiden Ange­klagten in Dort­mund fanden die Ermittler am 12. Februar dieses Jahres im Keller dann ein großes Über­ra­schungs-Ei, das mit knapp 100 Gramm Amphet­aminen gefüllt war, die zuvor von den beiden in den Nie­der­landen erworben worden war.

Drogen in großem Ü‑Ei versteckt

Am glei­chen Tag erhielt der Ange­klagte von einem Holzwickeder Bekannten, gegen den noch geson­dert ver­han­delt wird, etwa 150 Gramm Amphet­amine zurück. Dabei han­delte es sich um den Rest einer Menge von ins­ge­samt 450 Gramm Amphet­aminen, die der Ange­klagte dem Holzwickeder über­lassen hatte. 200 Gramm davon hatte der Holzwickeder ver­kauft. Knapp 100 Gramm hatte der Ange­klagte für den Eigen­ge­brauch abge­zweigt.

Großen Gewinn scheint das Pär­chen durch den Drogen han­delt nicht gemacht zu haben, wie die Befra­gung durch Richter Jörg Hücht­mann ergab. Beide Ange­klagte kon­su­mierten selbst Amphet­amine in erheb­li­cher Menge. Nach eigenen Angaben jeweils 5 bis 10 Gramm täg­lich. Den Handel mit nicht geringen Mengen an Amphet­aminen betrieben die beiden arbeits­losen Hartz-IV-Emp­fänger im Wesent­li­chen, um ihren eigenen Konsum zu decken.

Mitangeklagte Ex-Partnerin wusste über alles Bescheid

Der 36-Jäh­rige war dabei wohl die akti­vere Hälfte des Duos. Seine Lebens­ge­fährtin war aller­dings genaue­stens im Bilde, was die Dro­gen­ge­schäfte angeht, und pro­fi­tierte auch davon für den Eigen­konsum.

In der Ver­hand­lung kam heute die Dro­gen­kar­riere der beiden Ange­klagten aus­führ­lich zur Sprache:

Der 36-Jäh­rige, im Heim auf­ge­wachsen, kam erst­mals mit 15 mit Drogen, genauer Haschisch, in Kon­takt. Mit 18 kon­su­mierte er erst­mals Amphet­aminen, zunächst gele­gent­lich, dann immer häu­figer, ab und zu auch mal Ecstasy. Nur unter­bro­chen von kurzen Clean­phasen blieb der 36-Jäh­rige bei den Amphet­aminen, von denen er zuletzt 5 bis 10 Gramm am Tag kon­su­mierte. Erst in der U‑Haft machte er einen kalten Entzug „ohne grö­ßere Pro­bleme“ und will seitdem auch kom­plett dro­gen­frei geworden sein.

Handel diente im Wesentlichen dem Eigenkonsum

Seine 26 Jahre alte dama­lige Lebens­ge­fährtin wuchs zwar in einer Familie auf, doch hatten ihre Eltern ihre eigene Dro­gen­pro­ble­matik. Mit 13 Jahren nahm sie erst­mals Hasch, mit 14 dann Amphet­amine, mit Anfang 20 kamen auch harte Drogen wie Kokain und Heroin dazu. Nach meh­reren Ent­gif­tungen war die Ange­klagte dann 2010 von den harten Drogen weg, kon­su­mierte aber weiter Amphet­amine. „Irgend­etwas muss man ja nehmen“, erklärte sie dazu heute. Immerhin schaffte sie es inzwi­schen ganz allein, nach­weis­lich dro­gen­frei zu werden, ihr Leben zu ändern und sich aus der Szene fern zu halten. Dazu bei­getragen habe die vor­über­ge­hende U‑Haft, wie sie selbst sagt. Zur­zeit arbeitet sie im Rahmen einer Maß­nahme für zwei Euro Stun­den­lohn im Garten- und Land­schaftsbau bei der Stadt Dort­mund. Dort arbeitet sie gerne nach eigenen Angaben und „kommt gut klar“. Sie habe anschlie­ßend sogar eine Aus­bil­dungs­stelle in Aus­sicht.

Angeklagte erhält Bewährungsstrafe

Wohl auch des­halb fiel das Urteil heute von einem Jahr und neun Monaten für sie milder aus als für ihren Ex-Freund: Ihre Strafe setzte das Gericht zur Bewäh­rung aus. Für die 26-Jäh­rige spricht neben ihrem Geständnis, dass sie ihren Lebens­wandel nach der U‑Haft deut­lich geän­dert hat, so das Gericht.

Der 36-Jäh­rige Ange­klagte wurde dagegen zu einer Haft­strafe von zwei Jahren und drei Monaten ver­ur­teilt.

Zu seinen Gun­sten wer­tete das Gericht, dass er ein Geständnis abge­legt und auch Auf­klä­rungs­hilfe gelei­stet habe. Aller­dings habe der Ange­klagte auch die domi­nan­tere Rolle bei den Straf­taten gespielt, so Gericht in seiner Urteils­be­grün­dung. Zudem hat der 36-Jäh­rige erheb­lich mehr Vor­strafen vor­zu­weisen als seine Ex-Part­nerin.

Drogen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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