Halbierung Jugendarbeitslosigkeit bis 2020 bleibt Ziel

 Landrat Makiolla, Jobcenter-Geschäftsführer Ringelsiep (l.) und BA-Chef Helm zogen Bilanz für das Vorhaben, die Jugendarbeitslosigkeit zu halbieren. (Foto: Constanze Rauert – Foto Kreis Unna)

Landrat Michael Makiolla, Job­center-Geschäfts­führer Uwe Rin­gel­siep (l.) und BA-Chef Thomas Helm zogen Bilanz für das Vor­haben, die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit zu hal­bieren. (Foto: Con­stanze Rauert – Foto Kreis Unna)

Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit soll bis 2020 in jeder Stadt und Gemeinde im Kreis hal­biert werden. Dafür macht sich ein kreis­weites Bündnis seit Ende 2014 stark. Defi­nierte Zwi­schen­ziele wurden 2016 und 2017 aber ver­fehlt. Das wird auch 2018 wohl so sein. Den­noch sind die Bünd­nis­partner sicher: „Wir schaffen das.“

Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit – das heißt in abso­luten Zahlen: von 1.728 Arbeits­losen unter 25 Jahren runter auf 864. Das Ergebnis im November 2017 lautet: 1.292 junge Arbeits­lose und damit knapp 160 mehr als für das nun endende Jahr als Ziel­marke defi­niert wurde.

Ein paar Hürden mehr nehmen

Diese Zahl deckt sich ziem­lich genau mit der der unter 25-jäh­rigen Flücht­linge, die mit der Flücht­lings­be­we­gung aus den soge­nannten acht Her­kunfts­län­dern (u.a. Syrien, Eri­trea, Afgha­ni­stan) in die Region kamen (150).

Die Flucht­be­we­gungen waren bei Abschluss der Ver­ein­ba­rung Ende 2014 nicht erkennbar, dienen den Ver­ant­wort­li­chen aber nicht als Ent­schul­di­gung. Im Gegen­teil: „Wir müssen jetzt ein­fach ein paar Hürden mehr nehmen“, so Thomas Helm, Vor­sit­zender der Geschäfts­füh­rung der Agentur für Arbeit Hamm.

Drei zusätzliche Stellen im Jobcenter

Wir schaffen das, denn wir sind auf dem rich­tigen Kurs“, schlägt Martin Wig­ger­mann als Vor­sit­zender der Trä­ger­ver­samm­lung des Job­cen­ters Kreis Unna in die gleiche Kerbe und ver­weist auf einen Kreis­tags­be­schluss vom 12. Dezember. Der macht bis 2020 den Weg für zusätz­lich drei Stellen im Job­center frei. Die Auf­gabe der künf­tigen Stel­len­in­haber: jeweils 20 Arbeits­lose unter 25 Jahren im Jahr in Arbeit zu bringen.

Landrat Michael Makiolla, ein Motor des kreis­weiten Bünd­nisses, weiß sich mit seinen Part­nern auch einig bei der Frage, was denn nun zu tun sei. „Die Unter­nehmen müssen mehr Aus­bil­dungs­plätze als bis­lang bereit­stellen“, appel­liert er an die regio­nale Wirt­schaft. Er hat dabei die Schräg­lage zwi­schen Angebot und Nach­frage im Blick, denn im Kreis­schnitt kommen auf einen Bewerber 0,6 Stellen.

Matching zwischen Stellen und Bewerbern klappt nicht

Das „Matching“ nach dem Motto „Gesucht – gefunden“ klappt eben­falls nicht richtig“, benennt Landrat Makiolla ein wei­teres Pro­blem. Hier wie­derum soll u. a. mit Ange­boten zur Berufs­ori­en­tie­rung, mit Berufs- und Aus­bil­dungs­messen, mit auf die Aus­bil­dung vor­be­rei­tenden Klassen oder der engeren Ver­zah­nung der Berufs­ein­stei­ger­be­gleiter der Arbeits­agentur mit den Schulen gegen­ge­steuert werden.

Nicht nur das „Ich weiß nicht, was ich werden will“ erschwert den Weg zur Aus­bil­dung. „Süchte, Schulden und zuneh­mend auch psy­chi­sche Pro­bleme hemmen den Start ins Berufs­leben“, weiß Martin Wig­ger­mann auch aus seiner Leh­rer­tä­tig­keit. Des­halb wird nun das Gespräch mit der Ärz­te­kammer gesucht, um mehr psy­cho­lo­gi­sches Know-how in den Pro­zess zur Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit bis 2020 ein­zu­binden. (PK | PKU)

Hin­ter­grund: Zu den Unter­zeich­nern der Absichts­er­klä­rung gehörten im November 2014 neben Landrat Michael Makiolla und dem dama­ligen Vor­sit­zenden der Geschäfts­füh­rung der Agentur für Arbeit Hamm Ver­treter der Bezirks­re­gie­rung, des Job­cen­ters Kreis Unna und dessen Trä­ger­ver­samm­lung, der Ärz­te­kammer West­falen-Lippe, des Ein­zel­han­dels­ver­bandes West­falen-Mün­ster­land, des Unter­neh­mens­ver­bandes West­falen-Mitte, der Indu­strie- und Han­dels­kammer zu Dort­mund, der Kreis­hand­wer­ker­schaft Dort­mund und Lünen, der Kreis­hand­wer­ker­schaft Hellweg-Lippe, der Hand­werks­kammer Dort­mund, der DGB-Region Dort­mund-Hellweg sowie Ver­treter aller zehn Städte und Gemeinden im Kreis. Anlass des gemein­samen Enga­ge­ments war die Erkenntnis, dass die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis­ge­biet trotz posi­tiver Ent­wick­lungen auf dem Arbeits­markt seit Jahren auf einem kon­stant hohen Niveau lag.

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