Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit: Das Ziel ist in Sichtweite

Martin Wig­ger­mann, Thomas Helm, Ladrat Michael Makiolla und Uwe Rin­gel­siep (v.l.) blicken zuver­sicht­lich auf die letzte Etappe in Sachen Sen­kung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis Unna um 50 Pro­zent. (Foto: Fabiana Regino – Kreis Unna)

Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit soll bis 2020 in jeder Stadt und Gemeinde im Kreis hal­biert werden. Dafür macht sich ein kreis­weites Bündnis seit 2013 stark. Defi­nierte Zwi­schen­ziele wurden in den Jahren 2016 bis 2018 aber ver­fehlt. Nun befindet sich die Initia­tive, für die sich der Kreis, samt Job­center und Agentur für Arbeit enga­gieren, aller­dings auf der Ziel­ge­raden. 

Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit heißt in Zahlen: von 1.728 Arbeits­losen unter 25 Jahren im Jahr 2013 runter auf 864 im Jahr 2020. Das Ergebnis im November 2019: 985 junge Arbeits­lose. Zwar sind das 66 mehr als für das nun endende Jahr als Ziel­marke defi­niert wurde, der in den Vor­jahren ent­stan­dene Rück­stand konnte in diesem Jahr jedoch deut­lich redu­ziert werden, waren es 2018 noch etwa 97 Arbeits­lose mehr als erwartet.

Erstmalig die 1.000-Marke unterschritten

Damit ver­zeichnet der Kreis erst­mals unter 1.000 arbeits­lose Jugend­liche. Inner­halb des ver­gan­genen Jahres konnten mehr als 130 arbeits­su­chende Jugend­liche an Arbeit­geber ver­mit­telt werden. Mög­lich war das durch die gute Zusam­men­ar­beit aller Akteure. Beson­deren Dank spra­chen Landrat Michael Makiolla, Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm und der Vor­sit­zende der Trä­ger­ver­samm­lung des Job­cen­ters Kreis Unna, Martin Wig­ger­mann dem Team von Job­center-Chef Uwe Rin­gel­siep aus. 

Dieser betonte im Zuge der Zwi­schen­bi­lanz, dass alle Betei­ligten sich nun auf der Ziel­ge­raden noch­mals fokus­sieren müssten: „Wir wollen keinen Jugend­li­chen auf­geben, schon gar nicht auf den letzten Metern. Man muss sich aber dar­über im Klaren sein, dass gut ein Drittel unserer Kunden keinen Schul­ab­schluss vor­weisen kann. Wenn einer nicht will, dann muss man den einen oder anderen mit sanften Methoden zu seinem Glück zwingen. Sonst droht Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit und Alters­armut“, erklärt Uwe Rin­gel­siep. 

Herausforderungen gemeistert

Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm bewertet die Ent­wick­lungen sehr positiv und erin­nert an Hürden auf dem Weg zu Ziel: „Da war zum einen die Flücht­lings­be­we­gung 2015, die bei Grün­dung der Initia­tive nicht abzu­sehen war und zum anderen der Aus­bil­dungs­markt, auf dem ein starkes Ungleich­ge­wicht von Bewer­bern und offenen Aus­bil­dungs­stellen herrschte. Die Balance konnte mitt­ler­weile aber deut­lich ver­bes­sert werden“, so Helm, der sich für den End­spurt zuver­sicht­lich zeigt. 

Für Martin Wig­ger­mann ist das Ziel in Sicht­weite ledig­lich ein Ansporn, noch mehr errei­chen zu wollen: „Ich bin stolz, dass wir uns trotz aller Her­aus­for­de­rungen auf dem Weg zu halb so vielen jugend­li­chen Arbeits­losen nun kurz vor dem Ziel befinden. Das darf aber nicht das Ende sein, denn es gibt noch viel zu tun, gerade in den Schulen. Nichts­de­sto­trotz sind die Ent­wick­lungen defi­nitiv als Mei­len­stein zu sehen“, so der stell­ver­tre­tende Landrat Wig­ger­mann. 

Die besonders schwierigen Fälle im Schlussspurt

Auch Landrat Michael Makiolla zeigt sich zuver­sicht­lich für den Schluss­spurt: „Ich bin über­zeugt, dass wir auf der Ziel­ge­raden sind. Dafür haben wir auch eine Menge getan“, betont Makiolla und ver­weist dabei auf die drei Sach­be­ar­beiter-Stellen im Job­center und den fünf Fall-Mana­gern an den Berufs­kol­legs des Kreises, die der Kreis zusätz­lich beauf­tragt hat. „Diese Leute küm­mern sich um die beson­ders schwie­rigen Fälle und ich bin zuver­sicht­lich, dass wir auch die ver­mit­telt bekommen.“ 

Die Sta­ti­stik zeigt: Der Kreis Unna ist mit den aktu­ellen Zahlen deut­lich besser als der Lan­des­durch­schnitt Nord­rhein-West­fa­lens. Zwar haben viele andere Kom­munen ihre Ziele in Sachen Sen­kung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit erreicht, die mei­sten setzten sich aller­dings beschei­de­nere Ziel­marken, wie z.B. die Sen­kung der Quote um zehn Pro­zent. An den aktu­ellen Ent­wick­lungen im Kreis Unna wollen alle Akteure auch 2020 anknüpfen. PK | PKU 

Jugendarbeitslosigkeit

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