Grundschulen zeigen, wie Integration geht: 8. „Tag der Kulturen“ in der Aloysiusschule

Die Aloysiusschule feierte am Mittwoch (24.2.) das 8. Fest der Kulturen. Elternm hatten für die Kinder ein großes Buffet mit Spezialitäten aus ihren Heimatländern aufgebaut. (Foto: Peter Gräber)

Die Aloy­si­us­schule fei­erte heute (24.2.) das 8. Fest der Kul­turen. Eltern haben für die Kinder ein großes Buffet mit Spe­zia­li­täten aus ihren Hei­mat­län­dern auf­ge­baut. (Foto: Peter Gräber)

Wer erleben will, wie selbst­ver­ständ­lich Inte­gra­tion funk­tio­niert, der muss nur die Grund­schulen der Gemeinde besu­chen. Was sich bei Erwach­senen als schwie­rigste Hürde bei der Inte­gra­tion her­aus­stellt, die deut­sche Sprache, scheint gerade bei Kin­dern über­haupt keine Rolle zu spielen. „Dass unsere Flücht­lings­kinder hier anfangs kein Wort Deutsch können, ist schon nach wenigen Tagen kein Pro­blem mehr“, wun­dert sich auch eine erfah­rene Päd­agogin wie die Lei­terin der Aloy­si­us­schule, Gabi Spieker, noch immer, wie mühelos Kinder die Sprach­hürde nehmen und prak­tisch sofort mit ihren neuen Klas­sen­ka­me­raden zurecht­kommen und Freund­schaften schließen.

Viel pro­ble­ma­ti­scher ist manchmal etwas ganz anderes: Wenn etwa die neuen Klas­sen­ka­me­raden plötz­lich von einem Tag auf den anderen wieder ver­schwunden sind. So geschehen mit einem Jungen aus Ser­bien, der nach knapp sechs Monaten im ver­gan­genen Jahr in seiner Klas­sen­ge­mein­schaft neue Freude gefunden hatte und die deut­sche Sprache schon sehr gut beherrschte. „Eines mor­gens war er plötz­lich ver­schwunden“, berichtet Gabi Spieker. „Seine Familie und er durften nicht hier­bleiben. Wenn so etwas pas­siert, ist das für alle Betei­ligten nicht gut. Auch die Kinder aus seiner Klasse, die sogar Spenden für den neuen Mit­schüler gesam­melt hatten, als er ankam, haben das natür­lich nicht ver­standen und waren sehr traurig.“

96 von 172 Kindern haben interkulturellen Hintergrund

Die katho­li­schen Grund­schule besu­chen der­zeit fünf Flücht­lings­kinder. Doch nicht sie allein waren der Grund, warum die Aloy­si­us­schule heute (24. Februar) zum nun­mehr achten Mal ein „Fest der Kul­turen“ fei­erte. Von den 172 Kin­dern, die zur­zeit die katho­li­sche Grund­schule besu­chen, haben 96, also mehr als die Hälfte, einen inter­kul­tu­rellen Hin­ter­grund, erklärt Gabi Spieker. „Manchmal kommen sogar auch noch die Eltern eines dieser Kinder aus unter­schied­li­chen Län­dern.“

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Da liegt es natür­lich nahe, dass nicht nur die Kinder und das Kol­le­gium, son­dern auch viele Eltern das bunte Fest der Kul­turen mit­ge­stalten. An zwei Pro­jekt­tagen stellen die Viert­klässler in sechs Gruppen tra­di­tio­nell in den Klassen Länder ihrer Wahl in Refe­raten vor. Eine Mutter aus Tsche­chien bietet typisch tsche­chi­sche Dips für kleine Brote an, eine andere hält einen Dia­vor­trag. Ein Mäd­chen refe­riert über Eng­land und trägt dabei extra eine eng­li­sche Schul­uni­form. Zwei wei­tere Viert­kläss­le­rinnen sind in marok­ka­ni­scher Lan­des­tracht erschienen. Und Sam, der sich Mexiko für sein Referat aus­ge­sucht hat, hat sogar eine echte Schlange, eine Boa Con­strictor (Abgott­schlange) mit in die Schule gebracht, weil deren Art­ge­nossen auch in Mexiko leben.

Rus­si­sche und marok­ka­ni­sche Eltern haben gemeinsam je ein Schau­fen­ster in der Pau­sen­halle mit typi­schen Uten­si­lien aus ihren Hei­mat­län­dern gestaltet. An der Decke im Foyer der Schule hängen selbst gemalte Lan­des­flaggen. Dar­unter haben Eltern ein großes Buffet auf­ge­baut, auf dem sie lan­des­ty­pi­sche Spe­zia­li­täten, die sie zube­reitet haben, anbieten. Es gibt aber auch typi­sche Snacks und Süßig­keiten aus den Hei­mat­län­dern der Kinder.

Bei so vielen unter­schied­li­chen Natio­na­li­täten und Kul­turen ist eigent­lich jeder Tag in der Aloy­si­us­schule ein Fest der Kul­turen.

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