Gemeinde hat keine Einwände gegen Außengastronomie am Haus Opherdicke:

Haus Opherdicke, terrasse

An der west­li­chen Seite (li.) wird die Ter­rasse an Haus Opher­dicke ange­setzt., wie diese Foto­mon­tage zeigt. Mit dem Bau der Außen­ga­stro­nomie wird der Kreis jetzt noch diesen herbst beginnen. (Foto­mon­tage: Kreis Unna)

Mit deut­li­cher Mehr­heit von SPD, CDU und FDP nahm der Pla­nungs- und Bau­aus­schuss heute (6.9.) die Pläne des Kreises Unna zur Kenntnis, auf der Süd­seite von Haus Opher­dicke eine Ter­rasse zu errichten und erteilte gleich­zeitig diesem Bau­vor­haben das gemeind­liche Ein­ver­nehmen. Ledig­lich die beiden Ver­treter von Bündnis 90/​Die Grünen stimmten gegen die Pla­nung, Die drei Mit­glieder des Bür­ger­blocks ent­hielten sich der Stimme.

Zuvor hatte die 1. Vor­sit­zende des Histo­ri­schen Ver­eins und frü­here Eigen­tü­merin von Haus Opher­dicke, Monika Blen­ne­mann, an die Gemeinde appel­liert, der geplanten Ter­rasse das gemeind­liche Ein­ver­nehmen zu ver­sagen. Haus Opher­dicke sei ein Gesamt­kunst­werk, dessen Optik auf der Süd­seite durch die geplante Ter­rasse ver­schan­delt werde. Die Ursprünge der ehe­ma­ligen Was­ser­burg Haus Opher­dicke gehen bis ins 12. Jahr­hun­dert zurück. Aus Respekt vor der 333jährigen Bau­ge­schichte müsse der aktu­elle Zustand gewahrt werden. Der Schutz dieses ein­ma­ligen Denk­mals liege in öffent­li­chem Inter­esse. Die Gemeinde sollte ihre Zustim­mung zu der Pla­nung des Kreises ver­wei­gern, for­derte Monika Blen­ne­mann.

Auch der Holzwickeder Ulrich Wegner verlas eine Stel­lung­nahme im Aus­schuss, ähn­liche wie er es schon im Kreis-Kul­tur­aus­schuss am 26. August getan hatte. Darin kri­ti­sierte er, dass der Kreis seine Pla­nung ohne vor­he­rige öffent­liche Dis­kus­sion durch­setzen wolle und bezeich­nete das Gut­achten der ober­sten Denk­mal­schützer in Mün­ster als Gefäl­lig­keits­gut­achten. Auch sei die Außen­ga­stro­nomie im Innenhof viel besser auf­ge­hoben.

Kreis­di­rektor Dr. Thomas Wilk erläu­terte im Aus­schuss noch einmal kurz, die Pla­nung des Kreises: Die geplante Ter­rasse für die Außen­ga­stro­nomie stelle einen sehr mode­raten Ein­griff in die Optik von Haus Opher­dicke dar. Die Obere Denk­mal­be­hörde habe ihre Zustim­mung zu dem Vor­haben bereits unter Auf­lagen erteilt, die alle erfüllt werden. Der Kreis wolle Haus Opher­dicke mit der Außen­ga­stro­nomie wei­ter­ent­wickeln und ‑auf­werten. Die von einigen Kri­ti­kern ins Spiel gebrachte Gastro­nomie im Innenhof sei nicht gewollt, son­dern ein Kul­tuir­café, das dem Aus­stel­lungs­be­trieb folgt.

Im Übri­gens sei eine Lösung im Innenhof viel teurer und auch für die Denk­mal­be­hörde gar nicht akzep­tabel. Der Kreis­di­rektor wies zudem den Vor­wurf des Gefäl­lig­keits­gut­achten strikt zurück. Der Kreis Unna sei nicht anders als pri­vate Eigen­tümer in der Denk­mal­frage behan­delt worden.

Auch Holzwickeder Politik Terrasse an Südseite für optimal

Dr. Thomas Wilk mit Vertretern des Historischen Vereins und Holzwickeder Bürfger beim Ortsterrmin im Juli am Haus Opherdicke. (Foto: P. Gräber)

Dr. Thomas Wilk (3.v.r.) mit Ver­tre­tern des Histo­ri­schen Ver­eins und Holzwickeder Bür­gern beim Orts­terrmin im Juli am Haus Opher­dicke. (Foto: P. Gräber)

SPD-Spre­cher Michael Klim­ziak erin­nerte daran, worum es heute im Aus­schuss formal geht: Der Eigen­tümer von Haus Opher­dicke habe einen Antrag auf Kennt­nis­nahme seiner Pla­nung gestellt. Die Frage des Bau­rechts oder Denk­mal­schutzes sei bereits geklärt. Da Haus Opher­dicke aber von großer Bedeu­tung für Holzwickede ist, hat sich die SPD – ebenso wie die anderen Frak­tionen – den­noch intensiv mit dem Thema beschäf­tigt und auch Ver­treter des Histo­ri­schen Verein wie des Kreises in eine Frak­ti­ons­sit­zung ein­ge­laden. Der Kreis ent­wickelt Haus Opher­dicke seit mehr als 30 Jahren vor­bild­lich weiter. Mit großer Mehr­heit sei die Frak­tion des­halb der Ansicht, dass es auch jetzt keinen Grund gebe, dem Kreis die Zustim­mung für seine Pla­nung zu ver­wei­gern. Zumal auch die ober­sten Denk­mal­schützer keine Ein­wände dagegen haben. „Auch für uns ist die Süd­seite als Platz für die Ter­rasse optimal geeignet“, so Klim­ziak.

Ähn­lich argu­men­tierten auch die übrigen Frak­tionen. Einzig die beiden Grünen im Aus­schuss lehnten die geplante Ter­rasse und Außen­ga­stro­nomie ab, obwohl die Grünen im Kreistag zu den vehe­men­te­sten Befür­wor­tern der Außen­ga­stro­nomie gehören. Die Ter­rasse stelle keine Ver­schö­ne­rung von Haus Opher­dicke dar, sei mit 170.000 Euro zu teuer und auch nicht wirk­lich bar­rie­re­frei zu errei­chen, erklärt dagegen der Holzwickeder Grünen-Spre­cher Fried­helm Klemp. „Wir glauben auch nicht, dass die Ter­rasse mehr Besu­cher anziehen wird.“

Nach dem gemeind­li­chen Ein­ver­nehmen heute kann der Kreis Unna wie geplant noch diesen Herbst mit dem Bau der Außen­ga­stro­nomie beginnen.

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