Gemeinde geschockt: Portland kündigt offiziell Freundschaft mit Holzwickede auf

Trafen sich zum persönlichen Austausch in Weymouth, v.li.: Pam Yallop und Fred Flack (Twinning Society), Ilona Lienkamp, Holzwickedes 1. Beigeordneter Bernd Kasischke, Marie-Luise Wehlack (DBC) sowie Helen Legg und Jane Biscombe (Weymouth Town). (Foto: privat)
Trafen sich zum persönlichen Austausch in Weymouth, v.li.: Pam Yallop und Fred Flack (Twinning Society), Ilona Lienkamp, Holzwickedes 1. Beigeordneter Bernd Kasischke, Marie-Luise Wehlack (DBC) sowie Helen Legg und Jane Biscombe (Weymouth Town). (Foto: privat)
Beim besuch der Delegation aus Weymouth im Mai in Holzwickede waren alle Beteiligten noch optimistisch, v.li.: Pam Yallop und Fred Flack (Twinning Society), Ilona Lienkamp, Holzwickedes 1. Beigeordneter Bernd Kasischke, Marie-Luise Wehlack (DBC) sowie Helen Legg und Jane Biscombe (Weymouth Town). Portland hat danach die Partnerschaft mit Holzwickede offiziell beendet. (Foto: privat)

Die Gemeindespitzen und der Vorstand des Deutsch-Britischen Clubs sind geschockt: Die englische Partnerstadt Portland hat Holzwickede ganz offiziell die langjährige Freundschaft aufgekündigt. Das teilte Beigeordneter Bernd Kasischke am Mittwochabend im Fachausschuss mit.

Hintergrund: Im Mai hatte eine Delegation aus Weymouth den Gemeindevorstand bei einem Besuch in Holzwickede darüber informiert, dass aufgrund einer politischen Neuordnung in England die beiden Partnerstädte Weymouth and Portland getrennt worden sind. Nach dem Besuch hatten sich die Verwaltungsspitze und der Vorstand des Deutsch-Britischen Clubs und die Vertreter der Twinning Society noch optimistisch gezeigt, dass die langjährige Partnerschaft zwischen Holzwickede und den beiden englischen Partnerstädten im September durch die Unterzeichnung neuer Partnerschaftsurkunden erneuert werden kann.

Zumindest für Weymouth gilt dies wohl auch. Doch wie Holzwickedes Beigeordneter Bernd Kasischke am Mittwochabend im Ausschuss mitteilte, gab es nach einer Kontaktaufnahme mit Portland  zunächst keine Antwort. Nachdem der Beigeordnete dann nochmals ganz offiziell nachhakte, kam dann endlich eine Antwort: Per Beschluss durch das Town Council hat Portland die Partnerschaft mit Holzwickede offiziell beendet. Gleiches gilt übrigens auch für die französische Partnerstadt Louviers, die ebenfalls mit Portland partnerschaftlich verbunden ist oder besser: war. Anders als Holzwickede ist Louviers bisher darüber noch nicht offiziell informiert.

Auch Partnerschaft mit Louviers beendet

Aber Antwort aus Portland ist endgültig. Damit sind alle offiziellen Wege zunächst verbaut.“

Bernd Kasischke (1. Beigeordneter)

„Wir sind geschockt“, räumte Beigeordneter Bernd Kasischke ein. „Natürlich bemühen sich viele Menschen, denen diese Partnerschaft am Herzen liegt, weiterhin noch etwas daran zu ändern. Aber Antwort aus Portland ist endgültig. Damit sind alle offiziellen Wege zunächst verbaut.“  

Auch Illona Lienkamp, die neue Vorsitzende des DBC und ihre langjährige Vorgängerin in diesem Amt, Marie-Luise Wehlack, nahmen an der Ausschusssitzung teil. Sie wiesen darauf hin, dass die Ursachen für das Verhalten Portlands wohl eher im innerbritischen Verhältnis zwischen Weyouth und  Portland zu suchen sind. „Portland fühlt sich wohl nicht mehr so recht vertreten in der Partnerschaft.“ Auch solle Portland nach der  Trennung von Weymouth nun mehr Geld zahlen als vorher. „Trotzdem ist der Beschluss von Portland schon merkwürdig“, meint Illona Lienkamp. „Wir bereiten ja einen Besuch im September vor. Da werden Gäste aus Weymoth und auch aus Portland kommen. Sollen wir denn da nun überhaupt die Partnerschaftsurkunden erneuern?“

Jochen Hake, FDP-Sprecher und Freundeskreisvorsitzender, regte an, jetzt möglichst zurückhaltend und behutsam vorzugehen und keine übereilten Reaktionen zu zeigen. Möglicherweise sollte auch die geplante Erneuerung der Partnerschaft mit Weymouth im September noch einmal verschoben werden, da Portland sonst noch mehr den Eindruck gewinnen könnte, ausgegrenzt zu werden.  

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AfSSKS, Partnerschaft, Portland


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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