Führerschein eingezogen – Senior fährt trotzdem weiter: 1.400 Euro Geldstrafe

Im kom­menden Monat wird der Holzwickeder 80 Jahre alt. Doch Alter schützt vor Strafe nicht, wie der Ange­klagte heute vor dem Amts­ge­richt erfahren musste. Dort hatte sich der Senior, dem die Fahr­erlaubnis aus gesund­heit­li­chen Gründen ent­zogen worden ist, wegen Fah­rens ohne Fahr­erlaubnis zu ver­ant­worten.

Zwar hat der 79-Jäh­rige gegen den Entzug seiner Fahr­erlaubnis Wider­spruch ein­ge­legt. Doch dar­über, ob er seinen Füh­rer­schein zurück­be­kommt oder nicht, ist noch nicht ent­schieden. Das hielt den Senior aber nicht davon ab, sich am 2. Mai des Jahres hinter das Steuer seines Pkw zu klemmen und Gas zu geben. Prompt geriet er in eine Poli­zei­kon­trolle und wurde erwischt.

Fußpflege ist kein Notfall

Zwar war der Senior heute auf der Ankla­ge­bank geständig, ein­sichtig aller­dings nicht: Eine Mit­fahr­ge­le­gen­heit habe ihm kurz­fri­stig abge­sagt, so dass er selbst fahren musste, so seine Erklä­rung. Er habe etwas bei seiner Bank zu erle­digen und einen wich­tigen Termin bei der Fuß­pflege gehabt. Da er seinen Füh­rer­schein nur vor­über­ge­hend abge­geben habe, könne seine Fahrt ja nicht strafbar sein, zeigte sich der Senior über­zeugt.

Aller­dings machte Richter Jörg Hücht­mann ihm deut­lich, dass er gleich zweimal „auf dem Holzweg“ mit seinen Annahmen ist: So habe der Senior eben keine Fahr­erlaubnis gehabt und damit ganz sicher auch kein Auto führen dürfen. Zudem seien die beiden Ter­mine nicht unbe­dingt das, was man als einen Not­fall bezeichnen könnte.

Wegen vor­sätz­li­chen Fah­rens ohne Fahr­erlaubnis ver­ur­teilte der Richter des­halb den Holzwickeder Senior zu einer Geld­strafe von 20 Tages­sätzen a‘ 70 Euro.

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