Freie Wohlfahrtspflege im Kreis: Gemeinsam soziale Berufe attraktiver machen

 Die Wohlfahrtsverbände diskutierten zusammen mit Vertretern der Kreispolitik und Kreisverwaltung im Rahmen der diesjährigen Klausurtagung intensiv die Arbeitsmarktsituation sozialer Berufe. (Foto: privat)
Die Wohl­fahrts­ver­bände dis­ku­tierten zusammen mit Ver­tre­tern der Kreis­po­litik und Kreis­ver­wal­tung im Rahmen der dies­jäh­rigen Klau­sur­ta­gung intensiv die Arbeits­markt­si­tua­tion sozialer Berufe. (Foto: privat)

In ihrer dies­jäh­rigen Klau­sur­ta­gung haben sich die Wohl­fahrts­ver­bände im Kreis Unna gemeinsam mit Ver­tre­tern der Kreis­po­litik und Kreis­ver­wal­tung mit der Arbeits­markt­si­tua­tion sozialer Berufe beschäf­tigt. Hin­ter­grund ist die zuneh­mende Nach­frage nach sozialen Dienst­lei­stungen und der gleich­zei­tige Mangel an Fach­kräften, der die Kom­munen und Ver­bände vor große Her­aus­for­de­rungen stellt.

Thomas Keyen, Geschäfts­führer ope­rativ der Agentur für Arbeit Hamm, gab zu Beginn der Tagung einen Ein­blick in die Sta­ti­stik für den Kreis Unna. Allein die Zahlen für den Alten­pfle­ge­be­reich bestä­tigen die bun­des­weite Ent­wick­lung. Bis 2040 wird der Anteil der Men­schen im Alter von 80 und älter im Ver­gleich zum Jahr 2014 um 70,8 % auf 38.700 Per­sonen gestiegen sein. Damit wird auch der Pfle­ge­be­darf steigen und ent­spre­chende Fach­kräfte werden drin­gend benö­tigt.

Allein 1.056 Fachkräfte in der Pflege nötig

Hans Zakel, Pfle­ge­planer des Kreises Unna, pro­gno­sti­ziert für die Ein­rich­tungen der ambu­lanten und sta­tio­nären Pflege bis 2030 einen Fach­kräf­te­be­darf von 1.056 Per­sonen. Nicht nur für die stei­gende Nach­frage müssen Fach­kräfte gefunden werden. Thomas Keyen wies darauf hin, dass in den näch­sten zehn Jahren rund 400 Fach­kräfte in den Ruhe­stand gehen – eine Lücke, für die eben­falls Men­schen gefunden werden müssen. Betrachtet man neben der Alten­pflege auch die Kran­ken­pflege sowie die Erzie­hungs- und Hei­ler­zie­hungs­be­rufe, so werden wei­tere 1.500 Fach­kräfte in sozialen Berufs­fel­dern in den Ruhe­stand gehen.

Rahmenbedingungen besser als das Image

Zwar sind in den letzten Jahren mehr Men­schen aus­ge­bildet worden und die Beschäf­tig­ten­zahlen in sozialen Berufs­fel­dern sind gestiegen, aber das wird auf mit­tel­fri­stige Sicht nicht aus­rei­chen. „Anstren­gende kör­per­liche und psy­chi­sche Tätig­keiten, teils Schicht­ar­beit und als Lei­stung erhalten die Arbeit­nehmer nur eine geringe Bezah­lung“, so würden viele von außen die Arbeit wahr­nehmen, schil­dert Rainer Goe­pfert als Spre­cher der Wohl­fahrts­ver­bände das schlechte Image sozialer Berufe. Tat­säch­lich seien die Rah­men­be­din­gungen deut­lich besser und auch die Gehalts­struktur gut.

Genau hier wollen die Ver­bände mit den Kreis­ver­tre­tern, Arbeits­agentur, Kom­munen und anderen Akteuren im Kreis Unna in einer gemeinsam abge­stimmten Aktion ansetzen. Die Arbeits­felder an Schulen bekannter machen, öffent­lich­keits­wirksam auf die guten Arbeits­platz­chancen hin­weisen und vor allem gemeinsam für die Arbeit in sozialen Berufen zu werben, waren unter anderem die ersten Ergeb­nisse der Tagung.

Auf Ein­la­dung des Kreises Unna wird am 8. Juli 2019 ein näch­stes Treffen im Kreis­haus statt­finden.

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