Flucht nach Baum-Crash: 4.000 Euro und Sperrfrist von einem Jahr

Zu einer Geld­strafe von 4.000 Euro und einer Sperr­frist von einem Jahr für eine neue Fahr­erlaubnis ver­ur­teilte das Amts­ge­richt Unna heute (27.1.) einen 56-jäh­rigen arbeits­losen Schwerter. Der 56-Jäh­rige hat nach Über­zeu­gung des Gerichts am 17. April vorigen Jahres gegen 22.20 Uhr mit seinem Wohn­mobil einen Baum an der Schwerter Straße in Holzwickede ange­fahren und sich anschlie­ßend uner­laubt vom Unfallort ent­fernt. Der Schaden an dem Baum wurde nach­träg­lich mit 3.816,68 Euro bezif­fert.

Über eine Hal­ter­fest­stel­lung war die Polizei dem Schwerter auf die Spur gekommen und hatte sich tele­fo­nisch bei ihm gemeldet. Der Beamte, der mit ihm tele­fo­nierte, sagte heute aus, dass der Ange­klagte ihm damals am Telefon erklärt habe, dass bei dem Unfall nur ein Baum beschä­digt worden sei und er des­halb den Schaden nicht gemeldet habe. Davon, dass jemand anders als der 56-Jäh­rige das Unfall­fahr­zeug gefahren habe, sei keine Rede gewesen. „Da bin ich sicher“, so der Poli­zei­be­amte auf Nach­frage.

Angeklagter will Unfallfahrzeug verliehen haben

Denn genau das führte der Schwerter in der Ver­hand­lung heute zu seiner Ver­tei­di­gung an: Das Unfall­fahr­zeug sei zwar sein Auto, doch habe er es bei dem Unfall gar nicht gefahren. Viel­mehr habe er sein Wohn­mobil inner­halb der Familie ver­liehen gehabt. An wen, wollte er dem Richter aller­dings nicht sagen. Er habe auch nicht gewusst, dass ein sol­cher „Flur­schaden“, wie er bei dem Unfall ent­standen sei, gemeldet werden müsse, so der Ange­klagte. Warum der Poli­zei­be­amte behauptet, dass er, der Ange­klagte, das Wohn­mobil gefahren hat, konnte sich dieser nicht erklären.

Der Ver­tei­diger des 56-Jäh­rigen räumte ein, dass sich sein Man­dant am Telefon gegen­über der Polizei mög­li­cher­weise etwas „unglück­lich aus­ge­drückt“ habe. Seine Aus­sage sei jedoch glaub­würdig. Die Staats­an­walt­schaft sah das anders und for­derte eine Geld­strafe von 30 Tages­sätzen a‘ 10 Euro sowie eine Sperr­frist von einem Jahr. Dass der Ange­klagten sein Fahr­zeug zur Tat­zeit nicht gefahren haben will, sei eine reine Schutz­be­haup­tung. Der Poli­zei­be­amte sei dagegen glaub­würdig.

Mit seinem Urteil von 40 Tages­sätzen a‘ 10 Euro und einer Sperr­frist von einem Jahr ging Richter Jörg Grans­euer sogar noch über die von der Anklage gefor­derte Strafe hinaus. Er sei fest über­zeugt, dass der Ange­klagte zur Tat­zeit am Steuer seines Wohn­mo­bils gesessen habe, so der Richter in seiner Urteils­be­grün­dung. Für den Poli­zei­be­amten gebe es keinen Grund, den Ange­klagten fälsch­li­cher­weise zu bela­sten.

Unfallflucht


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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