Firmenschild flach gelegt: Verfahren gegen Lkw-Fahrer eingestellt

Für den 46 Jah­re alten Berufs­kraft­fah­rer aus Unna wiegt der Vor­wurf des uner­laub­ten Ent­fer­nens vom Unfall­ort schwer: Am 23. Novem­ber vori­gen Jah­res soll er mit sei­nem Lkw mor­gens um 5 Uhr bei der Anlie­fe­rung auf dem Gelän­de eines Kun­den in der Stra­ße Alte Kolo­nie ein Fir­men­schild beschä­digt haben, ohne sich um den ange­rich­te­ten Scha­den zu küm­mern.

Auf der Ankla­ge­bank heu­te im Amts­ge­richt Unna bestritt der Lkw-Fah­rer jede Schuld: Bei sei­ner Ankunft auf dem Fir­men­ge­län­de habe das Fir­men­schild bereits auf dem Boden gele­gen. Er sei sich des­halb kei­ner Schuld bewusst. „Wenn ich mit mei­nem Lkw über das Schild gefah­ren wäre, wür­de das auch ganz anders aus­se­hen“, erklär­te der Ange­klag­te. Er habe ja auch gar kei­nen Grund gehabt, Unfall­flucht zu bege­hen, beteu­er­te der Unna­er. Er hät­te ein­fach sei­ne Fir­ma anru­fen kön­nen, die ver­si­chert ist, und der Fall wäre erle­digt gewe­sen für ihn.

Keine Augenzeugen des Vorfalls

Tat­säch­lich gibt es auch kei­ne Augen­zeu­gen, die gese­hen haben, wie der Ange­klag­te das hoch­wer­ti­ge in Edel­stahl gefass­te Fir­men­schild beschä­digt hat. Es gibt ledig­lich einen ande­ren Lkw-Fah­rer, der bezeu­gen konn­te, dass das frag­li­che Schild um 2 Uhr mor­gens und bei sei­ner Rück­kehr um 4.45 Uhr noch unbe­schä­digt gewe­sen sei. Als ein wei­te­rer Fah­rer nach 5 Uhr auf das Gelän­de fuhr, lag das Schild dann am Boden. Die­ser Fah­rer sag­te aus, dass er das umge­fah­re­ne Schild dann auf­ge­ho­ben und an einen Zaun gelehnt habe.

In der Zwi­schen­zeit, das konn­te durch wei­te­re Mit­ar­bei­ter geklärt wer­den, hat­te nur der ange­klag­te Unna­er mit sei­nem Lkw das Fir­men­ge­län­de befah­ren. Die­ser blieb jedoch trotz die­ser Zeu­gen­aus­sa­gen bei sei­ner Aus­sa­ge und wies jede Schuld von sich.

Ange­sichts die­ser Beweis­la­ge hät­te Rich­ter Chri­sti­an Johann nur mit wei­te­ren Gut­ach­ten den Sach­ver­halt wei­ter erhel­len kön­nen: Das erste Gut­ach­ten hät­te klä­ren kön­nen, ob der Scha­den an dem Schild zum Lkw des Ange­klag­ten passt. Der zwei­te Gut­ach­ter hät­te sich dazu äußern kön­nen, ob der Ange­klag­te einen Kon­takt mit dem Ver­kehrs­schild in sei­nem Lke bemerkt haben müss­te oder nicht.

Ange­sichts des ange­rich­te­ten Scha­dens hielt das Gericht es für unver­hält­nis­mä­ßig, zwei Gut­ach­ten ein­zu­ho­len – und stell­te das Ver­fah­ren wegen der doch eher gering­fü­gi­gen Schuld des Ange­klag­ten ein.

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visage

Dipl.-Journalist

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