Familienfreundliche Gemeinde geht anders – Eltern-Appell: Baut endlich diese Kita!

Aus Sicht der betroffenen Eltern untragbar: die Container an der Rausinger Halle, in denen ihre Kinder untergebracht sind. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Aus Sicht der betrof­fenen Eltern untragbar: die Con­tainer an der Rausinger Halle, in denen ihre Kinder unter­ge­bracht sind – nur eine von vielen Not­lö­sungen in der Gemeinde. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

In der aktu­ellen Dis­kus­sion um den Standort für den neuen Kin­der­garten melden sich jetzt die betrof­fenen Eltern zu Wort, deren Kinder not­dürftig in den Con­tai­ner­mo­dulen neben der Rausinger Halle unter­ge­bracht sind. Sie fürchten, dass nach der Kla­ge­an­dro­hung der Anlieger gegen den Neubau und durch den Streit der Ver­ant­wort­li­chen in Politik und Ver­wal­tung der Bau der neuen Kita erheb­lich ver­zö­gern, wenn nicht sogar ganz kippen könnte.

Wir Eltern prä­fe­rieren weder den Standort Emscher­park, noch den Platz von Lou­viers. Wir sind mit beiden Optionen glei­cher­maßen ein­ver­standen. Unsere höchste Prio­rität ist, dass es keinen Verzug bei der Fer­tig­stel­lung der Kita gibt. Wir sind darauf ange­wiesen, dass der zuvor zuge­sagte Eröff­nungs­termin zum 1. August 2019 gehalten wird“, erklärt René Sorge, Mit­glied des Eltern­rates Kita Son­nen­schein, für die betrof­fenen Eltern. „Auch wir brau­chen Pla­nungs­si­cher­heit. Eine Ver­zö­ge­rung hat weit­rei­chende Kon­se­quenzen zur Folge, über die sich unseres Erach­tens nach, kaum jemand Gedanken macht.“

Aus Sicht der Eltern gibt es viele Gründe, die ein schnelles Han­deln der Politik und Ver­wal­tung erfor­der­lich machen: „Die kli­ma­ti­schen Bedin­gungen in den Con­tai­nern sind für unsere Kinder im Sommer ebenso wie im Winter untragbar“, so die Eltern. An heißen Tagen halten sich die Kinder nur mit Pam­pers bekleidet in den Räum­lich­keiten auf, anders sei es kaum aus­zu­halten.

Standort und Hol- und Bringzone sind Eltern egal

Der ein­zige Schat­ten­spender in der Außen­an­lage an der Rausinger Halle ist ein pro­vi­so­risch ange­brachtes Son­nen­segel über dem Sand­ka­sten.

In den Win­ter­mo­naten kommt dagegen die Kälte von unten durch den nur schlecht iso­lierten Boden, was gerade die Klein­sten, die über den Boden krab­beln und darauf spielen, zu spüren bekommen.

Im Außen­be­reich der soge­nannten Modullösung dürfen auch keine wei­teren Spiel­ge­räte auf­ge­stellt werden, da die Außen­an­lage nicht ver­än­dert werden darf. „Unseren Kin­dern werden des­halb Spiel­ge­räte vor­ent­halten, die eine För­de­rung der moto­ri­schen Ent­wick­lung unter­stützen, wie zum Bei­spiel eine Wippe oder eine Schaukel“, erklären die Eltern weiter.

Die Eltern befürchten auch, dass die UKBS den Bau einer in Unna-Königs­born geplanten Ein­rich­tung vor­ziehen, wenn es bei dem Kita-Neubau in Holzwickede zu wei­teren Ver­zö­ge­rungen kommt. Denn in Königs­born soll eben­falls eine neue Kita auf dem Gelände der Anne-Frank-Real­schule errichtet werden. „Das hätte wieder eine lange War­te­zeit zur Folge bis in Holzwickede gebaut werden kann und das wäre ange­sichts der aktu­ellen Unter­brin­gungs­si­tua­tion ein­fach untragbar“, erklärt René Sorge. „Unsere Kinder in Holzwickede sind der­zeit fast überall aus­schließ­lich in Not­lö­sungen abge­schoben.“

Container an Rausinger Halle „untragbar“

Seit vier Jahren schon befindet sich in der Außen­an­lage der AWO-Kita „Son­nen­schein“ in Opher­dicke eine Con­tai­ner­an­lage, die von den ein­zü­gigen „Son­nen­kä­fern“ genutzt wird. An der Rausinger Halle gibt es eine wei­tere Con­tai­ner­an­lage für „Son­nen­schein“ als Not­lö­sung, in der zwei Kin­der­gruppen unter­ge­bracht sind. Im ehe­ma­ligen Gebäude der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Hengsen ist die evan­ge­li­sche Kita „Schatz­kiste“ mit einer ein­zü­gigen Gruppe not­dürftig unter­ge­kommen.

Wo führt das noch hin?“, fragen sich die Eltern. „Auf dem Rücken der Klein­sten Men­schen unserer Gesell­schaft darf die Unei­nig­keit der regio­nalen Politik nicht aus­ge­tragen werden! Es werden Dis­kus­sionen über Hol- und Bring­zonen geführt, die wir über­haupt nicht benö­tigen. Wel­cher andere Kin­der­garten in Holzwickede, oder welche öffent­liche Schule hat eine eigens hierfür ein­ge­rich­tete Hol- und Bring­zone?“

Eine fami­li­en­freund­liche Gemeinde geht anders, ahnen die Eltern. Sie hätten gerne Ant­worten der lokalen Politik und Ver­wal­tung auf die Fragen, die ihnen unter den Nägeln brennen:

Brennende Fragen der Eltern

Wel­cher zeit­liche Rahmen wird als ange­messen für eine Unter­brin­gung in den Con­tai­nern erachtet, die auch nur eine begrenzte Lebens­dauer haben?

Sollte die neue Kita näch­stes Jahr nicht in Betrieb genommen werden können, wäre die logi­sche Kon­se­quenz, dass auch keine wei­teren Kinder mehr auf­ge­nommen werden können, da alle Gruppen voll sind. Was pas­siert dann mit den Geschwi­ster­kin­dern, die einen Anspruch auf Unter­brin­gung in der selben Kita haben wie das ältere Kind, das bereits die Kita besucht?

Durch die vielen Neu­bau­ge­biete wird der Bedarf an Kita-Plätzen weiter steigen. Wo sollen die Kinder alle unter­ge­bracht werden?

Ist den Ver­ant­wort­li­chen bewusst, dass, sollte ab August 2019 auf­grund von bau­li­chen Ver­zö­ge­rungen keine Betreuung wei­terer Kinder mehr mög­lich sein, ein Rechts­an­spruch auf Aus­gleich des Ver­dienst­aus­falls sei­tens der Eltern besteht? Diese Kosten fallen der Gemeinde zur Last.

Schließ­lich stellen sich die Eltern auch die Frage: Seit dem Rats­be­schluss für den Standort auf dem Platz von Lou­viers sind fast ein­ein­halb Jahre ver­gangen. Warum lässt man so viel Zeit ins Land ziehen, um dann kurz vor Bau­be­ginn doch wieder alles zu kippen?

Der Elternrat und die Eltern der Kita Son­nen­schein „appel­lieren an die Politik und Ver­wal­tung in Holzwickede im Sinne der Kinder eine schnelle Lösung für die aktu­elle Pro­ble­matik zu finden und diese zeitnah umzu­setzen.“

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