Kann die Wiedereröffnung seiner Kneipe "Zum Fässchen" kaum erwarten: Wirt Florian Grade hinter seinem Tresen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Fässchen-Wirt Florian Grade kämpft mit Corona-Krise und Gerüchteküche

Kann die Wiedereröffnung seiner Kneipe "Zum Fässchen" kaum erwarten: Wirt Florian Grade hinter seinem Tresen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Kann die Wiedereröffnung seiner Kneipe „Zum Fässchen“ kaum erwarten: Wirt Florian Grade hinter seinem Tresen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Als wäre der Corona-Lockdown nicht schon schlimm genug, hat Florian Grade, Wirt der Kneipe „Zum Fässchen“ auch noch mit Gerüchten zu kämpfen: „Ich höre jetzt schon zum vierten oder fünften Mal, dass ich hier schließe.“ Angeblich habe er sogar schon seinen Laden ausgeräumt. „Das ist natürlich Unsinn. Ich weiß auch nicht, wer diese Gerüchte in die Welt setzt.“

Auch vor Corona kochte die Gerüchteküche schon. „Irgendwann nervt es einfach nur noch“, so Florian Grade. „Ich geb‘ da nichts mehr drauf. Entweder passt es den Leuten, dass ich hier bin oder es passt ihnen eben nicht. Fertig. Wenn jemand etwas wissen will, dann soll er zu mir kommen. Doch das machen die Leute ja nicht. “ Vor vier Jahren hat der gebürtige Berliner, der aber schon seit 20 Jahren in der Emschergemeinde lebt, das Fässchen übernommen – eine der letzten echten Kneipen in der Gemeinde.

Angebliche Schließung der Kneipe ist „Unsinn“

Seitdem betreibt Florian Grade das Fässchen ohne warme Küche, aber mit Sky und Kegelbahn – unterbrochen nur durch den Corona-Lockdown. Aktuell ist das Fässchen seit 2. November geschlossen, davor war es mit kurzer Öffnung zwischendurch auch schon zwei Monate dicht. „Ich mache das hier auch nur nebenberuflich“, erklärt Grade. Corona-Hilfe kriegt er deshalb nicht. Hauptberuflich schafft er als Hauptbuchhalter in einem Immobilienbüro. „Sonst wäre ich wahrscheinlich jetzt schon am Ende. Aber auch meine Reserven gehen langsam zu Ende. Der Vermieter kommt mir zwar entgegen. Aber alle anderen Kosten wie Versicherungen und Energie laufen ja weiter.“

Auch seine beiden jungen Angestellten, die auf 450-Euro-Basis für ihn arbeiten, hat Florian Grade nicht entlassen. „Eigentlich hätte ich sie rausschmeissen müssen, sage ich ganz ehrlich. Aber ich versuche alles, um den beiden auch in dieser Krise weiter jeden Monat wenigstens so eine Art Taschengeld zu bezahlen. Die beiden sind Schülerinnen und haben ja sonst auch nichts anderes.“  

„Ich kann es kaum erwarten, wieder zu eröffnen.“

– Florian Grade (Wirt der Kneipe Zum Fässchen)

Natürlich habe er im Corona-Lockdown auch schon darüber nachgedacht, aufzugeben, gibt Florian Grade ehrlich zu. Doch dafür liegt ihm das Fässchen doch zu sehr am Herzen. Deshlab hat er den Gedanken schnell wieder verworfen. „Wäre doch schade, weil es außer uns hier nur noch den Pütt als reine Kneipe gibt in der Gemeinde.“ Wo sollen die Leute auch sonst kegeln? Neben den Keglern treffen sich regelmäßig auch die Mitglieder des BVB-Fanklubs Howitown im Fässchen und die Anhänger der neuen Ratspartei Die Partei.

Ihnen und allen anderen seiner Stammgäste versichert Florian Grade: „Ich kann es kaum erwarten, wieder zu eröffnen.“

Zum Fässchen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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