Erfolgreiche Integration durch Sport: DAN-Träger aus Syrien schließt sich JCH an

v.l.n.r: Dirk Jacobi (3. DAN, 1. Vorsitzender), Ayman Youssef (1. DAN), Benjamin Heidrich (1. DAN, Mannschaftstrainer)
Sport verbindet, v.l.:  Dirk Jacobi (3. DAN, 1. Vorsitzender),  Ayman Youssef (1. DAN) und Benjamin Heidrich (1. DAN, Mannschaftstrainer). (Foto: privat)

„Hajime“ hieß es auch auch am Montag (22.2.) wieder beim Training des Judo-Clubs Holzwickede e.V.. Das japanische Wort markiert im Judo-Sport die Auforderung des Kampfrichters zum Start eines fairen, sportlichen Wettkampfes nach strengen Regeln. Es heißt aber in der korrekten Übersetzung „Anfang“ bzw. „Beginn“.

Nicht nur für die Judoka (Judo-Kämpfer) des JCH war dieser Trainingstag  etwas Besonderes. Sie begrüßten mit gemeinschaftlichem Applaus einen neuen DAN-Träger (Schwarzer Gurt) in ihren Reihen.

Ayman Youssef ist 23 Jahre alt, kommt aus Syrien und ist von dort vor dem Krieg geflüchtet. Erst in die Türkei und dann nach Deutschland. Seit vier Monaten lebt Ayman in der Rausinger Halle. Er übt fleißig die deutsche Sprache, besucht einen Sprachkurs in Unna und kann sich nach kurzer Zeit bereits auf Deutsch verständigen.

Ayman fühlt sich in Holzwickede wohl und versichert, dass er bislang sehr freundlich aufgenommen wurde. So war es auch beim Training des JCH. Er wurde  von dem Vorsitzenden Dirk Jacobi (3. DAN) begrüßt, den anderen Sportlern kurz vorgestellt und dann ging es schnell zu der Sache über, für die alle Sportler gekommen waren: Judo.

In unserem Verein machen wir keinen Unterschied, wo jemand herkommt. Bei uns gibt uns nur Judosportler. Ayman ist uns sehr herzlich willkommen und wurde sofort von allen hier herzlich aufgenommen und akzeptiert.“

Dirk Jacobi, Vorsitzender Judo Club Holzwickede

„In unserem Verein machen wir keinen Unterschied, wo jemand herkommt. Bei uns gibt uns nur Judosportler. Ayman ist uns sehr herzlich willkommen und wurde sofort von allen hier herzlich aufgenommen und akzeptiert.“ macht Jacobi klar, dass gerade dem Sport eine herausragende Rolle bei der Integration zukommt.

Vater in Hannover und Mutter noch in der Türkei

Ayman’s Vater ist ebenfalls vor dem Krieg geflüchtet und in Hannover untergebracht. Gesehen haben sich die beiden noch nicht. Sein Vater ist schon seit über einem Jahr in Deutschland. Ayman hofft, dass er seinen Vater bald einmal sehen kann. Das geht aber nicht, solange er noch auf seine formale Anerkennung als Flüchtling wartet. Seine Mutter ist noch im Flüchtlingslager in der Türkei.

„Ich hoffe, dass meine Mutter bald zu uns nach Deutschland kommen kann. Wir sind eine Familie und gehören doch zusammen“, erklärt Ayman in einem Sprachmix aus Deutsch und Englisch.

Dirk Jacobi weiß, dass dies nicht in der Macht des Judo-Clubs liegt: „Wir können Ayman in unseren Kreis integrieren und ihm eine sportliche Heimat bieten. Für alles andere ist die Politik zuständig. Wir haben sofort als Vorstand beschlossen, einen neuen Judoanzug für ihn anzuschaffen. Er soll sich schließlich in seiner Haut wohlfühlen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir ein Budget für Integrationsarbeit bekommen würden. An Ideen für Integration mangelt es uns nicht.“

Für die Anerkennung seines scharzen Gurtes (1. DAN) sind nun noch formale Hindernisse beim Nordrhein-Westfälischen Dan-Kollegium aus dem Weg zu räumen. Nicht alle Dokumente konnte Ayman mit nach Deutschland bringen. Der Verein hofft, dass in solchen Fällen die Bürokratie einmal in den Hintergrund tritt und die menschliche Seite gewinnt. „Hajime!“ – Der Anfang ist gemacht.

Hudo Club, Integration

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