Insgesamt 14 neue Auszubildende in der Montanhydraulik-Gruppe hat das Holzwickeder Unternehmen gestern begrüßt - in diesem Corona-Jahr ohne die übliche zentrale Begrüßungsveranstaltung. (Foto: Montanhydraulik GmbH)

Entlassungen bei Montanhydraulik GmbH: Insgesamt 34 Mitarbeiter müssen gehen

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Ein Bild aus besseren Tagen: Fertigung von hydraulischen Sonnenschirmen für Saudi-Arabien bei der Montanhydraulik GmbH in Holzwickede. (Foto: Peter Gräber)

Die schwierige Lage auf dem Weltmarkt zeigt nun auch beim Holzwickeder Vorzeigeunternehmen Wirkung: Bei der Montanhydraulik GmbH, einem der weltweit führenden Hersteller von Hydraulik-Zylindern,  sind betriebsbedingte Kündigungen unvermeidbar. 26 Mitarbeiter müssen am Hauptstandort Holzwickede entlassen werden. Acht weitere Mitarbeiter an den zur GmbH gehörenden Standorten Hamm und Gelsenkirchen verlieren ebenfalls ihren Arbeitsplatz. Die Kündigungen sind bereits zum Ende März ausgesprochen worden.

„Diese Entscheidung tut uns in der Seele weh“, sagt der Holzwickeder Betriebsratsvorsitzende Ralf Flunkert. Der Entscheidung seien harte, aber konstruktive Gespräche zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung vorangegangen. „Nachdem wir alle sozialverträglichen Maßnahmen ausgeschöpft haben, konnten wir nach harten Verhandlungen die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen in unserem Werk auf 26 reduzieren“, sagt Flunkert.

Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart

Für die Betroffenen habe „ein guter Interessenausgleich und Sozialplan“  vereinbart werden können. Dieses Ergebnis sei vor allem der „konstruktiven  Zusammenarbeit“ zwischen beiden Seiten zu verdanken.

Dr. Ralf Becker, Vorsitzender Geschäftsführung  von Montanhydraulik. (Foto: Montanhydraulik)
Dr. Ralf Becker, Vorsitzender Geschäftsführung von Montanhydraulik. (Foto: Montanhydraulik)

Seit September vergangenen Jahres sucht der international tätige Hersteller von Hydraulikzylindern und -systemen nach Lösungen, um sich den geänderten Rahmen- und Marktbedingungen anzupassen. „Der Wettbewerb ist internationaler, größer und härter geworden“, erklärt Dr. Ralf Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Montanhydraulik. „Dem Wettbewerb und dem damit verbundenen Preisdruck stellen wir uns genauso wie den gestiegenen Kosten in allen Bereichen. Neben allen anderen Maßnahmen, die wir schon durchgeführt haben, ist eine Produktivitätssteigerung zwingend erforderlich.“

Gleichzeitig versichert  Dr. Becker, dass nicht beabsichtigt sei, Standorte der Unternehmensgruppe aufzugeben:  „Wir wollen auch zukünftig unsere Produkte an unseren lokalen Standorten fertigen.“

Die Montanhydraulik GmbH werde sich mit ihrem Know-how als Hydraulikspezialist in Branchen wie Offshore, Stahlwasserbau, Mobilkran- oder Tunnelbau sowie durch Optimierung von Kapazitäten, Prozessen  und Flexibilität an die veränderten Marktbedingungen anpassen, um weiterhin international wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Information: 1952 wurde Montanhydraulik als Reparatur- und Servicefirma für Waggonhydraulik gegründet. In den nachfolgenden Jahren entwickelte sich das Unternehmen sehr schnell zu einem der weltweit führenden Hersteller für Hydraulik-Sonderzylinder. Heute gehören zur Montanhydraulik-Gruppe mehrere Tochterunternehmen und Produktionsstätten in Italien, den Niederlanden und Indien sowie in Stuttgart, Dortmund, Gelsenkirchen und Hamm. Der Hauptsitz der Montanhydraulik-Unternehmensgruppe befindet sich in Holzwickede, wo  knapp 700 Mitarbeiter beschäftigt sind. In Holzwickede betreibt das Unternehmen auch ein eigenes Ausbildungszentrum. Mit einer Ausbildungsquote von fast zwölf Prozent wurde Montanhydraulik bereits mehrfach von der  IG Metall als vorbildliches Ausbildungsunternehmen ausgezeichnet. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen an allen Standorten rund 1.100 Mitarbeiter.  

Montanhydraulik


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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