Aber auch immer mehr selbstgenähte Masken wie auf diesem Foto werden als Spuckschutz von ehrenamtlichen Helfern genäht. Auch in Holzwickede ist die Hilfsbereitschaft groß. (Foto: Andrea Wicke)

Ehrenamtliche unterstützen professionelle Helfer mit selbstgenähten Schutzmasken

Zahlreiche LKW des Roten Kreuzes belieferten die Krankenhäuser in NRW am Wochenende flächendeckend mit den raren, neu eingetroffenen Schutzmasken. Auch alle Krankenhäuser im Kreis Unna wurden beliefert. (Foto: Michael Maas – DRK Nordrhein)

In der vergangenen Woche haben 167 Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes in NRW mit 120 Einsatzkräften auf Bitte des NRW-Gesundheitsministeriums dabei geholfen, eine kurzfristig eingetroffene Lieferung von Atemschutzmasken flächendeckend an die Krankenhäuser im Land zu verteilen. Im Kreis Unna war der DRK Ortsverein Kamen daran beteiligt und hat die Masken zu den Krankenhäusern im Kreis Unna transportiert. Dennoch sind Schutzmasken in diesen Tagen weiter Mangelware. Auch immer mehr Privatleute nähen inzwischen Schutzmasken, organisieren sich dazu auf sozialen Plattformen wie Facebook. In Holzwickede wirbt Andrea Wicke für das ehrenamtliche Nähen von Schutzmasken, organisiert geeignete Stoffe und Nähmaterial und sucht vor allem dringend Näherinnen und Näher.

Die Holzwickederin ist Mitglied der Facebook-Gruppe „Mundschutz nähen ehrenamtlich!!“, die über 6.000 Mitglieder zählt. „Ich bin im Prinzip so etwas wie die Sammelstelle dieser Gruppe in Holzwickede“, sagt Andrea Wicke. „Die Mitglieder unserer Gruppe nähen ehrenamtlich für Senioren- und Pflegeheime, aber auch Arztpraxen, Krankenhäuser und alle, die in diesen Tagen beruflich im Einsatz sind. Die Masken werden bundesweit kostenlos abgegeben, allerdings nicht an Privatleute. Keiner von uns in der Gruppe verdient auch nur einen Cent daran. Alle arbeiten ehrenamtlich.“

Auch in Holzwickede ist Hilfsbereitschaft groß

Aber auch immer mehr selbstgenähte Masken wie auf diesem Foto werden als Spuckschutz von ehrenamtlichen Helfern genäht. Auch in Holzwickede ist die Hilfsbereitschaft groß. (Foto: Andrea Wicke)
Aber auch immer mehr selbstgenähte Masken wie auf diesem Foto werden als Spuckschutz von ehrenamtlichen Helfern genäht. Auch in Holzwickede ist die Hilfsbereitschaft groß. (Foto: Andrea Wicke)

Ganz wichtig ist Andrea Wicke zu betonen, dass die selbstgenähten Masken natürlich keinen vollwertigen Schutz vor Ansteckung durch Corona-Viren bieten.  „Darum geht es auch gar nicht. Aber die Masken können dabei helfen, andere nicht anzustecken. Sie können die Gefahr verringern, dass der Träger unfreiwillig jemanden anspuckt.“  Da das gefährliche Covid19-Virus durch Tröpfcheninfektion weitergegeben wird, verhindern die selbstgenähten Behelfsmasken somit immerhin besser Infektionen als gar keine Masken, findet Andrea Wicke. Die raren wirklich sicheren Schutzmasken werden in Kliniken und Krankenhäusern derzeit nötiger gebraucht.

„Sie glauben gar nicht, wie dankbar die Abnehmer in den Pflegeheimen und Praxen sind, wenn sie unsere selbstgenähten Behelfsmasken erhalten. Das bekommen wir täglich aufs Neue bestätigt“, betont die Holzwickederin. „In unserer Gruppe sind ganz viele Danksagungen gepostet.“

Es werden noch Näherinnen gesucht

 Wer will, kann ganz einfach mitmachen und helfen: Jeder darf in die offene Gruppe hinein. Dort finden sich auch Schnittmuster und alles, was Helfer wissen müssen. Wer ein paar Masken fertig hat, postet es dort. Die Administratoren melden sich dann sofort und teilen mit, wohin die Masken geschickt werden sollen oder wer Kontaktperson ist. Wer zu Andrea Wicke Kontakt aufnehmen will, kann dies ebenfalls über die Facebook-Gruppe tun, auch per Privatnachricht.

„Die Hilfsbereitschaft hier in Holzwickede ist wirklich groß“, bestätigt Andrea Wicker. „Der Treffpunkt Villa hat schon sehr viele Stoffe gespendet, auch das Hotel Lohenstein hat ganze Stapel Bettlaken zur Verfügung gestellt und auch viele Privatleute haben sich schon beteiligt. Wir brauchen aber auch dringend noch weitere Näherinnen.“ 

Warum sich Andrea Wicke so engagiert? „Ich finde es einfach nur abscheulich, wenn in diesen Tagen versucht wird, mit Schutzmasken auch noch Geld zu machen. Dabei kann doch jeder von uns ganz einfach helfen, dass man anderen nicht ins Gesicht spucken muss. Tedox hat noch offen, da gibt es Nadeln, Faden und alles, was man braucht. Zeit haben wir doch auch alle momentan mehr als genug. Da können wir doch etwas Sinnvolles tun und Behelfsmasken nähen.“  

Update v. 28. März:

Die Administratoren der im Bericht genannten Facebookgruppe haben den Namen ihrer Gruppe inzwischen geändert in „Behelfsmasken nähen ehrenamtlich!!“

Schutzmasken


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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