Die neuen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße 11 und 11a weisen erhebliche Baumängel auf. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer plädieren für Erhalt der Unterkünfte an der Bahnhofstraße

Die Flücht­lings­in­itia­tive „Will­kommen in Holzwickede“ hat die Ver­wal­tungs­spitze auf­ge­for­dert, die Unter­künfte der Bahn­hof­straße unbe­dingt zu erhalten. In einem langen Brief haben die ehren­amt­li­chen Flücht­lings­helfer ihre Argu­mente dafür dar­ge­legt. Man habe den Brief „absicht­lich nicht öffent­lich gemacht“, um nicht zu pola­ri­sieren.

Wenn Sie noch Fragen haben?“, wollte Fried­helm Nusch am Mon­tag­abend in der Fra­ge­stunde für Bürger im Aus­schuss für Jugend, Familie, Senioren und Gleich­stel­lung wissen. Fragen hatte die Ver­wal­tungs­spitze nicht, doch Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel erin­nerte daran: „Wir stehen ja im Dialog und das ist auch ganz wichtig.“

Politik: Vor Abriss Haftungsfrage klären

Die Ehren­amt­li­chen treibt die Sorge um, die Gemeinde könnte die beiden stark sanie­rungs­be­dürf­tigen Holz­bauten für die Flücht­linge an der Bahn­hof­straße auf­geben und durch solide Neu­bauten mit bezahl­baren Woh­nungen ersetzen.

Auf Antrag der CDU war das Thema auch im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss vorige Woche (4.2.) auf die Tages­ord­nung gerückt. Es habe den „Ein­druck, dass einige die beiden Gebäude schon abge­schrieben“ haben und das mache ihn „fas­sungslos“, erklärte Frank Laus­mann. Der CDU-Spre­cher plä­dierte dafür, solange nicht in die Dis­kus­sion über den Abriss der mit vielen Bau­män­geln behaf­teten Holz­bauten ein­zu­steigen, wie das Regress­ver­fahren gegen das ver­ant­wort­liche Bau­un­ter­nehmen läuft.

Spre­cher aller Frak­tionen betonten dar­aufhin, dass ein Abriss für sie nicht in Frage kommt, bis ein­deutig geklärt ist, was eine Sanie­rung der Gebäude kostet und ob das für den Bau ver­ant­wort­liche Unter­nehmen in Regress genommen werden kann. Immerhin beträgt der Streit­wert rund 200.000 Euro.

Kasischke: „Sanierungsbedarf immer größer“

Aller­dings legte sich nur die Frak­tion der Grünen bereits ein­deutig fest: „Wir möchten die Flücht­lings­un­ter­künfte in der Orts­mitte erhalten“, so Fried­helm Klemp.

Holzwickedes Bei­geord­neter Bernd Kasischke ver­wies darauf, dass die Bau­mängel an den Unter­künften erheb­lich sind und der „Sanie­rungs­be­darf immer größer“ wird. Auch die bisher genannten „Zahlen stimmen nicht mehr“. Der Bei­geord­nete stellte klar: „Wir for­cieren die gericht­liche Aus­ein­an­der­set­zung, aber dieses Jahr pas­siert da nichts mehr.“ Bis dahin sei es sinn­voll, schon einmal die Rich­tung zu klären, so der Bei­geord­nete weiter. „Es geht auch nicht um den Abriss beider Unter­künfte, son­dern nur um ein Gebäude und darum, ob anschlie­ßend ein Inve­stor zu finden ist.“ 

AfJFSG, Ehrenamtliche, Flüchtlingsunterkünfte


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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