Drohung gegen Volksbank-Angestellte bringt 58-Jährigen vor Gericht

Wenn man keinen Cent mehr in der Tasche hat und die Bank einem das Konto sperrt, ist das sicher keine ange­nehme Situa­tion. Ein 58-jäh­riger Holzwickeder reagierte am 4. August vorigen Jahres darauf so, dass er der Ange­stellten seiner Volks­bank-Filiale wütend erklärte: „Ich bin aus dem Osten und weiß noch wie es geht: Ich besorge mir eine Kalasch­nikow und dann sehen wir weiter.“ Das brachte ihm eine Anklage wegen Bedro­hung ein.

Auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richts Unna zeigte sich der 58-Jäh­rige reu­mütig: „Was man mir vor­wirft trifft zu. Ich war sehr wütend und habe wohl so etwas in der Art gesagt. Ich bedauere das sehr.“ Er habe wirk­lich nicht vor­ge­habt, jemanden zu bedrohen, als er zu seiner Volks­bank-Filiale gegangen sei.

Ich weiß nicht, ob jemand, der regel­mäßig sein Gehalt bekommt, nach­voll­ziehen kann, wie das ist, wenn man kein Geld hat und seine Miete nicht mehr bezahlen kann. Ich habe auch jetzt nur sieben Euro in der Tasche und weiß nicht, wie ich gleich hier weg­kommen soll“, schil­derte der Ange­klagte seine Situa­tion heute vor Gericht.

Ich habe auch jetzt nur sieben Euro in der Tasche und weiß nicht, wie ich gleich hier weg­kommen soll.“

Erklä­rung des Ange­klagten (58 J.) zu seiner finan­zi­ellen Situa­tion

Zur besagten Zeit sei er sogar mehr­fach in der Volks­bank-Filiale gewesen, um etwas Geld abzu­holen. Leider sei das nicht mög­lich gewesen, obwohl es sicher einen Ausweg gegeben hätte. „Ich bin alt genug und stehe dazu, was ich gesagt habe, auch wenn ich nicht mehr ganz genau weiß, was ich da gesagt habe. Irgend­etwas mit Kalasch­nikow war schon dabei. Es tut mir leid. Ich war ja tat­säch­lich mal Scharf­schütze.“

Kein Geld und Konto gesperrt

Bei der Bank­an­ge­stellten, die als Zeugin aus­sagte, ent­schul­digte sich der Ange­klagte auch per­sön­lich. Auch die Zeugin konnte sich nicht mehr an den genauen Wort­laut seiner Dro­hung erin­nern. Wohl aber daran, dass sie und ihre Kol­legen die Dro­hung durchaus ernst genommen hatten. „Unser Aus­zu­bil­dender war ziem­lich geschockt.“

Für den Ange­klagten spreche, dass er sein Han­deln bereue und Ein­sicht zeige, so die Ankla­ge­ver­tre­terin in ihrem Plä­doyer. Gegen ihn spreche aller­dings eine Reihe von Vor­strafen, u.a. auch wegen Belei­di­gung, Kör­per­ver­let­zung. Zudem sei noch eine Geld­strafe von 1 200 Euro wegen eines Ver­stoßes gegen das Waf­fen­ge­setz offen. Zusammen mit der heu­tigen Strafe for­derte die Ankla­ge­ver­tre­terin eine Gesamt­strafe von 150 Tages­sätzen a‘ zehn Euro für den Ange­klagten.

Mit seinem Urteil von 1 500 Euro Geld­strafe schloss sich Richter Jörn Granseuer der For­de­rung der Staats­an­walt­schaft an.

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