Diebstahl im DPD-Depot nicht zu beweisen: 38-Jähriger Holzwickeder freigesprochen

Mit einem Frei­spruch zweiter Klasse kam heute ein 38 Jahre alter Ange­klagter davon, der vor dem Amts­ge­richt Unna wegen zwei­fa­chen Dieb­stahls ange­klagt war.

Der Holzwickeder soll als Mit­ar­beiter in dem DPD-Depot an der Otto-Hahn-Straße in Unna am 14. und am 15. Sep­tember in der Nacht­schicht ein Smart­phone Sam­sung Galaxay S8 und eine GPS-Uhr im Gesamt­wert von 1 000 Euro aus zwei Paketen ent­wendet haben.

Ent­deckt wurde der Dieb­stahl nach dem Wei­ter­ver­sand in einem ver­plombten Lkw im DPD-Zwi­schen­lager Ham­burg. Der Arbeit­geber sah sich die Ein­satz­pläne der frag­li­chen Tage an – erstat­tete Anzeige gegen den Holzwickeder und kün­digte das Arbeits­ver­hältnis.

Keine Videoüberwachung im Paket-Depot

Auf der Ankla­ge­bank heute bestritt der Ange­klagte jeden Dieb­stahl. Seine Anwältin legte viel­mehr über­zeu­gend dar, dass ihr Man­dant nicht der ein­zige Mit­ar­beiter war, der zur frag­li­chen Zeit als Täter in Frage kam. Viel­mehr seien mit ihrem Man­danten etwa 25 bis 30 wei­tere Mit­ar­beiter in der Halle beschäf­tigt gewesen. Vom För­der­band fal­lende Pakete würden regel­mäßig auch von anderen Mit­ar­bei­tern auf­ge­sam­melt und in den Boxen abge­legt. Selbst am Ende des För­der­bandes und nach dem Scannen der Pakete gibt es mid­ne­stens noch zwei wei­tere Mit­ar­beiter, die Zugriff auf die Pakete haben. Bevor sie in einem ver­plombten Lkw ver­schwinden.

Eine Video­über­wa­chung gibt es in dem DPD-Depot nicht.

Nachdem ein Mit­ar­beiter des DPD-Paket­dien­stes den von der Ver­tei­di­gung dar­ge­legten Betriebs­ab­lauf in allen wesent­li­chen Punkten bestä­tigte, war die Anklage nicht mehr zu halten.

Richter Jörn Granseuer sprach den Ange­klagten man­gels Beweise frei. „Es wäre schon ein sehr selt­samer Zufall, wenn zwei Pakete an zwei unter­schied­li­chen Tagen beschä­digt worden wären, ohne dass es dem Ange­klagten auf­ge­fallen wäre“, meinte der Richter. „Doch letzt­lich ist ihm ein Dieb­stahl nicht nach­zu­weisen gewesen.“

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