Die einzige Foodsharing-Box in Holzwickede bei Marion Miranda an der Hauptstraße 158 ist zumeist gut gefüllt. Die Grünen wollen jetzt eine weitere Box spenden und suchen noch einen Standort dafür. (Foto: privat)

Die Grünen spendieren öffentliche Box für „gerettete“ Lebensmittel

Die einzige Foodsharing-Box in Holzwickede bei Marion Miranda an der Hauptstraße 158 ist zumeist gut gefüllt. Die Grünen wollen jetzt eine weitere Box spenden und suchen noch einen Standort dafür. (Foto: privat)
Die ein­zige Food­s­haring-Box in Holzwickede bei Marion Miranda an der Haupt­straße 158 ist zumeist gut gefüllt. Die Grünen wollen jetzt eine wei­tere Box spenden und suchen noch einen Standort dafür. (Foto: privat)

Ange­regt durch den Bericht im Emscher­blog über den Zusam­men­bruch des Tafel-Systems in der Corona-Krise macht die Rats­frau der Grünen, Susanne Wer­binsky, darauf auf­merksam, dass es auch in Holzwickede schon seit einigen Jahren eine kleine Gruppe enga­gierter „Food­safer“ (Lebens­mit­tel­retter) gibt. „Die Initia­tive foodsharing.de ist aber kei­nes­wegs als Ersatz für die Tafeln zu ver­stehen“, betont Susanne Wer­binsky. „Die Initia­tive enga­giert sich viel­mehr gegen die Ver­schwen­dung von Lebens­mit­teln und ‚rettet‘ in der Regel Lebens­mittel aus klei­neren und großen Lebens­mit­tel­märkten und anderen Betrieben im gesamten Kreis Unna.“ Die Anhänger dieser in Berlin gebo­renen Bewe­gung fühlen sich einer Lebens­weise ver­pflichtet, die das Weg­werfen von wert­vollen Lebens­mit­teln nicht in Ord­nung und unmo­ra­lisch findet.

Die Orga­ni­sa­tion der Food­s­haring-Com­mu­nity läuft über die Online-Platt­form foodsharing.de. „Hier ver­netzten und koor­di­nieren sich alle Lebens­mit­tel­retter (Foodsharer/​Foodsaver) in den ein­zelnen Regionen und Kom­munen“, erläu­tert Susanne Wer­binsky. „Alle Aktiven arbeiten ehren­amt­lich und unent­gelt­lich. Die Initia­tive ist und bleibt kostenlos und arbeitet nicht kom­mer­ziell.“ Inzwi­schen gibt es auch in Holzwickede schon einen Lebens­mit­tel­markt, der mit der Initia­tive zusam­men­ar­beitet.

Geteilte Lebensmittel absolut einwandfrei

Allein bei den Holzwickeder Grünen gibt es drei oder vier aktive Lebens­mit­tel­retter, wobei die sach­kun­dige Bür­gerin der Grünen und Schwe­ster von Susanne Wer­binsky, Sabine Kwiat­kowski, sogar ein­ge­tra­genes Mit­glied der Initia­tive foodsharing.de ist. Offi­zi­elle Bot­schaf­terin der Initia­tive in Holzwickede ist Marion Miranda, vor deren Wohn­haus an der Haupt­straße 158 auch die bisher ein­zige öffent­liche Lebens­mit­telbox (Fair-Teiler) steht, aus der sich Inter­es­sierte kostenlos Lebens­mittel ent­nehmen können.

Alle Aktiven arbeiten ehren­amt­lich und unent­gelt­lich. Die Initia­tive ist und bleibt kostenlos und arbeitet nicht kom­mer­ziell.“

- Susanne Wer­binsky

Susanne Wer­binsky betont, dass die zur Ver­tei­lung aus­ge­legten Lebens­mittel in den Boxen „absolut ein­wand­frei“ sind. „Die Ware ist auch nicht beschä­digt oder abge­laufen.“ Sicher­ge­stellt wird das durch das Ver­teil­sy­stem der Food­s­harer: Wer Lebens­mittel anzu­bieten hat, muss sich vorher auf der Inter­net­seite regi­strieren. So kann nach­voll­zogen werden, wer welche Lebens­mittel aus wel­cher Quelle zur Ver­fü­gung gestellt hat. „Das wird recht streng gehand­habt. Ent­nehmen kann die Lebens­mittel aber jeder, ohne zu klin­geln oder zu fragen. Dazu muss man sich nicht regi­strieren im Internet“, so Wer­binsky.

Standort für Fair-Teiler-Box gesucht

Leider gibt es in Holzwickede erst eine öffent­liche Box (Fair-Teiler), näm­lich die vor der Tür von Marion Mirando, um die geret­teten Lebens­mittel „unters Volk“ zu bringen, bedauert Susanne Wer­binsky. „Wir Grünen in Holzwickede möchten aus diesem Grund eine solche Box für wei­tere ‚Fair-Teiler‘ in der Com­mu­nity spenden. Aller­dings haben wir noch keine geeig­neten Standort für die Box gefunden.“ Die ursprüng­lich Idee, die Box vor der Haupt­stelle des HSC zu platz­ieren, wurde wieder ver­worfen: „Im Prinzip spräche nichts dagegen. Aber dort würde die Box auf der vollen Breit­seite im Süden und damit sehr lange in der Sonne stehen. Das wäre bestimmt nicht so gut für das fri­sche Gemüse oder Obst darin“, glaubt Wer­binsky. „Außerdem haben wir ja auch noch die Krä­hen­pro­ble­matik an der Kirch­straße.“

Wer also glaubt, einen geeig­neten Standort für die Box anbieten zu können, sollte sich bei Marion Miranda (Tel. 0176 43 51 00 39) oder bei Susanne Wer­binsky (Tel. 0173 36 09 26 91) melden. Beide geben auch gerne noch wei­tere Infor­ma­tionen zum Thema food­s­haring.

Die von den Grünen gespen­dete Box ist ca. 150×60×60 cm groß und sollte an einem Haus oder Geschäft in wet­ter­ge­schützter Lage (nicht zwin­gend unter Dach) und in mög­lichst zen­traler Lage auf­ge­stellt werden können, um darin „geret­tete“ Lebens­mittel kostenlos anzu­bieten. Mehr als den Platz bereit­zu­stellen müsste der „Fair-Teiler“ auch nicht tun. Abschlie­ßend betont Susanne Wer­binsky noch einmal: „Dieses Food­s­haring-System soll kei­nes­falls eine Kon­kur­renz zu den Tafeln sein, die in der aktu­ellen Krise leider schließen mussten.“


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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