Eine der angeregten Maßnahmen im Klimaschutzkonzept ist die Parkraumbewirtschaft mit Parkgebühren an der Nord- und Hauptstraße. Das letzte Wort ist darüber noch nicht gesprochen. SPD und CDU lehnen Parkgebühren bislang ab. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Die Grünen fordern Machbarkeitsstudie für Fahrradstraße auf Haupt- und Nordstraße

Eine der angeregten Maßnahmen im Klimaschutzkonzept ist die Parkraumbewirtschaft mit Parkgebühren an der Nord- und Hauptstraße. Das letzte Wort ist darüber noch nicht gesprochen. SPD und CDU lehnen Parkgebühren bislang ab. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Noch Platz für eine Fahrradstraße auf der Nordstraße? Die Holzwickeder Grünen fordern eine Machbarkeitsstudie. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Um den Radverkehr in Holzwickede zu fördern und Radfahrerinnen und -fahrern mehr Raum zu geben würden Die Grünen gerne eine Fahrradstraße auf der Haupt- und Nordstraße einrichten im Abschnitt von der Opherdicker Straße bis zur Autobahnauffahrt. „Auch wir in Holzwickede haben einen Auftrag alle Mittel zum Erreichen des Klimaziels zu nutzen“, so die Vorsitzende Susanne Werbinsky. „Deshalb fordern wir, eine Machbarkeitsstudie für unseren Vorschlag in all seinen Facetten in Auftrag zu geben.“

Einen entsprechenden Antrag werde die Fraktion noch stellen, kündigt Susanne Werbinsky an. Das gelte auch für allen anderen Vorschlägen, die die Grünen in ihrer Klausurberatung erarbeitet haben. Ausgaben müssen nach Ansicht der Grünen angesichts der Haushaltslage auf das Notwendigste beschränkt werden. Denn der durch die Coronamaßnahmen isolierte Betrag von über vier Millionen Euro „muss zügig zurückgezahlt werden, damit wir nicht eine ,Schuldenschleppe‘ mit uns herumtragen“, so die Vorsitzende.

Dass die allgemeine Kreisumlage mit aktuelle 236.000 Euro weniger vom Kreiskämmerer angesetzt wird, sei zwar positiv, so Werbinsky weiter. „Wir befürchten aber bei der differenzierten Kreisumlage für die Jugendhilfe in der Endabrechnung doch noch ein Minus für unseren Haushalt 2022 entsteht.“

Quarter Ramp und „Mängelmelder“-App

Klimaschutz mit allen Mitteln gefordert: Die Fraktion Die Grünen in Klausur. (Foto: privat)

Die vorgestellten Investitionen für Holzwickede werden grundsätzlich positiv, aber auch sensibel betrachtet. „Da wird keinen großer Spielraum für außergewöhnliche Wünsche bleiben“, fürchtet Werbinsky. „Notwendige Projekte dürfen darunter nicht leiden, wie etwa Investitionen in Schulen/OGS, Klimaschutz und Digitalisierung.“

Für zwingend notwendig, um älteren Jugendlichen etwas zu bieten, erachtet die grüne Fraktion auch einen zweiten Basketball-Korb sowie die Quarter Ramp für den Skaterpark am Treffpunkt Villa.

Als Nachfolgenutzung für das Bürgerbüro hatten sich die Grünen bereits im Vorjahr für ein Medienlernzentrum ausgesprochen, aber mit ihrer Forderung nicht durchsetzen können. „Hier erwarten wir nun die Aufwertung des jetzigen Standortes.“

Schließlich wollen die Grünen eine einfache Möglichkeit schaffen, Bürgeranliegen an die Verwaltung weiterzuleiten und schlagen dazu die Einrichtung einer „Mängelmelde-App“ vor. „Dabei handelt es sich um eine bundesweite Plattform für Bürgerhinweise“, erläutert Susanne Werbinsky. „Diesen Hinweisen sollte dann aber auch zeitnah nachgegangen werden.“

Grünen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (4)

  • Am besten machen die Grünen ganz Holzwickede zur Fahrradstadt, wieso nur Haupt und Nordstraße? Das würde gleichzeitig das Problem „Flughafenparker“ lösen und die Anwohner der Wiechernstraße, die sich kürzlich über zu wenig Parkplätze vor den Wohnungen beklagten, in die Lage versetzen, endlich auf Lastenfahrräder umzusteigen. Wenn die Grünen dann noch dafür sorgen, dass man mit dem Bus von der Gemeindemitte aus jedes Ziel in Holzwickede im 15 Minuten Takt erreichen kann-toll, fehlen nur noch Fahrradabstellplätze auf Kosten der Autoparkplätze. Ich fürchte, Deutschland muss untergehen!

  • Gute Idee, vielleicht zum falschen Zeitpunkt. Die Gemeinde ist nun mal eine „Schlafstadt“ mit vielen Berufspendlern. Und Dank unzureichendem ÖPNV und Neuansiedlungen (Emscherkaserne) wird der Individualverkehr mangels Alternativen erstmal zunehmen. Sobald die Ortsumgehung steht, kann die Nordstrasse als verkehrsberuhigte Zone umgebaut werden. Kein Durchgangsverkehr, viel Platz für Fußgänger und Radfahrer. Klingt utopisch, aber dass sich der ÖPNV bessert ist noch unwahrscheinlicher, s.a. Bürgerbus.

  • Warum werden denn zb diese Kombiwege (rotgrau geteilt) kaum genutzt?
    Kirchstrasse als Beispiel. Hauptstraße Mitte. Hengsen bis Opherdicke. Dies nur als von mir regelmäßig gesehene Strecken. Allerdings ohne Radler, die nutzen die Straßen.

    • Sehr geehrte Frau Minerva,

      ein Großteil der Probleme gehen von Autofahrern aus, die die Verkehrsregeln nicht kennen und die meinen, Radfahrer würden sich auf der Straße tummeln, obwohl sie doch gefälligst den „Radweg“ benutzen sollen. Gerade dann neigen viele Autofahrer quasi als „Erziehungsmittel“ zu gefährdender Fahrweise (enges Überholen, Hupen etc.)
      Radfahrer dürfen nur dann nicht die Straße benutzen, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist. Solche werden durch die blauen Schilder gekennzeichnet (Radweg, gemeinsamer Rad- und Fußweg, geteilter Rad- und Fußweg). In allen anderen Fällen besteht KEINE Nutzungspflicht für einen Radweg durch Fahrradfahrer. Fußwege DÜRFEN nicht durch Radfahrer benutzt werden, außer dies ist durch ein Zusatzschild (Radfahrer frei) ausdrücklich gestattet. Diese Mitbenutzung eines Fußweges DARF dann nur in angepasster Geschwindigkeit, sprich: Schrittgeschwindigkeit, erfolgen.
      Folge: Die Nutzung eines zur Mitbenutzung freigegebenen Fußweges (gibt es ganz viel in Holzwickede) macht für einen Fahrradfahrer keinen Sinn, dann könnte er ja gleich zu Fuß gehen. Viele, die es trotzdem tun, fahren dann dort eben einfach ordnungswidrig zu schnell, was ja irgendwie geduldet wird, weil eigentlich ja selbst die Verwaltung die Radfahrer von den Straßen runter haben möchte, damit die armen Autofahrer nicht ständig behindert werden.
      Nicht benutzungspflichtige Radwege (z.B. durch die Unterführung) sind oft für Radfahrer wesentlich problematischer als die Straßenbenutzung. Z.B weil oft von Fußgängern mitbenutzt, oder weil an einmündenden Straßen ein ungüstiger Verlauf zur zusätzlichen Gefährdung durch den Querverkehr führt -> z.B. Unterführung Richtung Nordstraße). Viele Radfahrer entscheiden sich in solchen Fällen dafür, die Straße mitzubenutzen, was schlicht und erfreifend ihr gutes Recht ist.

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