Die Grünen erinnern am Hilgenbaum an Protest gegen die Ostumgehung

Mobilisieren weiter gegen die ungeliebte Ostumgehung, li.: Dietmar Appel, Anna Rahimi, Judith Kuck-Bösing, Angelika Hartjenstein, Uli Bangert, Dr. Gerrit Heil. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Der Ort, an dem die Holzwickeder Grünen am Freitagabend (2.3.) eingeladen hatten, um an ihren Protest gegen die geplante Ostumgehung zu erinnern, ist geschichtsträchtig: Am Hilgenbaum sollen schon vor über 1000 Jahren handgemalte Botschaften für Durchreisende angebracht worden sein. Auch die Grünen hatten eine handgemalte Botschaft dabei. Die war zwar etwas jünger, dafür aber über einen Meter lang:

Darauf gezeichnet war der Verlauf der geplanten Ostumgehung (L 677n), für die es bekanntlich schon einen Planfeststellungsbeschluss und eine Finanzierung gibt. Aufgrund der Klagen von mindestens zwei betroffenen Anwohnern vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hängt die Realisierung derzeit aber in einer juristischen Warteschleife, die sich durchaus noch ein oder zwei Jahre bis zu einer endgültigen Entscheidung hinziehen könnte.

Diese Zeit wollen die Grünen nutzen, um weiter gegen das ungeliebte Straßenprojekt zu mobilisieren. Ebenso alt wie ihr Protest gegen die L 667 n sind allerdings auch ihre Argumente: Die Ostumgehung diene einzig dem überörtlichen Verkehr, sorge nur für noch mehr Verkehr in Holzwickede und zerstöre die einzige Frischluftschneise sowie Natur- und Lebensraum in der Gemeinde. Mit Straßen wie der L 677n sei auch die notwendige Verkehrswende nicht zu schaffen, ist Judith Kuck-Bösing überzeugt, die auch bei Parents for Future aktiv ist.

Kreisverkehre wie an einer Perlenschnur

Dass die Ostumgehung vor allem die Bürger an der Nord- und Hauptstraße entlasten würde, sehen aber auch die Grünen. „Natürlich wollen auch wir die Bürger im Norden entlasten“, behauptet ihr Kreistagsmitglied Uli Bangert. Nur haben auch da die Grünen keine neuen Vorschläge zu bieten: „Wir wollen die Montanhydraulikstraße ausbauen und außerdem die Natorper Straße zur Nordstraße hin öffnen“, so Uli Bangert.

„Wir wollen die Montanhydraulikstraße ausbauen und außerdem die Natorper Straße zur Nordstraße hin öffnen.“

– Uli Bangert (Kreistagsmitglied der Grünen)

Auf der meterlangen Planskizze hat Uli Bangert seine ganz persönliche Planfeststellung skizziert und aufgemalt, was der Gemeinde seiner Meinung nach droht, wenn die L 677n tatsächlich gebaut werden sollte: Der Hilgenbaum stünde verloren mitten im Niemandsland zwischen der alten Massener Straße, einer Kreisstraße (K31), und der neuen Osttangente (L 677n). „Was in diesem Gebiet zwischen der alten und neuen Trasse passiert, weiß keiner so genau“, meint Uli Bangert. Besser bekannt ist nach seiner Darstellung aber, was an allen Einmündungsbereichen der alten Massener Straße passieren wird: „Dort sind überall Kreisverkehr geplant.“ Was bedeuten hieße: Von der Kreuzung Haupt- und Massener Straße, über die Einmündung Opherdicker Straße, die Kreuzung Goethestraße/Billmericher Weg bis zur Einmündung Montanhydraulik-/Wasserstraße würden sich die Kreisverkehr wie Perlen an einer Schnur aufreihen.

Grüne sicher: L 677n noch rückholbar

Am Hilgenbaum, erinnert Uli Bangert, habe es auch die letzte große Protestkundgebung gegen die Ostumgehung gegeben. „Das war 2013, da haben wir hier eine Menschenkette gebildet“, sagt Bangert mit glänzenden Augen. „Aber wir werden wohl nie eine Mehrheit gegen die Ostumgehung bekommen“, räumt er ehrlich ein. Nur: Ein Grund zur Verzweiflung ist das für ihn nicht. Denn, ebenso ist er wie alle Gegner felsenfest überzeugt: „Dass die Ostumgehung gebaut wird, werden wir alle nicht mehr erleben.“

Dafür wollen die Grünen auch politisch sorgen, sobald sie wieder in eine Regierungsverantwortung kommen. Noch immer könne das ungeliebte Straßenbauvorhaben nämlich zurückgeholt werden, sind die Grünen sicher. „Wir setzen dabei auf das Ruhrparlament und den Landtag“, kündigt Bangert an.

Dr. Gerrit Heil, Sprecher des Kreisverbandes der Grünen aus Bönen, sitzt bereits im Ruhrparlament und strebt auch in den Landtag. Er war Freitag auch vor Ort und erinnerte daran: „Aktuell gibt es mehr als 30 vergleichbare Straßenbauvorhaben im Ruhrgebiet. Wenn über die L 677n in einigen Jahren juristisch entschieden ist, werden wir sicher auch noch einmal die Finanzierung dieses Projektes überdenken.“

Die Grünen, L 667n


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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