Der Kreis Unna warnt vor Schäden durch Knaller und Feuerwerkskörper

Böller und Silvesterfeuerwerk ist geföhrtlich. (Foto: Bundespolizei)
Von Feu­er­werks­kör­pern, ins­be­son­dere wenn sie nicht im offi­zi­ellen Handel bezogen werden, gehen erheb­liche Gesund­heits­ge­fahren aus. (Foto: Bun­des­po­lizei)

(PK) Auch in dieser Sil­ve­ster­nacht wird es wieder kra­chen und don­nern, wenn zahl­lose Zeit­ge­nossen ihre Feu­er­werks­körper in den Himmel schießen. Doch manche Böller haben gefähr­liche Nach­wir­kungen.

Der Fach­be­reich Gesund­heit und Ver­brau­cher­schutz des Kreises weist darauf hin, dass bei unsach­ge­mäßem Gebrauch von Feu­er­werks­kör­pern wie Kano­nen­schlägen und Chi­nab­öl­lern sowie durch Spiel­zeug­waffen beson­ders am Innenohr nicht wie­der­gut­zu­ma­chende Schäden ver­ur­sacht werden können. Die Schäden rei­chen von plötz­li­chem Hör­ver­lust über Ohr­ge­räu­sche (Tin­nitus) bis zu Ver­bren­nungen und anderen Ver­let­zungen.

Unter­su­chungen zufolge erzeugen im Abstand von acht Metern explo­die­rende han­dels­üb­liche Feu­er­werks­körper einen Schall­pegel zwi­schen 145 und 155 Dezibel“, weiß Amts­arzt Dr. Bern­hard Jung­nitz. Bei lärm­emp­find­li­chen Per­sonen kann dieser Spit­zen­pegel schon zu einer leichten Schä­di­gung des Gehörs führen. Im Abstand von einem Meter werden Spit­zen­pegel zwi­schen 163 und 173 Dezibel erreicht. Dieser Lärm ver­stüm­melt die soge­nannten Sinne­s­här­chen, den emp­find­li­chen Teil im Innenohr. „Solche Schäden sind nicht mehr zu beheben“, warnt Dr. Jung­nitz.

Hörverlust, Verbrennungen und andere Verletzungen

Oft sind die Hör­ver­luste nach einer sol­chen Über­la­stung des Ohres nicht so stark, dass der Betrof­fene sie sofort bemerkt und unmit­telbar nach der Schä­di­gung einen Arzt auf­sucht. Eine wie­der­holte Über­la­stung des Ohres beschleu­nigt zudem den Alte­rungs­pro­zess. „Es gibt Fälle, in denen Teen­ager dadurch nur noch die Hör­fä­hig­keit eines Sieb­zig­jäh­rigen haben“, so Dr. Jung­nitz. Außerdem besteht die Gefahr, für den Rest des Lebens von chro­ni­schen Ohren­ge­räu­schen gequält zu werden.

Aber nicht nur die lauten Knall­körper schä­digen das Ohr. Spiel­zeug­pi­stolen und ‑revolver sind nach Aus­kunft des Kreis-Medi­zi­ners ebenso gefähr­lich. Sie ver­ur­sa­chen extrem kurze Schall­pe­gel­spitzen, die sub­jektiv als weniger laut emp­funden werden, aber immerhin bis zu 160 dB errei­chen. Direkt am Ohr abge­feuert, werden sogar 180 dB über­schritten. Dr. Jung­nitz: „Solche Spit­zen­pegel führen unwei­ger­lich zu einem blei­benden Innen­ohr­schaden.“

Nicht nur Men­schen leiden unter den Knall­kör­pern, son­dern auch Tiere. Außer den zu lauten Geräu­schen (viele Tiere können deut­lich besser hören als Men­schen und erleiden ähn­liche Schäden) kommt noch die Angst vor den unbe­kannten Knal­lern und den Licht­ef­fekten der Raketen. Beim Abschießen von Raketen und Knall­kör­pern sollte daher Rück­sicht auf die Tiere genommen werden.

Bür­ge­rinnen und Bürger sollten ihre Raketen und Knall­körper also nicht in der Nähe von Tieren oder deren Ställen anzünden. Tier­be­sitzer sollten ihre Hunde und Katzen im Haus lassen, Groß­tiere sollten in einem Stall unter­ge­bracht werden.

Feuerwerk, Silvester

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