In diesem Bereich wird die Bundesstraße 1 sechsspurig zur Autobahn 40 ausgebaut. Die vorausgehenden Lärmschutzmaßnahmen in Höhe Wilhelmstraße (rechts) haben planmäßig heute begonnen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

DEGES stellt Brückenbau im Ausschuss vor: In der Bauzeit droht Verkehrschaos

In diesem Bereich wird die Bundesstraße 1 sechsspurig zur Autobahn 40 ausgebaut. Die vorausgehenden Lärmschutzmaßnahmen in Höhe Wilhelmstraße (rechts) haben planmäßig heute begonnen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Brücke Kurze Straße (Standort des Fotografen) wird für den sechsspurigen Ausbau der Bundesstraße 1 zur Autobahn 40 im kommenden Frühjahr für mindestens ein Jahr komplett gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Nordstraße oder den Oelpfad. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

DEGES-Projektleiter Karl-Heinz Aukschun und sein Planer Paul Rehbein stellten heute (8. Oktober) im Planungs- und Bauausschuss die nächsten Baumaßnahmen beim sechsspurigen Ausbau der A44/B1 vor. Absehbar wurde schon dabei, dass insbesondere der Brückenbau und die damit verbundenen Straßensperrungen die innerörtliche Verkehrssituation in Holzwickede dramatisch verschlechtern wird.

Zunächst gingen die DEGES-Vertreter noch einmal auf die geplanten Lärmschutzmaßnahmen auf dem 9,5 km langen Straßenabschnitt zwischen der B236 in Dortmund und dem, Autobahnkreuz Unna ein. Die Lärmschutzwände, mit dessen Bau in Höhe Holzwickede auch schon begonnen wurde, werden zwischen 3,5 und 8 m hoch und wie überall entlang der späteren A40 von Moers bis zum AK Unna einheitlich gestaltet werden: zur Fahrbahn hin überwiegend grün und zu den Anschlussstellen in einem bräunlichen Ton. Alle Brücken an der A40 werden schräge, sich nach oben öffnende Wände aus Ruhrsandstein bekommen.

Ausgelegt sind die Lärmschutzmaßnahmen für die für das Jahr 2020 prognostizierten etwas mehr als 100.000 Kraftfahrzeuge/Tag. Wobei diese Zahlen schon heute nahezu erreicht werden, wie die DEGES-Vertreter erklärten.

Begründung der Lärmschutzwände keineswegs sicher

Ob die Lärmschutzwände nach Fertigstellung begrünt werden, ist noch unklar: Darstellung der Anwohnerseite der Lärmschutzwände aus der DEGES-Präsentation. (Bild: Kolp-Ripke Architekten)

In Holzwickede werden die Lärmschutzwände ab Höhe McDonalds 4,5 m betragen und dann bis zur Kurzen Straße auf die Höhe von 6,5 m ansteigen. Berücksichtigt man die Topografie wird der Lärmschutz sogar an einigen Stellen bis zu 15 m hoch werden. Auch beim Lärmschutz warteten die DEGES-Vertreter mit einer Überraschung auf. Denn hieß es bisher, die Lärmschutzwände werden anschließend begrünt, so stellten sie heute im Ausschuss klar:  Voraussichtlich kann die Anwohnerseite begrünt werden. Doch wer dafür sorgen muss und ob es überhaupt eine Begrünung geben wird, ist noch keineswegs sicher. Der Grund: Die Lämschutzwände gelten als „Ingenieurbauwerk“ und müssen regelmäßigen Kontrollen unterzogen werden, erläuterte Paul Rehbein.  „Das ist aber unter einer Begrünung nicht möglich. Außerdem muss ein etwa ein Meter breiter Sicherheitsweg freigehalten werden, den wir zur Begehung benötigen.“

Noch mehr Freude dürfte während der Brückenbauarbeiten aufkommen in Holzwickede, die erhebliche Beeinträchtigungen mit sich bringen werden: An der Kurze Straße wird die Brücke über die B1, die später zur A40 wird, komplett abgerissen und neu gebaut. Während der gesamten Bauzeit wird die Brücke nicht nutzbar sein und es keine Querungsmöglichkeiten auf der Kurze Straße geben. Auch der Verkehr unter Brücke auf der B1 wird beeinträchtigt, wenn auch nur kurzfristig. Während des Abbruchs der Brücke Kurze Straße wird die B1 darunter vorübergehend komplett gesperrt. In der Zeit der übrigen Bauarbeiten wird es nur eine Teilsperrung auf der B1 geben. Wenn die neue Brücke dann eingeschwenkt werden  kann, muss die B1 erneut für diese Bauphase komplett gesperrt werden. Anschließend kann die neue Brücke dann betoniert werden.

Nach Aussage der DEGES-Vertreter wird es bereits Anfang nächsten Jahres erste Bautätigkeiten an der Brücke Kurze Straße geben. Da die Baufirmen etwas Vorlauf brauchen ist etwa ab März mit der Sperrung der Brücke für die  voraussichtliche Dauer von einem Jahr zu rechnen. Als Umleitung stehen nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung: über die Nordstraße oder den Oelpfad.

Zu- und Abfahrten Nordstraße drei Monate dicht

Die Auf- und Zufahrten der Brücke B1/A40 an der Nordstraße müssen während der Bauzeit für drei Monate komplett gesperrt werden. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Bei den Bauarbeiten an der Brücke über die Nordstraße hat der Verkehr auf der B1 Priorität, so DEGES-Projektleiter Karl-Heinz Aukschun. Der Verkehr auf der B1 wird zunächst auf die Südliche Hälfte der Brücke geführt, während die nördliche Hälfte abgebrochen wird. Parallel dazu wird das neue Ersatzbauwerk gebaut. Wenn die eine Hälfte fertig ist, wird der B1-Verkehr darauf verschwenkt und  die nördliche Hälfte der alten Brücke abgebrochen. Alles das wird außerhalb der Nordstraße passieren. Allerdings wird der ohnehin schon schmale Rad- und Gehweg auf 1,15 m verengt werden müssen.

Während der Bauphase wird die Verkehrssituation sicher nicht besser.“

Karl-Heinz Aukschun

Während der Bauarbeiten wird der Verkehr auf der B1 tageweise komplett gesperrt werden müssen. Auch die vier Auf- und Abfahrten an der Nordstraße, die ansonsten als Rampen zur Baustelle genutzt werden, bleiben für mindestens drei Monate komplett geschlossen. Als Konsequenz aus den Schließungen, das wurde im Ausschuss schon deutlich, dürfte sich der komplette Autobahnverkehr einschließlich aller Lkw während der Sperrzeiten von den beiden nächstgelegenen Ausfahrten Unnaer Kreuz und Dortmund-Sölde  in die Gemeinde Holzwickede wälzen.

„Während der Bauphase wird die Verkehrssituation sicher nicht besser“, erklärte der DEGES-Projektleiter dazu. Deutlicher formulierte es ein Ausschussmitglied: „Da wird morgens in der Bauzeit das reine Chaos ausbrechen, weil der gesamte Lkw-Verkehr der B1 dann aus Sölde durch die Nordstraße mit dem Berufsverkehr fahren wird.“

Zum Zeitplan für die Brücke Nordstraße kann der DEGES-Projektleiter noch nichts Konkretes sagen. Der hänge auch vom Zeitplan für den neuen A40-Anschluss am Oelpfad und die Ostumgehung ab. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt für den Umbau bis zum Autobahnkreuz Unna“, so Karl-Heinz Aukschun. Aufgrund der Klagen im Planfeststellungsverfahren gebe es jedoch „derzeit noch kein klares Planungsrecht“.  Aktuell, so die Verwaltung, „gibt es auch noch keinen Termin beim Verwaltungsgericht“. Deshalb sei der Zeitplan noch völlig offen.

DEGES, Planungs- und Bauausschuss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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