Teaser Aktionsbecken (Foto: Gemeinde Holzwickede()

Corona und Spannungsriss: Saison-Aus für Freibad Schöne Flöte immer wahrscheinlicher

Flickenteppich mit erheblichem Schaden: Der neue Spannungsriss im Aktionsbecken der Schönen Flöte zieht sich auf ganze Länge durch den 25 m langen Beckenboden. (Foto: Gemeinde Holzwickede)
Flicken­tep­pich mit erheb­li­chem Schaden: Der neue Span­nungs­riss im Akti­ons­becken der Schönen Flöte zieht sich auf ganze Länge durch den 25 m langen Becken­boden. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Die Frei­bäder in NRW sollen am 20. Mai unter strengen Auf­lagen wieder eröffnet werden können. Doch dass die Bade­saison 2020 im Freibad Schöne Flöte kom­plett aus­fällt, wird immer wahr­schein­li­cher. Wie Betriebs­leiter Stefan Peters­mann im Haupt- und Finanz­aus­schuss gestern (14.5.) mit­teilte, liegt dies jedoch nicht allein an dem defekten Akti­ons­becken. Viel­mehr fehlen noch immer detail­lierte Aus­füh­rungs­be­stim­mungen des Landes zur Hygiene und Sicher­heit wäh­rend der Corona-Pan­demie. Solange aber frag­lich ist, ob für die Sicher­heit der Besu­cher gesorgt ist, “kann das Bad nicht eröffnet werden“, so Peters­mann. Unab­hängig davon tauchte am Mitt­woch voriger Woche mor­gens um 8 Uhr mit einem lauten Knacken noch ein ganz anderes Pro­blem auf: ein 25 Meter langer Span­nungs­riss im Akti­ons­becken.

Gegen diesen Riss im „Herz­stück“ des Frei­bades, so Peters­mann, nimmt sich der Haar­riss im Nicht­schwim­mer­becken, der den Sai­son­start voriges Jahr um Monate ver­zö­gerter, wie eine Lap­palie aus. „Die Tiefe und Hef­tig­keit des Risses ist enorm“, so der Bäder­chef. Gestern war der Sach­ver­stän­dige einer Fach­firma da, um den Schaden in dem Akti­ons­becken zu begut­achten.

GFK-Becken schon über 20 Jahre alt

Klar ist, dass der Schaden nicht von uns in Eigen­ar­beit repa­riert werden kann“, betonte Peters­mann. Die Fach­firma wird nun ein Angebot erstellen, was eine Repa­ratur kosten würde. Ob sich eine Repa­ratur des immerhin schon über 20 Jahre alten GFK-Beckens über­haupt noch lohnt, muss dann die Politik ent­scheiden. Peters­mann will aber auch noch wei­tere Exper­tise und Ange­bote ein­holen. „Ich hoffe, Ihnen dann im näch­sten Betriebs­aus­schuss am 16. Juni belast­bare Infor­ma­tionen geben zu können“, so Stefan Peters­mann gestern im Aus­schuss.

Die Frak­tionen zeigten sich ganz und gar nicht amü­siert. „Damit sind wir über­haupt nicht ein­ver­standen“, meinte etwas CDU-Spre­cher Frank Laus­mann. „Überall werden jetzt die Bäder wieder auf­ge­macht und wir wollen erst Mitte Juni über eine Repa­ratur ent­scheiden? Die wird ver­mut­lich min­de­stens noch sechs dauern – und dann ist die Saison vorbei.“

Was der Bäder­chef auch unver­blümt ein­räumte: „Wir gehen wohl nicht mehr in diese Bade­saison“, glaubt Peters­mann. „Das hängt aber eher mit den Corona-Maß­nahmen zusammen.“

Von dem Vor­schlag, das Freibad not­falls auch ohne Akti­ons­becken zu öffnen, hält der Bäder­chef nicht viel: „Das Akti­ons­becken ist doch das Herz­stück des Frei­bades. Dort ziehen die Früh­schwimmer mor­gens ihre Bahnen. Ich kann mir nicht vor­stellen, dass alle Schwimmer das unbe­heizte Schwim­mer­becken nutzen.“

Aktionsbecken ist das „Herzstück“ des Bades

Das große Becken können zwar theo­re­tisch auch beheizt werden, aber es ent­hält die 20fache Menge Wasser des Akti­ons­beckens. „Das Schwim­mer­becken auf­zu­heizen wäre eine enorme betriebs­wirt­schaft­liche Her­aus­for­de­rung. Trotzdem wären die 20 bis 22 Grad, die mor­gens die Früh­schwimmer gewohnt sind, gar nicht drin.“

Auch eine pro­vi­so­ri­sche Repa­ratur scheidet nach Aus­sage von Stefan Peters­mann aus: „Wenn über­haupt, würde dafür jeg­liche Gewähr­lei­stung von der Firma abge­lehnt.“

Noch kein Kon­zept und keine Vor­gaben und die Eröff­nung steht in den Sternen“, wun­derte sich SPD-Spre­cher Michael Klim­ziak. „Ich frage mich, warum alle anderen Bäder dann öffnen können? Oder sind wir schon soweit, dass das Bad gar nicht mehr eröffnet werden soll?“

Das Feri­en­spaß-Pro­gramm. Der Kin­de­trö­del­markt und auch alle anderen Ver­an­stal­tungen für Kinder sind in diesen Corona-Zeiten bereits abge­sagt, erin­nerte Klim­ziak. „Des­halb erwarte ich ein Kon­zept, wie es gehen kann und nicht, wie es nicht gehen kann.“ 

Immerhin: Kiosk nächste Woche am richtigen Platz

Gespräche, etwa mit dem Kreis-Jugendamt, über mög­liche Ersatz­an­ge­bote für die abge­sagten Kin­der­be­lu­sti­gungen sind noch nicht geführt worden, sollen aber nach­ge­holt werden, räumte Holzwickedes Bei­geord­neter Bernd Kasischke ein. „Dass wir Kin­dern in diesem Jahr sowenig bieten können, ist wirk­lich uner­träg­lich.“

Immerhin eine posi­tive Nach­richt gab es dann doch noch von Stefan Peters­mann: Der Kiosk-Con­tainer, der noch immer auf dem Park­platz vor dem Bad steht, soll Ende näch­ster Woche end­lich auf seinem Standort im Freibad auf­ge­stellt sein.

Geliefert, aber die Montage ist nicht möglich: Der neue Kiosk-Container für das Freibad Schöne Flöte passt nicht durch die Zufahrt ins Bad und muss deshalb auf dem Parkplatz davor zwischengelagert werden bis eine Lösung gefunden ist. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Immerhin: Der Kiosk-Con­tainer, der noch immer auf dem Park­platz vor dem Bad steht, soll Ende näch­ster Woche auf dem rich­tigen Standort im Freibad Schöne Flöte stehen. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Spannungsriss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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