Informativer Besuch für den "Pluspunkt Familie" bei der Gant Dach GmbH, vorne, von li.: Die Mitarbeiterinnen Vincenza Wielgosz und Sabrina Lumsdon mit HR Coordinatorin Bianca Heinmann (HR Coordinator) - dahinter, von li.: Martina Leyer (Arbeitsagentur), HR Director Ferdese Bazih-Redzepi (HR Director) und Mathias Müller (WFG Kreis Unna) auf der Dachterrasse des Unternehmens . (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Corona-Pandemie als Treiber: In der GANT Dach GmbH wird Familienfreundlichkeit großgeschrieben

Informativer Besuch für den "Pluspunkt Familie" bei der Gant Dach GmbH, vorne, von li.: Die Mitarbeiterinnen Vincenza Wielgosz und Sabrina Lumsdon mit HR Coordinatorin Bianca Heinmann (HR Coordinator) - dahinter, von li.: Martina Leyer (Arbeitsagentur), HR Director Ferdese Bazih-Redzepi (HR Director) und Mathias Müller (WFG Kreis Unna) auf der Dachterrasse des Unternehmens . (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Informativer Besuch für den „Pluspunkt Familie“ bei der GANT Dach GmbH, vorne, von li.: Die Mitarbeiterinnen Vincenza Wielgosz und Sabrina Lumsdon mit HR Coordinatorin Bianca Heinmann (HR Coordinator) – dahinter, von li.: Martina Leyer (Arbeitsagentur), HR Director Ferdese Bazih-Redzepi (HR Director) und Mathias Müller (WFG Kreis Unna) auf der Dachterrasse des Unternehmens . (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Fachkräfte entscheiden sich heute längst nicht mehr allein anhand des Gehaltes für einen Arbeitgeber. Faktoren wie Lebensqualität und Familienfreundlichkeit spielen eine immer größere Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen. Das Bündnis für Familie, das Jobcenter, die Arbeitsagentur und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna zeichnen auch in diesem Jahr wieder familienorientiertes Firmenengagement mit dem „Pluspunkt Familie“ aus. 26 Unternehmen, Einrichtungen und Verbände sind im Rennen um den „Pluspunkt Familie“ und wollen als familienfreundliches Unternehmen im Kreis Unna 2021 ausgezeichnet werden. Als einziges Unternehmen aus Holzwickede hat sich auch die GANT Dach GmbH aus dem Eco Port beworben.

Matthias Müller (WFG) und Martina Leyer (Arbeitsagentur) besuchten gestern das Unternehmen an der Gottlieb-Daimler-Straße und ließen sich von den beiden Personalverantwortlichen Ferdese Bazih-Redzepi und Bianca Heinemann erläuterten, wie das familienfreundliche Engagement bei GANT aussieht.

Bewerbung um Auszeichnung „Pluspunkt Familie“

GANT ist ein schwedisches Modeunternehmen mit amerikanischen Wurzeln in Besitz des Handelskonzerns Maus Frères Holding. Am Standort Holzwickede befindet sich die Zentrale der GANT Dach GmbH mit knapp 70 Beschäftigten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 500 Mitarbeitende, einschließlich der schwedischen Mutter insgesamt 2.500 Beschäftigte hat.

„Für mich als dreifache Mutter, die 25 Stunden Teilzeit arbeitet, ist Familienfreundlichkeit auch persönlich ein großes Thema“, räumt HR Coordinatorin Bianca Heinemann ein. Die Corona-Pandemie sei aber nicht nur eine große Herausforderung für die Beschäftigten und das Unternehmen, sondern auch Treiber gewesen. „In den zurückliegenden eineinhalb Jahren hat sich viel getan bei uns. Corona hat da noch einmal einen ganz besonderen Push gegeben“, bestätigt auch Ferdese Bazih-Redzepi. „Die Frage war für uns war: Wie schaffen wir es, unsere Angebote nicht nur hier in der Zentrale, sondern auch dezentral für unsere Beschäftigten zu machen.“

Dezentrale Umsetzung der Angebote wichtig

„Wir haben superschnell und flexibel auf die Pandemie reagiert. Innerhalb kürzester Zeithatten wir unsere Mitarbeitenden für das mobile Arbeiten zu Hause mit allem Notwendigen ausgestattet“, berichtet Bianca Heinemann. Ob Hardware oder Bürostühle, ein zweiter Bildschirm oder Headsets – was immer zu Hause fehlte, sei den Beschäftigten schnellstens gestellt worden. Schon länger wurde Microsoft Teams für die interne Kommunikation genutzt. Falls nötig wurden dazu auch noch Schulungen angeboten.

„Aktuell haben wir einen Mix aus mobilen Arbeitstagen und Präsenztagen. Das hybride Arbeiten ermöglicht unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowohl die notwendige Flexibilität als auch den persönlichen Austausch mit den Kollegen“, bestätigt Bianca Heinemann.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch die Informationen zu stärken, hat das Management einen wöchentlichen Corona-Newsletter für die Mitarbeiter geschaffen. Hier gibt es Tipps für Väter und Mütter, wird erklärt, warum Pausen wichtig sind und wie sie geplant werden oder werden auch Ernährungstipps gegeben. „So haben wir auch schon sehr frühzeitig über unseren Betriebsarzt Impfangebote gemacht“, meint Bianca Heinemann. Die Impfungen innerhalb der bezahlten Arbeitszeit zu einem Zeitpunkt, als Impfstoff noch Mangelware waren, seien auch „sehr gerne angenommen“ worden.

Flexibles Arbeitszeitmodell umgesetzt

Unser Hybrides Arbeitsmodell – Wechsel zwischen mobilem Arbeiten und Präsenztage funktioniert gut – „Vor Corona hatten wir bereits Gleitzeit. Jetzt überlegen wir, wie wir wieder mehr Begegnungs- zeiten schaffen können und ob eine Aufhebung der Kernarbeitszeit grundsätzlich für die Zukunft denkbar wäre. Für uns steht fest, ein Plausch an der Kaffee-Maschine ist für ein erfolgreiches Miteinander genauso wichtig, wie ein effizienter Team-Call“, sagt Ferdese Bazih-Redzepi.

„Zunächst bietet GANT seinen Beschäftigten im Homeoffice jetzt zwei Präsenztage, den Montag und Dienstag, an. „Wer will, kann aber immer ins Büro kommen“, so die Personalmanagerin. Doch auch der soziale Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz ist vielen Beschäftigten wichtig. Etwa Vincenza Wielgosz, die aus der Elternzeit gerade zurückgekehrt ist oder Sabrina Lumsdon, die nach ihrer Elternzeit wieder wieder zurück in Vollzeit gestartet ist. Beide haben sich sehr über den Parentel Day gefreut, den das Unternehmen einmal im Jahr anbietet: „Ich war froh, wieder einmal etwas von der Firma zu hören“, sagt Sabrina Lumsdon. „Und ich glaube, auch die Firma war umgekehrt froh, wieder von mir zu hören, beispielsweise wie ich mir meinen Wiedereinstieg vorstelle. Es hat sich ja in dem Jahr, wo ich in Elternzeit war, so viel verändert.“

Beschäftigte auch auch in Elternzeit abholen

„Es war mir sehr wichtig, auch die Mitarbeiter in Elternzeit abzuholen“, meint HR Director Ferdese Bazih-Redzepi dazu. Vor Corona sei das für alle Beschäftigten, auch die in Österreich und der Schweiz, etwas schwierig gewesen. „Corona hat hier die Optimierung erleichtert.“

Sehr schnell hat man in der Geschäftsführung aber auch gemerkt, dass es wichtig ist, die eigenen Beschäftigten mit ihren besonderen Problemen in der Coronakrise nicht allein im Homeoffice zu lassen: Mitarbeiter meldeten sich und klagten psychische Belastungen und andere typische Probleme.

Diese Hilfe dezentral und anonym für alle zu organisieren, war eine große Herausforderung, wie die beiden Personalverantwortlichen erläutern. Als wichtigstes Instrument dazu wurde die digitale Plattform Voiio geschaffen, die eine zentrale Anlaufstelle für alle Anliegen, Probleme und Sorgen der Mitarbeitenden bei GANT ist. „Jeder Beschäftigte bis hin zur Aushilfskraft hat Zugang zu dieser Plattform“, erklärt Bianca Heinemann.

„Wer möchte, kann sich auch Betreuungszeiten oder Nachhilfeangebote für seine Kinder buchen.“

– Bianca Heinemann (Human Resources Coordinator)

Die Mitarbeiter finden darauf Hilfe zu Problemen in allen Lebenslagen. Die Plattform ist zielgruppenorientiert aufgebaut, etwa für Schulkinder und Jugendliche, Ehe und Partnerschaft, Babys und Kinder, pflegende Angehörige, Schwangere usw. Zu allen Bereichen sind Ansprechpartner, externe Berater oder zertifizierte Coaches zu finden. Auch Workshops zur Finanzberatung, Paarthemen, Haustieren oder klassische Yogakurse sind hinterlegt. „Wer möchte, kann sich auch Betreuungszeiten oder Nachhilfeangebote für seine Kinder buchen“, sagt Bianca Heinemann. Kosten für Mitarbeiter entstehen dabei nicht. GANT hat eine Jahresflat dieser externen Mitarbeiterberatung gebucht.

Externe Mitarbeiterberatung für alle Problemlagen

„Ganz wichtig: Das Unternehmen sieht nicht, wer, was wählt oder sich eingeloggt hat“, versichert die Personalmanagerin. Diese externe Mitarbeiterberatung in Form eines Empolyee Assistance Program (EAP) sei für die Beschäftigten ebenso wie für das Unternehmen „eine sehr große Hilfe“, versichert Bianca Heinemann. „Viele Präsenzthemen sind damit nicht mehr gegeben.“

Auf großen Widerstand sind die beiden Personalmanagerinnen in ihrem Unternehmen bei der Umsetzung solcher familienfreundlicher Maßnahmen nicht gestoßen, wie Bianca Heinemann und Ferdese Bazih-Redzepi übereinstimmend versichern. „Dabei spielt sicher eine Rolle, dass unsere Mutter in Schweden sitzt, wo man schon traditionell familienfreundlich eingestellt ist. Aber auch unser Geschäftsführer Peter Hoever ist ein Familienmensch. Beides merkt man einfach. Hürden haben wir keine gespürt.“

Ob die Maßnahmen bei GANT auch die Jury im Wettbewerb um den „Pluspunkt Familie“ überzeugen, bleibt abzuwarten. Mit einer Entscheidung ist frühestens im November zu rechnen.

GANT, Pluspunkt Familie


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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