Die Containeranlage auf dem Parkplatz am Stadion Schulzentrum. Zunächst sollen hier 16 Personen untergebracht werden. In dem Container ganz links sind die Sanitäranlagen untergebracht. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Container-Anlage am Aachener Weg: Gemeinde will Vorschläge der Flüchtlingshelfer und Anlieger umsetzen

Die Containeranlage auf dem Parkplatz am Stadion Schulzentrum. Zunächst sollen hier 16 Personen untergebracht werden. In dem Container ganz links sind die Sanitäranlagen untergebracht.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Containeranlage auf dem Parkplatz am Stadion Schulzentrum. Zunächst sollen hier 16 Personen untergebracht werden. In dem Container ganz links sind die Sanitäranlagen untergebracht. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Dass auf dem Parkplatz am Sportplatz Schulzentrum Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht werden sollen, ist schon länger bekannt. Inzwischen sind dort zehn Container aufgebaut, in denen zunächst 16 Personen Platz finden sollen. Die Option für 20 weitere Personen ist vorgesehen. Anfang des Monats hatte die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Holzwickede“ die Anwohner aus der direkten Nachbarschaft zu einem Gespräch über die geplante Unterbringung der Geflüchteten gebeten,  die voraussichtlich nicht nur aus der Ukraine kommen werden.

„Es ging um die Frage, was passieren muss, bevor die Container bezogen werden können“, meint Marie-Luise Wehlack, die gemeinsam mit Roswitha Göbel-Wiemers an dem Gespräch teilgenommen hat. Wehlack wohnt selbst in der Nachbarschaft und ist auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig.

Treffen der Initiative mit Nachbarn vor Ort

„Die Anlieger haben auch zahlreich an dem Treffen teilgenommen, darunter auch aus dem Aachener Weg und besonders viele junge Paare“, freute sich Marie-Luise Wehlack. Statt gegen das Vorhaben Front zu machen und zu protestieren, hätten die Anlieger durchaus auch Verständnis gezeigt und sich inhaltlich mit der Problematik auseinandergesetzt, berichtet Wehlack.

Schließlich hätten sich drei wichtige Aspekte ergeben, die nach Ansicht der Flüchtlingshelfer und Anlieger vor dem Bezug der Container zu klären sind.

  1. Der vielleicht wichtigste ist der Sicherheitsaspekt: „Bevor Menschen in die Menschen einziehen, muss Sicherheit für sie geschaffen werden“, sagt Wehlack. „Der Standort der Container wird nach wie vor als Parkplatz für die Sportstätte, die Kleinschwimmhalle und die Bücherei. Da gibt es eine viel genutzte Zufahrt und ständigen Autoverkehr. Ohne Flutlicht ist es abends auf dem Platz stockduster.“ Natürlich sollten die Bewohner nicht hinter Zäunen eingesperrt werden, so Marie-Luise Wehlack weiter. „Inzwischen sind wohl auch schon Scheinwerfer an den Containern installiert worden. Trotzdem ist noch irgendeine Absicherung nötig, um die Bewohner der Container vor dem Autoverkehr zu schützen.“
  2.  „Der Parkplatz muss auch noch befestigt werden. Ausgerechnet direkt vor den Containern gibt es eine riesige Pfütze. Wir können ja schlecht die Menschen dort in der Matsche herumlaufen lassen“, nennt Marie-Luise Wehlack einen weiteren wichtigen Punkt.
  3.  Schließlich können sich die Bewohner der Container nirgendwo zusammen hinsetzen, unterhalten oder treffen. „Ist sollte doch möglich sein, ihnen in der Nähe einen Gemeinschaftsraum oder Platz für die Begegnung anzubieten“, meint Wehlack und fragt. „Sollen wir die Flüchtlinge etwa im strömenden Regen auf dem Parkplatz willkommen heißen?“

Diese kurze To-Do-Liste haben die Flüchtlingshelfer nach ihrem Treffen mit den Anliegern der Gemeinde zukommen lassen, in der Hoffnung, dass die Missstände noch beseitigt werden vor der Ankunft der ersten Flüchtlinge. Verbunden mit der Bitte, die Flüchtlingshelfer vor Ankunft der Flüchtlinge zu informieren, damit man die geflüchteten Menschen rechtzeitig willkommen heißen kann.

To-Do-Liste vor Ankunft der Flüchtlinge

Im Fachausschuss am Montag fragte Marie-Luise Wehlack noch einmal nach, ob die Liste angekommen ist: „Wir würden uns freuen, wenn die Punkte der Liste noch umgesetzt würden. Dann werden wir die ankommenden Menschen auch gerne mit einem heißen Getränk herzlich willkommen heißen.“

In der Sitzung bestätigte die Verwaltung lediglich des Fragenkatalogs der Flüchtlingshelfer. Auf Nachfrage des Emscherblogs versicherte die zuständige Fachbereichsleiter Stefan Heinrichs: „Selbstverständlich werden wir versuchen, alles, was möglich ist, von dem Vorschlagskatalog umzusetzen. Die verschiedenen Fachbereiche, in deren Verantwortung das liegt, prüfen das gerade.“

Aachener Weg, Container, Flüchtlinge


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (3)

  • Wenn ich das hier lese bekomme ich …..ach was weiß ich nicht alles!
    Komisch wo sind die Einladung an die Anwohner in der direkten Nachbarschaft denn gelandet? Im Postkasten nicht! Oder gibt es keine normalen Briefe mehr die im Postkasten landen?

    Eine große Frage tut sich mir auf….wenn der Standort und die äußeren Umstände wie z.B. Lichtquelle; Pfützen, kein Platz für öffentliche Treffen sowie Sicherheit durch Verkehr von vorneherein nicht gegeben sind und auch jetzt noch nicht, sondern erst noch Instandsetzungen sowie Installationen vorgenommen werden müssen……warum wählt man nicht von von vornherein einen anderen Standort mit mehr Platz (freie Fläche), bessere Verkehrsanbindungen, geplasterte Wege etc. das vesteht kein normaler Mensch. Fazit: Unüberlegt und planloses Handeln.

    Hinweis: Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene die den Sportplatz sowie die Kleinschwimmhalle besuchen bzw. besuchten durfte im dunkeln durch Pfützen und auf unbefestigten Wegen mit Autoverkehr jahrzehntelang diesen Park-Platz
    benutzen. Komisch!

    Ich bin aber dankbar, dass wir so eine offene Gemeinde sind und das es Flüchtlingshilfe mit engagierten Helfern in unserer Gemeind gibt!
    Danke dafür.

  • Wir nehmen jeden auf, wir geben leistungslos Geld an Leute, die noch nie etwas in das System eingezahlt haben, gleichzeitig wird das Leben für alle so teuer, dass man kaum über den Monat kommt-wie das enden soll ist fraglich.

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