CDU und Grüne auch in Holzwickede die Gewinner der Landtagswahl: SPD gewinnt nur fünf Wahlbezirke

Die Wahllokale in Nordrhein-Westfalen sind geschlossen und schon nach den ersten Hochrechnungen zeigte sich: Die CDU und die Grünen gehen als klare Sieger aus der Landtagswahl hervor. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die CDU 35,8% der Stimmen, die SPD 26,7 % (-4,4%) und die Grünen 18,1% (+11,7%). Die AfD schaffte es mit 5,8% (-1,6%) wieder in den Landtag, ebenso wie die FDP mit 5,6%, die aber 7% verloren. Die Linke erzielte mit 2,1% (-2,8%) ein noch schlechteres Ergebnis als bei der Wahl 2017. In der Gemeinde Holzwickede stimmten die Wählerinnen und Wähler ganz dem Landestrend entsprechend ab. Mit 59,26% war die Wahlbeteiligung in der Gemeinde relativ niedrig.

Auch in der Emscherquellgemeinde erhielten die Christdemokraten mit 34,39% die meisten Zweitstimmen und legten gegen der Wahl vor fünf Jahren mit +6,67& sogar noch deutlich zu als auf Landesebene. Umgekehrt büßte die SPD in Holzwickede ziemlich genau wie im Land -4,46% ein und landete nur bei 31,38%.

Die Grünen legen mit 9,47% am stärksten zu

Den größten Zuwachs an Zweitstimmen konnten in Holzwickede auch die Grünen erzielen, die satte +9,47% hinzu gewinnen konnten und mit 15,41% ihr besten Ergebnis überhaupt schafften. Große Enttäuschung dürfte sich dagegen bei den Liberalen breit machen. Die FDP holte in Holzwickede insgesamt nur magere 5,68% der Zweitstimmen und verlor damit  -8,48% gegenüber der Landtagswahl 2017. In vielen Wahllokalen, etwa im ev. Jugendheim, dem Seniorenheim Neue Caroline oder der Paul-Gerhardt-Schule, landeten die Liberalen damit sogar noch deutlich hinter der AfD, die insgesamt jedoch nur 5,11% erzielte und damit auch -2,13% Stimmen einbüßte.

Marcal Zilian (CDU) überraschen stark

Eine Überraschung ist sicherlich auch das gute Abschneiden des Newcomers der CDU unter den Direktkandidaten im Südkreis (Unna I). Denn Marcal Zilian nutzte sein Heimspiel und holte 34,05% der Erststimmen in Holzwickede und erwies sich damit als härterer Konkurrent des SPD-Landtagskandidaten als viele erwartet haben. Hartmut Ganzke konnte sich dennoch knapp mit 34,92% der Erststimmen in Holzwickede gegen seinen jüngeren Mitbewerber durchsetzen.

Hans-Christian Hierweck (Die Grünen) erhielt mit 14,58% ebenfalls ein sehr achtbares Ergebnis. Susanne Schneider, die erneut für die FDP kandidierte, erhielt lediglich 5,80% der Erstimmen in Holzwickede. Der AfD-Kandidat Jürgen Chmielecki, der im Wahlkampf kaum zu sehen war, landete bei 4,86%, die Kandidatin der Linken, Anke Willnat, bei 1,56%.

Hartmut Ganzke schafft wieder Sprung in Landtag

Mit einem Gesamtergebnis im Wahlkreis Unna I von 36,85% schaffte Hartmut Ganzke (SPD) erneut den Sprung in den Landtag und setzte mit diesem Ergebnis wesentliche deutlicher gegen seinen jüngeren CDU-Mitbewerber Marcal Zilian durch, der lediglich 29,65% erzielte. Hans-Christian Hierweck (Die Grünen) erzielte 16,99%, die Liberale Susanne Schneider 5,62%, der AfD-Kandidat Jürgen Chmielecki 5,19% und Anke Willnat (Die Linke) 2,10%

Im übrigen Kreis setzte sich im Wahlkreis Unna II der SPD-Kandidat Rainer Schmeltzer mit 37,43% gegen die CDU-Kandidatin Ina Scharrenbach (32,27%) durch. Bei den Zweitstimmen in diesem Wahlkreis liegt die CDU (33,65%) allerdings knapp vor der SPD (32,90%).

Im Wahlkreis Unna III/Hamm II setzte sich die SPD-Kandidatin Silvia Gosewinkel (43,19%) klar gegen den CDU-Bewerber Torsten Goetz (27,53%) durch. Auch bei den Zweitstimmen ging der Wahlbezirk mit 39,46% klar an die SPD. Die CDU konnte hier nur 28,25% erzielen.

Wahlbezirke in Holzwickede: Zweitstimmen

Wahlbezirke in Holzwickede: Erststimmen

Landtagswahl 2022


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (2)

  • Wahlbeteiligung ist eine Katastrophe
    Knapp 60 Prozent der Wahlberechtigten haben in Holzwickede gewählt, d.h. mehr als jede/ Dritte hat das Wahlrecht nicht genutzt. Das ist das eigentlich katastrophale Ergebnis dieser Landtagswahl.
    Wenn Menschen ihr in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten mühsam erstrittenes allgemeines Wahlrecht nicht mehr nutzen, ist etwas grundlegend „falsch im Staate Dänemark“ (bei uns).
    Es ist mehr als dringend, dass die Parteien in unserem Lande endlich darüber nachdenken, wie wieder mehr Menschen zur Wahl gehen. Meine Großmutter jedenfalls hatte angesichts einer solchen Wahlbeteiligung die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Vielleicht ist die Wahlpflicht doch eine Option.

  • Hallo Herr Behr,

    Die Menschen sind halt sehr zufrieden. Es geht Ihnen gut.
    Wählen ist daher nicht mehr wichtig

    Mit freundlichen Grüßen

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