Studium läuft nicht? Ausbildung als Chance nutzen

Die Handwerkskammer (HWK) und die Industrie- und Handwerksmammer (IHK) zu Dortmund laden zur ersten „FuckUp Night“ in Dortmund ein. Junge Menschen, die an ihrem Studium (ver)zweifeln, für eine duale Berufsausbildung als eine attraktive Alternative begeistern – das wollen die HWK und IHK zu Dortmund mit einem neuen Format erreichen: der ersten sogenannten FuckUp Night (engl. für versagen, scheitern).

Am Dienstag, 24. März, in der Szenegastronomie Subrosa in Dortmund werden vier Speaker kurz und knapp berichten, warum sie ihr Studium aufgegeben haben und wie sie mit einer dualen Berufsausbildung beruflich erfolgreich wurden. Die FuckUp Night beginnt um 18 Uhr und richtet sich sowohl an Studienabbrecher, als auch an Studierende, die mit dem Gedanken spielen, neue Wege einzuschlagen. Nähere Informationen und Anmeldungen bei Jasmin Azer, Tel. 0231 5 41 74 16, E-Mail: j.azer@dortmund.ihk.de.

  • Termin: Dienstag (24. März), Subrosa, Gneisenaustraße 56 in Dortmund

Der Termin für die Nachfragebündelung ist verstrichen. Im 3. Quartal will die Muenet GmbH Vertragspartner mit einer mindestens 100 Mbit/s Datenleitung versorgen. (Foto: Kreis Unna - Hans-Peter Reichartz)

Fristende für Anträge: Maximal 125 Nutzer dürfen sich auf schnelles Internet freuen

Der Termin für die Nachfragebündelung ist verstrichen. Im 3. Quartal will die Muenet GmbH Vertragspartner mit einer mindestens 100 Mbit/s Datenleitung versorgen. (Foto: Kreis Unna - Hans-Peter Reichartz)
Der Termin für die Nachfragebündelung ist verstrichen. Im 3. Quartal will die Muenet GmbH Vertragspartner mit einer mindestens 100 Mbit/s Datenleitung versorgen. (Foto: Kreis Unna – Hans-Peter Reichartz)

Noch ist die Glasfasertrasse, die aus Fröndenberg in Richtung Opherdicke und Hengsen von der Muenet GmbH verlegt wird, gar nicht auf Holzwickeder Gebiet angekommen, wie Projektleiter Tobias Ostendarp einräumt. In wenigen Tagen soll dies jedoch der Fall sein und ab dem dritten Quartal dieses Jahres soll dann auch endgültig das Zeitalter des „schnellen Internet“ in Holzwickede anbrechen – zumindest für die maximal 125 Nutzer in den förderfähigen Bereichen der Gemeinde.

Diese Nutzer befinden sich – bis auf wenige Gewerbetriebe im Norden – hauptsächlich in den südlichen Außenbereichen, wo sie bisher in den langsamsten Niederungen des weltweiten Internets verharren müssen. Dass wird nach dem Ausbau mit stabilen Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s endgültig der Vergangenheit angehören.

Im ersten Jahr 9,90 Euro für Internetanschluss

Die im Münsterland ansässige Muenet GmbH, die den mit 2,6 Mio. Euro geförderten Ausbau Netzausbau in Holzwickede übernommen hat, nachdem sich in einer ersten Ausschreibungsrunde kein Interessent gefunden hatte, hat inzwischen alle Haushalte mit förderfähigen Adressen angeschrieben und ihre Angebote unterbreitet.

Für einen schnellen Internetanschluss sind im ersten Jahr 9,90 Euro im Monat fällig, danach kostet der reine Internetanschluss 45 Euro im Monat bei einer Flatrate mit 100 Mbit/s Down- und Upload für 200 Mbit/s sind zehn Euro mehr fällig. Hinzu kommen, falls nicht vorhanden, die Kosten für den Router (ca. 130 bis 200 Euro).

Wer zusätzlich einen Telefonanschluss und/oder TV-Anschluss wünscht, zahlt entsprechend mehr. Wobei die Muenet mit ihren Preisen auf einem durchaus ähnlichen Niveau wie ihre Mitbewerber in anderen Kommunen liegt.

Keine gesonderte Informationsveranstaltung

Die Vertreter aus Politik, Verwaltung, Fördermittelgebern und beteiligten Firmenvertreter vcollzogen heute den symbolischen ersten Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes ind er Gemeinde Holzwickede. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Die Vertreter aus Politik, Verwaltung, Fördermittelgebern und beteiligten Firmenvertreter beim symbolischen ersten Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde Holzwickede. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Eine gesonderte Informationsveranstaltung, wie sie von der Muenet in anderen Kommunen durchgeführt wurde, wird es in Holzwickede nicht geben, wie Projektleiter Ostendarp auf Nachfrage erklärt. Vermutlich ist der potenzielle Kundenkreis in der Emschergemeinde dafür dann doch zu klein.

Wie Ostendarp bestätigt, sind aber inzwischen eine ganze Reihe von Verträgen aus Holzwickede eingegangen. Wie viele genau will er nicht sagen. „Erfahrungsgemäß erreichen uns aber auch noch etwas später einige Verträge. Alle eingegangenen Verträge werden jetzt noch von uns geprüft, ob es sich auch tatsächlich um Antragsteller aus den förderfähigen Bereichen handelt.“

Die Koordinaten für die förderfähigen Adressen in Holzwickede stehen exakt und unverrückbar fest und können auf der Internetseite der Muenet eingesehen werden.. Was mit Anträgen von Haushalten außerhalb dieser Koordinaten geschieht? „Wir werden da in Gespräche einsteigen, ob eine Erweiterung des Gebietes möglich ist“, sagt Tobias Ostendarp.

Ohne Nachfragebündelung wird’s teuer

Klar ist, dass die erste Frist für eine Nachfragebündelung (15. 1.) vorige Woche abgelaufen ist. Bis zu diesem Termin erhob die Muenet nur eine einmalige Anschlussgebühr von 49 Euro pro Anschluss. Wer jetzt noch einen Glasfaseranschluss haben möchte, zahlt einmalig mindestens 3.000 Euro Anschlussgebühr, die man sich mit viel Glück mit möglicherweise anschlusswilligen Nachbarn teilen kann.

Wie der lokale Wirtschaftsförderer Stefan Thiel weiß, könnte etwa das Gebiet Ostendorf und Mühlenstraße dafür infrage kommen.  „Der gesamte Bereich dort zählt nicht zu den förderfähigen Adressen. Allerdings wird dort in unmittelbarer Nähe die Glasfasertrasse verlaufen.“ Deshalb könnten sich die Nutzer aus diesem Bereich zusammentun und einen Antrag stellen, um möglicherweise eine nachträgliche Nachfragebündelung zu erreichen.

Immerhin: Alle Haushalte in Holzwickede, die außerhalb des förderfähigen und von der Muenet mit Glasfaser versorgten Bereichs liegen, können nach Angaben des Wirtschaftsförderers über eine mindestens 30 Mbit/s schnelle Datenleitung verfügen.

Ausbildungskoordinatorin Silke Clare und Ausbildungsleiter Bernd Ossenberg sowie Geschäftsführer Udo Mager gratulieren den erfolgreichen Auszubildenden (m. Blumen) Maximilian Zimmermann, Zsofia Vari, Lara Bollmann und Mark Linnenbrügger (v.li.) - (Foto: Airport Dortmund)

Flughafen-Azubi beenden Ausbildung erfolgreich

Ausbildungskoordinatorin Silke Clare und Ausbildungsleiter Bernd Ossenberg sowie Geschäftsführer Udo Mager gratulieren den erfolgreichen Auszubildenden (m. Blumen) Maximilian Zimmermann, Zsofia Vari, Lara Bollmann und Mark Linnenbrügger (v.li.) -  (Foto: Airport Dortmund)
Ausbildungskoordinatorin Silke Clare und Ausbildungsleiter Bernd Ossenberg sowie Geschäftsführer Udo Mager gratulieren den erfolgreichen Auszubildenden (m. Blumen) Maximilian Zimmermann, Zsofia Vari, Lara Bollmann und Mark Linnenbrügger (v.li.) – (Foto: Airport Dortmund)

Flughafengeschäftsführer Udo Mager, Ausbildungsleiter Bernd Ossenberg und Ausbildungskoordinatorin Silke Clare gratulierten heute (20. Januar) dem Flughafen-Nachwuchs: Nach zweieinhalb Jahren Vorbereitung haben alle Flughafen-Azubis erfolgreich ihre Ausbildung zum/r Servicekaufmann/-frau im Luftverkehr beendet. Maximilian Zimmermann, Zsofia Vari, Lara Bollmann und Mark Linnenbrügger sind nun für zahlreiche Aufgabenfelder gerüstet. 

Geschäftsführer Udo Mager ist stolz auf die ehemaligen Auszubildenden: „Mit der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Servicekauffrau/-mann im Luftverkehr sind unsere Auszubildenden echte Allrounder und können in unterschiedlichsten Feldern eingesetzt werden. Damit werden sie zu wertvollen Mitarbeitenden des Flughafens, die das gesamte Geschehen am Airport kennen.“ Im Zuge der Ausbildung durchlaufen die Nachwuchskräfte alle relevanten Flughafen-Bereiche – von der Abfertigung über die Buchhaltung bis hin zu Marketing und Vertrieb. 

Lara Bollmann wird in Zukunft die Bereiche Personal und Controlling am Airport unterstützen, Mark Linnenbrügger arbeitet in der Abteilung Facility Management und Zsofia Vari verstärkt den operativen Bereich. Maximilian Zimmermann wechselt zur Flughafen-Mutter, den Dortmunder Stadtwerken und arbeitet dort in der Buchhaltung. Bereits während der Ausbildung lernen alle Auszubildenden diese Abteilung der DSW21 kennen. „Das zeigt, dass unsere Auszubildenden nicht nur für die Arbeit am Flughafen, sondern für Arbeiten in der gesamten Unternehmensgruppe bestens gerüstet sind“, so Mager.

Neben der Ausbildung zum/r Servicekaufmann/-frau im Luftverkehr, die derzeit noch acht Auszubildende absolvieren, bildet der Dortmund Airport momentan zwei Fachkräfte für Lagerlogistik aus. Nähere Informationen zur Ausbildung am Flughafen sind auf der Flughafen-Website zu finden. 

Die Bündnispartner, v.l.: Berthold Schröder, Präsident Handwerkskammer Dortmund, Jutta Reiter, DGB Region Dortmund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖaumann, NRW-Arbeitsminister, Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Thomas Schäfer, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und Heike Bettermann, Agentur für Arbeit Dortmund. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)

Allianzpartner schmieden neues Bündnis zur Sicherung von Fachkräften

Die Bündnispartner, v.l.:  Berthold Schröder, Präsident Handwerkskammer Dortmund, Jutta Reiter, DGB Region Dortmund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖaumann, NRW-Arbeitsminister,  Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Thomas Schäfer, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und Heike Bettermann, Agentur für Arbeit Dortmund. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)
Die Bündnispartner, v.l.: Berthold Schröder, Präsident Handwerkskammer Dortmund, Jutta Reiter, DGB Region Dortmund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖaumann, NRW-Arbeitsminister, Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Thomas Schäfer, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und Heike Bettermann, Agentur für Arbeit Dortmund. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)

Viele Unternehmen suchen intensiv nach qualifiziertem Personal. Die Fachkräftesicherung ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft der regionalen Wirtschaft – und für dieses wichtige Thema braucht es eine starke Allianz. Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Großen Saal der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund wurde am Donnerstag voriger Woche (16.1.) das neue „Bündnis für Fachkräfte Westfälisches Ruhrgebiet“ geschlossen. Im Beisein von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und gut 200 Gästen einigten sich die sechs Bündnispartner in einem „Memorandum of Understanding“ auf enge Zusammenarbeit und einen intensiven Informationsaustausch.

Die IHK, die Agenturen für Arbeit Dortmund und Hamm, der DGB Region Dortmund-Hellweg, der Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und die Handwerkskammer Dortmund werden ihre Kompetenzen noch weiter bündeln und vernetzen, um vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung und -sicherung zu unterstützen und zu begleiten.

Beschleunigte Anwerbung aus Nicht-EU-Ausland

Welche Auswirkungen der demografische Wandel auf den Arbeitsmarkt hat, machte IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann in seiner Begrüßung deutlich: „Unser IHK-Fachkräftemonitor NRW prognostiziert bis 2030 für Dortmund, Hamm und den Kreis Unna einen Fachkräfteengpass von 34.000 Personen, davon wiederum werden 90 Prozent beruflich Qualifizierte sein. Wir sollten daher jede Chance zur Zusammenarbeit nutzen und unser Bündnis ist ein viel versprechender Auftakt.“ Mit Blick auf das neue Einwanderungsgesetz, das im März in Kraft tritt, sagte Dustmann: „Bei der Umsetzung des Gesetzes ist es wichtig, dass es wirklich beschleunigte Verfahren bei der Anwerbung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland geben wird. Daher muss das Personal in den Auslandsvertretungen deutlich aufgestockt werden, um nötige Visa schnell erteilen zu können.“

„Die Fachkräftesicherung ist eine wichtige Aufgabe für Nordrhein-Westfalen. Nach Hochrechnungen werden uns in zehn Jahren über 700.000 Arbeitskräfte in NRW fehlen; das ist eine Verdopplung des Fachkräfteengpasses im Vergleich zu heute“, bilanzierte Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Die Landesregierung habe deshalb entschieden, dieses Thema als Schwerpunkt aufzugreifen: „Dass dieser Impuls hier in Dortmund und im westfälischen Ruhrgebiet zur Gründung eines Fachkräftebündnisses führt, freut mich persönlich sehr – insbesondere, weil sich genau die richtigen Partner zusammengefunden haben. Denn: Wenn wir hier nicht alle gemeinsam zusammenarbeiten, werden wir die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, nicht bewältigen können.“

In NRW fehlen in zehn Jahren 700.000 Arbeitskräfte

An der Veranstaltung nahmen gut 200 Gäste darunter auch NRW.-Arbeitsminister Karl-Josef-Laumann teil.   (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)
An der Veranstaltung nahmen gut 200 Gäste darunter auch NRW.-Arbeitsminister Karl-Josef-Laumann teil. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)

In seiner Keynote widmete sich Prof. Dr. Heiko Kopf, Hochschule Hamm-Lippstadt, der Weiterbildung als strategisches Instrument zur Bewältigung des digitalen Wandels in den Betrieben. „Unternehmen müssen den digitalen Wandel aktiv begleiten und ihren eigenen Weg finden. Durch Veränderungen der zukünftigen Arbeitswelten entstehen gleichermaßen Chancen und Risiken für Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weiterbildung bietet viele Chancen, sollte bei der Strategieentwicklung der Unternehmen aber bereits mitgedacht werden. Dann kann sie helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.“

In der Gesprächsrunde „Fachkräfte in der Region“ stellten sich vier Bündnispartner den Fragen von Moderatorin Sabine Ziemke. Dabei erklärte Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der   Agentur für Arbeit Dortmund: „Dortmund braucht Fachkräfte. Mit dem Teilhabechancengesetz und dem Qualifizierungschancengesetz wurden Anfang 2019 Voraussetzungen geschaffen, Fachkräftepotenziale noch besser zu erschließen. Doch die mit der Digitalisierung und dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen am Arbeitsmarkt können wir in der Region nur gemeinsam gestalten. Das ‚Bündnis für Fachkräfte Westfälisches Ruhrgebiet‘ ermöglicht jedem Partner im jeweiligen Bereich, einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.“

Allen Beteiligten ist die Bedeutung von Ausbildung und Weiterbildung im Kontext von Digitalisierung und Fachkräftemangel bewusst. Dadurch entstehen Informations- und Beratungsbedarfe auf Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. „Die Agenturen für Arbeit und die Partner im ‚Bündnis für Fachkräfte Westfälisches Ruhrgebiet‘ reagieren auf diesen verstärkten Beratungsbedarf. Vermittlung, Beratung und Förderung sind Kernkompetenzen der Agenturen für Arbeit. Mit Arbeitsmarkt- und Berufsberatung unterstützen wir die Unternehmen in unserer Region und ihre Beschäftigten bei der Neuorientierung und bei der immer schwieriger werdenden Besetzung von Fachkraftstellen wirksam.“

Vordringliches Problem für jedes Unternehmen

Jutta Reiter, Geschäftsführerin des DGB Region Dortmund-Hellweg, machte deutlich: „In den nächsten acht Jahren werden in der Region Dortmund – Unna – Hamm mehr als 70.000 Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Dadurch ist die Entwicklung von Fachkräften für jedes Unternehmen eine vordringliche Aufgabe. Ausbildung, Qualifizierung, systematische Personalplanung und –Entwicklung sowie gute Arbeitsbedingungen werden immer bedeutsamer, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Ohne die gestalterische Einbindung der Beschäftigten sowie ihrer Betriebs- und Personalräte wird die Herausforderung der digitalen Transformation in Unternehmen nicht zu stemmen sein.“

Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland, sagte: „Der zunehmende Fachkräfteengpass ist mittlerweile in allen Branchen und auch in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit ein strukturelles Problem, das durch den demografischen Wandel und durch unzureichende Rahmenbedingungen im Bildungs- und Rentensystem verschärft wird. Gerade in Zeiten der digitalen Transformation von Unternehmens- und Arbeitswelt muss die Fachkräftesicherung von allen Arbeitsmarktakteuren als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und um Arbeitsplätze und Wohlstand zu erhalten.“

Zum Ende der Veranstaltung gab Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, noch einen positiven Ausblick: „In der Arbeitswelt von morgen werden passend qualifizierte Mitarbeiter maßgeblich über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Daher müssen wir schon heute die richtigen Weichen stellen, um den Fachkräftebedarf unserer Betriebe nachhaltig zu sichern.  Mit dem ‚Bündnis für Fachkräfte Westfälisches Ruhrgebiet‘ steht der regionalen Wirtschaft künftig ein Netzwerk aus sechs starken Partnern zur Seite, die ihre Expertise rund um das Thema Personalgewinnung und -bindung bündeln.“

Niveau wie im Vorjahr: Wieder mehr als 5.000 neue Ausbildungsverträge im Jahr 2019

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund meldet gute Nachrichten vom Ausbildungsmarkt: Über 5.102 neu eingetragene Ausbildungsverträge im Kalenderjahr 2019 freut sich die IHK.

Gestiegen ist die Zahl der Verträge im gewerblichen Bereich (+ 5,1 Prozent), einen leichten Rückgang gab es bei den kaufmännischen Berufen zu verzeichnen (- 3,1 Prozent). Insgesamt liegt die Zahl auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders beliebt waren bei den gewerblichen Berufen Ausbildungen im Bereich Elektrontechnik, Metalltechnik sowie Papier und Druck. Im kaufmännischen Bereich waren Berufe im Handel und im Bankensektor sehr gefragt. Über alle Bereich hinweg gab es regional in Kamen (+ 17,9 Prozent) und in Lünen (15,8 Prozent) besonders hohe Zuwächse an neu eingetragenen Ausbildungsverträgen.

Auch Hamm kann mit 10,2 Prozent ein ordentliches Plus verbuchen. „Wir sind zuversichtlich, im Laufe dieses Jahres den 50.000sten neuen Ausbildungsvertrag seit 2010 erfassen zu können“, so Michael Ifland, IHK-Geschäftsführer und Leiter Berufliche Bildung.

269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS informierte über ihre Neubaupläne, von links: Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Prokurist Alexander Krawczyk, Architekt und Prokurist Martin Kolander und Geschäftsführer Matthias Fischer mit dem Plan des Solarhauses, das in Kamen entstehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) geht gegen die Wohnungsnot in die Neubauoffensive: In den nächsten zwei Jahren wird die UKBS insgesamt 269 neue Wohnungen bauen und 64 Millionen Euro in den Gesellschafterkommunen investieren. Allerdings: An Holzwickede, ebenfalls eine Gesellschafterkommune, geht diese Neubauioffensive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine einzige UKBS-Wohnung gebaut werden. Grund: die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde Holzwickede.

„Wir gehen mit einem intensiven Neubau-Programm an den Start!“ Mit diesen Worten kennzeichnete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vorsitzende des Aufsichtsrates, die umfangreichen Bau-Aktivitäten der UKBS in den Gesellschafterkommunen in nächster Zeit. Und Geschäftsführer Matthias Fischer unterlegte diese Feststellung mit eindrucksvollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 insgesamt 269 neue Wohnungen errichten, was 9,1 Prozent des derzeitigen Bestandes entspricht. Dafür investiert das kommunale Wohnungsunternehmen insgesamt rund 64 Millionen Euro.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen bei allen Projekten nachdrücklich berücksichtigt werden. Das reiche von einer Eisspeichertechnik über Mieterstrom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Wasserstoff angetriebenen Autos. Für das soeben begonnene Jahr kündigte Fischer 106 neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 6 968 qm Wohnfläche an. Das sei bereits „eine Hausnummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kommende Jahr weitere 163 Projekte zu. Der Geschäftsführer wertete diese Aktivitäten als „positives Zeichen für die Zukunftsentwicklung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kommunaler Garant für eine erfolgreiche soziale Wohnungspolitik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Darstellung von Matthias Fischer zwei Projekte, und zwar in Bergkamen am Rathausplatz mit 30 Wohnungseinheiten auf 2 161 Quadratmetern und in Unna an der Vinckestraße mit 8 Wohnungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäftsführer weiter, noch die Bauarbeiten an der zweizügigen Kindertagesstätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vierzügigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emschergemeinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leuchtturm-Projekt“ des Unternehmens an der Wilhelm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Versorgungstechnologie und 30 Wohnungseinheiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 805 qm entstehen. Auch bleibt die UKBS an der Berliner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 2 080 qm entstehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen ebenfalls mehrere Neubauprojekte auf der Agenda des kommunalen Wohnungsunternehmens. So sollen an der Danziger Straße in einem ersten Bauabschnitt zehn neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 641 qm entstehen und in einem zweiten Bauabschnitt weitere 24 Wohnungen mit 1 688 qm. Darüber hinaus plant die UKBS an der Heinrichstraße 40 neue Wohnungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 897 qm sollen zudem an der Berliner Allee in Unna entstehen. Ebenso an der Berliner Allee wird mit der Errichtung eines vierzügigen Kindergartens in diesem Jahr begonnen. Schließlich sind von der UKBS an der Brockhausstraße in Unna weitere 50 Wohnungseinheiten mit einer Fläche von insgesamt 3 200 qm vorgesehen.

Außerdem kündigte Geschäftsführer Fischer auch den Bau jeweils einer vierzügigen Kindertagesstätte in Bergkamen (Berliner Straße) und Bönen (Borgholz) an.

Mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft schließlich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Wohnungseinheiten und ein Gemeinschaftsraum auf einer Gesamtfläche von 1 833 qm vorgesehen.

Aufsichtsrats-Vorsitzende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich überzeugt, dass die UKBS mit diesem gewaltigen Neubauprogramm dazu beitragen werde, die starke Wohnungsnachfrage im Kreis Unna zu mindern – und das, wie er sagte, „auf gemäßigtem Mietniveau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde in den kommenden zwei Jahren kein einziges neues Projekt angeht und bezahlbaren Wohnraum schafft, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende so: „Normalerweise werden wir ja nicht selbst aktiv, sondern unsere Gesellschafter tragen uns Vorhaben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestätigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke allerdings auch: „Es gibt eben kaum gemeindeeigene Grundstücke, die für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevorratung von Flächen in der Gemeinde. Das ist ein Problem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbedingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Wohnungen an der Bahnhofstraße neben den Flüchtlingsunterkünften gebaut. Und diese Unterkünfte werden möglicherweise schon bald abgerissen. „Im Prinzip entsteht die Bahnhofstraße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwächere Holzwickeder entsteht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu privaten Preisen vermietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohnpark Emscherquelle, wo noch 66 Wohneinheiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Wohnungsbau entstehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Investor WILMA alles selbst erledigen“, weiß der UKBS-Aufsichtsratsvorsitzende. „Das ist jedenfalls mein aktueller Informationsstand.“ Wie es aussieht, geht also die Neubauoffensive der UKBS völlig an der Emschergemeinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )

Besser gemeinsam: Ausbildung im Verbund von zwei bis drei Betrieben

Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )
Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo (2.v.r.) in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )

Ausbildung ist die Grundvoraussetzung für die Nachwuchsgewinnung, dabei wird in immer mehr Betrieben – paradoxerweise – nicht mehr ausgebildet. Fehlende Ausbildereignungen, Zeitmangel, aber auch das Problem, nicht alle erforderlichen Ausbildungsinhalte vermitteln zu können, können dafür Gründe sein. „Dabei gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung eines Lehrlings auf bis zu drei Betriebe zu verteilen“, macht Viktoria Berntzen von der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet, die im Kreis Unna unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Kreis Unna agiert, auf die sogenannte „Verbundausbildung“ aufmerksam.

Die Regionalagentur setzt Förderprogramme des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW um, koordiniert regionale Netzwerke mit arbeitsmarktpolitischem Schwerpunkt und entwickelt zusammen mit Trägern neue Projektideen. Dazu gehört auch die Verbundausbildung, die neue Lehrstellen schaffen kann, nicht selten die Ausbildungsqualität verbessert und den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs der Betriebe sichert.

Viele Chancen, aber sie müssen genutzt werden

Besonders prekär ist die Nachwuchskräfte-Situation im Gastronomiebereich. Ob Koch, Servicekraft oder im Management – Nachwuchs wird hier dringend gesucht. Auch das Ringhotel Katharinenhof und die Lindenbrauerei mit dem Schalander sind von dieser Problematik betroffen. Seit 2008 bildet die Lindenbrauerei daher auch über den eigenen Bedarf unter anderem Gastronomiefachkräfte in Kooperation mit dem Ringhotel Katharinenhof aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Katharinenhof ist dabei eine ideale Ergänzung. „Wir können hier im Schalander vor allem im Bereich Service, einfache Küche und im Rahmen von eher lockeren Veranstaltungen unseren Lehrlingen etwas beibringen, festliche Bankette und gehobene Küche sind dagegen nicht so unsere Sache“, schmunzelt Regina Ranft, Geschäftsführerin der Lindenbrauerei. Die sind aber Sache im Vier-Sterne-Hotel Katharinenhof – eine ideale Ergänzung also.

Auch Hoteldirektor Marc Lobert weiß die Vorteile der Verbundausbildung sehr zu schätzen: „Wir haben in der Vergangenheit mit verschiedenen Institutionen Partnerschaften im Bereich der Nachwuchsförderung gebildet und überwiegend sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Dabei sieht er die Unternehmen in Sachen Ausbildung in der Pflicht: „Ich denke, dass wir den jungen Menschen gegenüber eine Verpflichtung haben. Wir können nicht alle immer nur klagen, dass immer weniger junge Menschen den Weg in die Dienstleistungsberufe oder in das Handwerk finden und dann nicht alle Ressourcen nutzen.“

Verbundausbildung für zwei Flüchtlinge

Zurzeit absolvieren Saikou Diallo und Taimoor Hussein ihre Verbundausbildung zur Gastronomiefachkraft mit Schwerpunkt Küche in der Lindenbrauerei. „Saikou kam mit der Werkstatt Unna zu unserer syrischen Woche und half in der Küche mit. Da hat er wohl seine Berufung gefunden“, freut sich Regina Ranft. „Die Arbeit hier hat mir so gut gefallen, dass mir die Werkstatt geraten hat, Frau Ranft einfach nach einer Ausbildung zu fragen“, erinnert sich Saikou Diallo.

Nach einem Einstiegsqualifizierungsjahr für Geflüchtete absolviert der junge Guineer gemeinsam mit seinem pakistanischen Kollegen Taimoor jetzt bereits sein zweites Ausbildungsjahr und pendelt dabei im Rahmen seiner Verbundausbildung zwischen Lindenbrauerei und Hotel Katharinenhof. Davon abgesehen läuft die Ausbildung wie jede andere Ausbildung auch ab. Zur praktischen Ausbildung im Betrieb kommt die schulische Ausbildung an der Berufsschule dazu, es wird auch die allgemein übliche Ausbildungsvergütung gezahlt.

Das Arbeitsministerium NRW unterstützt Unternehmen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds bei der Ausbildung im Verbundmodell. In kleinen und mittleren Unternehmen, die ohne den Ausbildungsverbund nicht ausbilden dürften, wird die Ausbildungsvergütung mit einmalig bis zu 4.500 Euro pro Ausbildungsplatz gefördert.

Rekordjahr für den Dortmunder Flughafen: Optimistischer Blick auch ins neue Jahr

Die vollständige Nutzung der schon jetzt 2.000 Meter langen Landebahn wird nach Darstellung der Flughafenbetreiber keine zusätzlichen Belastungen für die Gemeinde bringen. (Foto: Dortmund Airport - Hans Jürgen Landes
Die Flughafenbetreiber können auf ein Rekordjahr zurückblicken: Über 2,7 Milo. Passagiere nutzten den Dortmund Airport in 2019. Auch Wizz Air trug mit einem Zuwachs von 29,1 Prozent bei den Passagierenzahlen wesentlich dazu bei. (Foto: Dortmund Airport – Hans Jürgen Landes

Die Betreiber des Dortmunder Flughafens können auf ein Rekordjahr zurückblicken: Dortmund Airport gehört zu den zehn größten Flughäfen in Deutschland. Trotz der allgemeinen Unsicherheiten in der Branche blickt Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager optimistisch auch ins neue Jahr.

„Wir haben unser Ziel, 2019 2,5 Millionen Passagiere an unserem Flughafen zu begrüßen, nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen. Damit können wir sehr zufrieden sein, denn die Zunahme liegt nicht nur weit über dem Branchenwachstum, sondern sie macht uns nach 2018 zum zweiten Mal in Folge auch zum Spitzenreiter bei der Passagierentwicklung“, so kommentiert Flughafen-Chef Udo Mager die Passagierbilanz des Dortmund Airport für 2019. Insgesamt nutzten den Flughafen 2.719.563 Fluggäste – 19,1 Prozent mehr als noch im Jahr 2018, das bereits mit einem Zuwachs von 14,2 Prozent endete.

Damit stellte der Flughafen 2019 einen neuen Passagierrekord auf: Der bisherige Spitzenwert von gut 2,33 Mio. Passagieren aus dem Jahr 2008 wurde bereits Anfang November eingestellt. Mit seinem überproportionalen Wachstum schafft der Dortmunder Flughafen darüber hinaus den Sprung unter die Top 10 der größten Flughäfen in Deutschland.

Kattowitz, Mallorca und London besonders beliebt

Kattowitz und London sind 2019 wiederholt die beliebtesten Ziele ab dem Dortmund Airport. Auf Platz drei liegt Mallorca. Allein die Verbindungen zu den drei Zielen nutzen ca. 700.000 Fluggäste. Beliebt waren 2019 auch die Städte München, Bukarest, Sofia und Wien. „Das Ranking zeigt, wie breit das Spektrum der Reiseanlässe bei unseren Fluggästen ist. Kattowitz wird von Geschäftsleuten wie familiär-kulturell motivierten Reisenden gleichermaßen genutzt. Mallorca ist besonders bei Touristen beliebt“, so Guido Miletic, Abteilungsleiter Marketing & Sales am Dortmund Airport.

Wizz Air wächst um 29,1 Prozent

 Mit Palanga in Litauen, Ohrid in Nordmazedonien sowie Frequenzerhöhungen zu beliebten Zielen wie den Masuren, Wien und Chişinău hat die Fluggesellschaft Wizz Air ihr Engagement am Dortmund Airport 2019 weiter ausgebaut. Insgesamt nutzten die ungarische Airline ca.1,88 Mio. Fluggäste und damit 29,1 Prozent mehr als noch 2018. Aber auch Ryanair und Easyjet sind am Standort Dortmund gewachsen und beförderten 2019 12,6 bzw. 5,5 Prozent mehr Gäste. 

Ausblick

„2019 war das passagierstärkste Jahr in der Geschichte des Dortmund Airport. Wenn wir dieses Ergebnis 2020 halten können, wäre das für uns ein großer Erfolg.“ Vor dem Hintergrund der Konsolidierungswelle in der europäischen Luftverkehrsbranche, dem Grounding der Boeing 737 Max, der Erhöhung der Luftverkehrsteuer und der Klimadebatte ist die Entwicklung des Luftverkehrs zwar von Unsicherheiten geprägt. „Nichts desto trotz blicken wir optimistisch ins neue Jahr“, so Mager, „denn jenseits aller notwendigen Beiträge des Luftverkehrs zum Klimaschutz ist die Mobilität eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Prosperität und damit auch für die Finanzierung des „Green Deal“ mit Investitionen zur Bewältigung des Klimawandels in Deutschland und Europa“.

Der Dortmund Airport hat allen Grund zum Optimismus: Ryanair kündigte bereits an, mit einer ihrer Töchter ab dem Sommerflugplan täglich die Strecke Dortmund – Wien zu bedienen. „Wir können außerdem davon ausgehen, dass sich die Erhöhung der Passagierzahlen in 2019 auch adäquat auf das Jahres- und Betriebsergebnis auswirken wird. Das vorläufige Jahresergebnis wird im Rahmen der Wirtschaftsprüfung voraussichtlich Ende März 2020 feststehen“, so Mager abschließend. 

Landrat Michael Makiolla (Foto: Linda Peloso - Kreis Unna)

Regionales Entwicklungskonzept: Entscheidung fällt im März

Landrat Michael Makiolla. (Foto: Kreis Unna)

Der Rückzug Deutschlands aus der Steinkohle bis 2038 wird den Wirtschaftsstandort Kreis Unna nachhaltig verändern. Über das Wie entscheidet der Kreis mit. Der von der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) vorgelegte Entwurf für ein Regionales Entwicklungskonzept gilt dabei als Diskussionsgrundlage. Das Papier wurde in erster Lesung im Dezember in die politische Diskussion eingebracht, die Entscheidung über die Endfassung fällt am 17. März im Kreistag.  

Mit dem Konzept und dort gelisteten Leuchtturmprojekten möchte sich der Kreis eine gute Startposition verschaffen, um an die Fördergelder zu kommen, die das Land zur Stärkung des Ruhrgebiets und der Bund zur Gestaltung des Kohleausstiegs avisiert haben.  

Kreis auf der Betroffenheitsliste auf Platz 2

Bei diesem Abschied von der Steinkohle geht es um richtig viel Geld. Der Kreis ist mit vier Kraftwerksstandorten in drei Kommen (Bergkamen, Lünen, Werne) besonders betroffen und wird im entsprechenden Gesetz der Bundesregierung auf der „Betroffenheitsliste“ an zweiter Stelle genannt. Damit ist für den Kreis klar: Von den über 600 Millionen Euro, die der Bund an die fünf betroffenen Steinkohle-Kommunen im Ruhrgebiet ausschütten will, müssen gut 100 Millionen Euro vor Ort ankommen.  

Der Kreis hat mit dem vorliegenden Entwurf eines Regionalen Entwicklungsplanes einen zeitlichen Vorsprung, der nach Ansicht von Landrat und WFG-Aufsichtsratsvorsitzendem Michael Makiolla unbedingt gehalten werden muss.  

Klimaschutz und Wertschöpfung punkten

Klar zu sein scheint schon jetzt: Punkten werden Projekte, die sowohl mit Blick auf wirtschaftliche Entwicklung – Stichwort Wertschöpfung – als auch in Sachen Klimaschutz nachhaltig sind. Mit Blick darauf wurden im Entwurf fünf Handlungsfelder benannt. Es geht um durchgängige Bildung, innovative Wirtschaft, zukunftssichere Flächen, optimierte Infrastruktur und multimodale Mobilität sowie um eine intelligente Klimawandelanpassung.  

Wichtig ist Landrat Makiolla auch, dass der Kreis insgesamt gewinnt und sich als Standort stärkt. „Nur gemeinsam werden wir es schaffen, ein Maximum an Fördergeldern zu erkämpfen“, so die Botschaft im Dezember bei der Einbringung des Regionalen Entwicklungsplans. PK | PKU

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen immer teurer: Blick in neuen Mietspiegel für Holzwickede lohnt sich

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels,  v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede),  Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister  Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)
Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen wird immer teurer. Um einen Vergleich zu haben, wie hoch die Mieten sind, lohnt sich ein Blick in den Mietspiegel. Für die Gemeinde Holzwickede und sechs andere Kommunen hat der Kreis Unna erstmals den qualifizierten Mietspiegel erstellt. In der letzten Sitzung des alten Jahres haben die Fraktionen in Haupt- Finanz- und Personalausschusses den neuen Mietspiegel für die Gemeinde Holzwickede zur Kenntnis genommen und anerkannt. Der neue ab 1. Januar 2020 gültige Mietspiegel ist erstmals nicht mehr vom Eigentümerverband Haus und Grund Unna e.V. erstellt worden, sondern vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Kreises Unna.

Für den neuen qualifizierten Mietspiegel hat der Gutachterausschuss des Kreises in Holzwickede 354 Daten erfasst (Stand Mai 2019), wie die Verwaltung auf Nachfrage von SPD-Sprecher Michael Klimziak mitteilt. Davon sind 261 privat vermietete Wohnungen. Der Mietspiegel für Holzwickede bezieht sich auf nicht preisgebundene Wohnungen und gibt eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete im Gemeindegebiet. Er stellt eine Orientierungshilfe dar, die es beiden Mietvertragsparteien ermöglichen soll, eine angemessene Miethöhe festzustellen. Wobei der Wohnraum in Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Klage vergleichbar sein soll.

Bei Mieterhöhungsverfahren verbindlich

Insbesondere bei gesetzlichen Mieterhöhungsverfahren hat der qualifizierte Mietspiegel Rechtsfolgen: So muss der Vermieter sich auf die darin enthaltenen Angaben beziehen. Bei gerichtlichen Verfahren wird außerdem davon ausgegangen, dass der Mietspiegel die ortsüblichen Vergleichsmieten wiedergibt.

Der Mietspiegel weist die ortübliche monatliche Miete je Quadratmeter Wohnfläche in Form von Mietspannen aus. Diese sind in Baualtersklassen eingeteilt und gelten für unmöblierte Wohnungen von 25 bis 150 qm Wohnfläche.  Die ortsübliche Miete in Holzwickede wird als Nettokaltmiete (ohne Heiz- und Betriebskosten) ausgewiesen.

Der qualifizierte Mietspiegel 2020 für Holzwickede sieht wie folgt aus:

Baualtersklasse Mittelwert in Euro/qm Unter- und Obergrenze in Euro/qm
bis 19494,81 4,19 – 5,52
1950 bis 19644,74 4,12 – 5,44
1965 bis 19774,95 4,31 – 5,69
1978 bis 19945,62 4,89 – 6,44
1995 bis 20095,74 5,00 – 6,59
ab 2010 6,65 5,79 – 7,63

Vom ausgewiesenen Mittelwert kann abgewichen werden, wenn die Ausstattung der Wohnung „in Art, Umfang und Qualität erheblich vom Durchschnitt abweicht“. Wenn es Merkmale der Wohnung gibt, die nicht durch Zu- und Abschläge (s. weiter unten) abgedeckt werden, die im Mietspiegel genannt sind. Auch die Wohnlage spielt eine Rolle.

Nur eine Wohnlage in Holzwickede

Bemerkenswerterweise heißt es im Mietspiegel für Holzwickede zur Wohnlage: „Das Gebiet der Gemeinde Holzwickede in mehrere Wohnlagen aufzuteilen ist nicht möglich. Die überwiegende Mehrheit der Wohnungen befindet sich in mittlerer Lage. Diese zeichnet sich aus durch:

  • Wohn- oder gemischte bauliche Nutzung
  • wenig Grünflächen
  • höheres Verkehrsaufkommen, teilweise Durchgangsverkehr
  • ausreichend Verkehrsanbindung, ausreichender Parkraum
  • Nahversorgung gewährleistet, andere Infrastruktureinrichtungen ausreichend erreichbar“

Nach dem Mietspiegel stellen Zu- oder Abschläge Abweichungen vom Standard (durchschnittliche Qualität des jeweiligen Merkmals) dar. Sie sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie vom Vermieter eingebracht werden.

Zu- und Abschläge

Folgende Zu- oder Abschläge können pro Quadratmeter Wohnfläche angerechnet werden:

Merkmal Wohnfläche Zu- oder Abschlag in Euro/qm Wohnfläche
25 qm bis unter 45 qm  +0,60
45 qm bis unter 70 qm +0,05
70 qm bis unter 95 qm  Standard
95 qm bis unter 130 qm -0,05
130 qm bis unter 150 qm-0,15

 Beheizungsart

Als Standard der Wohnungen in Holzwickede wird von einer Gas- oder Ölzentralheizung ausgegangen im Mietspiegel. Andere Beheizungsarten ergeben folgende Zu- oder Abschläge:

Merkmal Beheizungsart Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Gas/Heizöl Standard
Fernwärme-0,30
Nachtspeicher/Strom-0,20

Als weitere Merkmale für Zu- oder Abschläge bei der Monatsmiete sind im Mietspiegel Ausstattung, allgemeine bzw. energetische Modernisierungen oder die Lage der Wohnung innerhalb eines Gebäudes genannt.

Ausstattung

Für eine durchschnittliche Wohnung wird eine Grundausstattung mit einem Badezimmer (Dusche oder Wanne) und WC, Balkon oder Terrasse, Isolierverglasung sowie ein einfacher Bodenbelag (z.B. Laminat) angenommen.

Unter einer einfachen Ausstattung sind beispielsweise einfache PVC-Fußböden, Einfachverglasung oder ein schlechter Zuschnitt der Wohnung zu verstehen.

Eine gehobene Ausstattung zeichnet sich unter anderem durch das Vorhandensein eines Gäste-WC oder 2. Badezimmers, großformatige Fliesen, Dreifachverglasung oder gehobene Bodenbeläge aus.

Merkmal Ausstattung Zu- oder Abschläge in Euro/qm
einfache Ausstattung-0,10
mittlere AusstattungStandard
gehobene Auisstattung+0,10

Modernisierung

Hier enthält der qualifizierte Mietspiegel eine detaillierte Aufstellung von allgemeinen und energetischen Modernisierungsmaßnahmen, die mit gestaffelt nach Art und Zeitpunkt der Durchführung mit Punkten bewertet werden. Die Summe der Punkte führt dann zu weiteren Zu- oder Abschläge von +0,15 Euro/qm Wohnfläche (mittlerer Modernisierungsgrad) bis +0,40 Euro/qm oder hat keine Auswirkung (Standard) bei kleineren Modernisierungen im Rahmen der Instandhaltung.

Weitere besondere Merkmale

Weitere Zuschläge konnten für folgende Merkmale ermittelt werden:

Merkmal Lage im Gebäude Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Einfamilienhaus+0,50
Wohngebäude mit 2 oder 3 WE  +0,20
1 Zimmer  -0,40
Wohnung befindet sich ab dem 3. OG       -0,20
Wohnung befindet sich im DG         -0,15
Wohnung über Aufzug erreichbar    +0,25

Keinen Einfluss auf die Miete haben folgende Merkmale, die von den Gutachtern des Kreises untersucht wurden:

  • fehlender Balkon, bzw. besonders großer Balkon/ Dachterrasse
  • Gäste-WC
  • Wohnungen, die durch Erdwärme beheizt werden
  • Barrierefrei erstellt oder erreichbar
  • Lage der Wohnung im Kellergeschoss bzw. Souterrain
  • 2 oder mehr Zimmer

Der neue qualifizierte Mietspiegel ist der einzige offizielle Mietspiegel für Holzwickede. Er ist bis 31. Dezember 2021 gültig und wird dann fortgeschrieben. Die Gemeinde Holzwickede hat angekündigt, den Mietspiegel 2020 auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, was allerdings bislang noch nicht geschehen ist.

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