Brücke über B1: Auch Schülerbeförderung nach Sperrung Kurze Straße kompliziert

Shirley-Carina Carthaus (2.v.l.) mit ihren Kindern Tom, Leonhard, Tochter Xenia und ihrer Freundin Marie-Lee an der Haltestelle Hirtenweg in der Friedrich-Ebert-Straße. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Anwohner und Verkehrsteilnehmer werden sich auf eine erhebliche Verkehrsbeeinträchtigung einstellen müssen, wenn ab kommenden Montag (20. Januar) die Brücke Kurze Straße für den Fuß- und Straßenverkehr für voraussichtlich ein Jahr gesperrt wird. Hintergrund ist der sechsspurige Ausbau der B1, für den die Brücke abgerissen und neu gebaut werden muss. In besonderer Weise betroffen sind auch die Schulkinder aus dem Bereich Friedrich-Ebert-Straße. Denn auch die beiden Schulbuslinien 147 und 178 führen über die Brücke Kurze Straße.

 Wobei sich die Regelung für die Schülerbeförderung als „äußerst kompliziert“ herausstellte, wie ein VKU-Sprecher gegenüber Shirley-Carina Carthaus einräumte. Die Mutter von drei Kinder wohnt in der Friedrich-Ebert-Straße 25a und hat bereits nach einem ersten Bericht im Emscherblog im Oktober vorigen Jahres Kontakt mit der VKU aufgenommen und auf die Problematik der Schülerbeförderung aufmerksam gemacht.

„Für meine beiden Kinder Xenia und Tom ist der Ausfall des Schulbusses nicht ganz so problematisch“, glaubt ihrer Mutter. Die 13-Jährige besucht das CSG, ihr zehnjähriger Sohn die Dudenrothschule. „Notfalls können die beiden mit dem Fahrrad in die Schule fahren. Auch wenn das jetzt in der dunklen Jahreszeit sehr gefährlich ist. Besonders wegen der gefährlichen Kreuzung mit der Stehfenstraße ist das aber kein sicherer Schulweg“, weiß Mutter Carthaus. „Da gibt es weder einen Fußgängerüberweg noch eine Ampel. Da passieren ständig Unfälle.“

Sohn muss Schulweg trainieren

Noch problematischer ist die Situation allerdings für Tom’s Zwillingsbruder Leonard. Er hat das Problem, sich nur schlecht auf neue oder ungewohnte Situationen einstellen zu können und benötigt deshalb auch eine Schulbegleitung, erzählt seine Mutter. „Leo besucht die Peter-Weiss-Gesamtschule in Unna. Da kann er auf keinen Fall mit dem Fahrrad hinfahren. Bislang fährt er morgens ab 6.58 Uhr von der Haltestellen Hirtenweg vor unserem Haus ab. Wenn es einen neuen Schulweg gibt, müssen wir das auf jeden Fall vorher mit Leo trainieren.“

Nachdem die Gemeinde Holzwickede den genauen Termin der Sperrung der Brücke zu Jahresbeginn bekannt gab, fragte Shirley-Carina Carthaus bei der Gemeinde und auch bei der VKU mehrfach nach, wie die Schülerbeförderung nach der Sperrung aussehen soll. Eine verbindliche Auskunft hat sie nicht bekommen.  Ein VKU-Mitarbeiter, der vor ein paar Wochen vor Ort war, hatte ihr lediglich inoffiziell gesagt, dass vermutlich ein kleinerer Bus morgens alle Kinder einsammeln und zur Massener Heide bringen wird, wo sie dann umsteigen müssen und zum Ostring fahren können, berichtet die Mutter.

„Für den Rückweg konnte man mir gar keine Information geben. Die Sache sei kompliziert und VKU und Gemeinde müssen sich noch abstimmen“, habe man ihr bei VKU und Gemeinde erklärt. „So überraschend kommt die Sperrung ja nicht“, wundert sich die Mutter. „Meine Kinder sind ja auch nicht die einzigen, die betroffen sind. Allein bei uns in der Friedrich-Ebert-Straße fahren morgens sechs Kinder mit dem Bus zur Schule.“

Mit Taxibus und Umsteigen

Auf Nachfrage des Emscherblogs bestätigte VKU-Sprecherin Inga Fransson gestern, dass es tatsächlich noch Abstimmungsbedarf gebe. Für heute (15. Januar) kündigte die VKU-Sprecherin eine Pressemitteilung der Verkehrsbetriebe mit den offiziellen Umleitungen und Ersatzverkehren an. „Das wäre ja dann auch noch rechtzeitig genug.“

Heute Vormittag meldete sich dann endlich auch die VKU bei Shirley-Carina Carthaus mit einer verbindlichen Auskunft: Danach soll ihr Sohn Leonhard um 6.59 Uhr morgens mit dem Taxibus der VKU zur Roonstraße gebracht werden, dort aussteigen und mit dem Bus zum Ostring weiterfahren. Auf dem Rückweg geht es mit dem 147er vom Ostring ab 15.02 Uhr in umgekehrte Richtung zur Roonstraße und von dort mit dem Taxisbus zum Hirtenweg zurück.

Ihre beiden anderen Kinder können morgens vom Hirtenweg mit dem Taxisbus direkt zum Schulzentrum fahren. Nach Schulschluss geht es von dort mit dem gewohnten Bus Richtung Bahnhof weiter. An der Rausinger Straße (Nachtwey) können die Kinder dann in einen Taxibus umsteigen, der sie zum Hirtenweg bringen wird.

Shirley-Carina Carthaus ist froh, diese Informationen endlich bekommen zu haben: „Es ist zwar etwas umständlicher, aber sehr schön, dass es jetzt diese Alternative gibt. Den neuen Schulweg muss ich aber auf jeden Fall zunächst erst mit Leo üben.“

Die Beckenwände in der Kleinschwimmhalle werden wieder verputzt. Deutlich zu erkennen in den Seitenwänden: die Kernbohrungen für die Reinwassereinströmdüesen und Scheinwerfer. (Foto: Wasserversorgung)

Kleinschwimmhalle ab nächste Woche wieder nutzbar

Die Kleinschwimmhalle wird nach monatelanger Sanierung voraussichtlich ab Montag (20. Januar) nächster Woche wieder für den öffentlichen Badebetrieb freigegeben. Das bestätigte Betrienbsleiter Stefan Petersmann auf Nachfrage.

Der Grund, warum es noch keine offizielle Pressemitteilung der Bäderbetriebe dazu gegeben hat: Es müssen in dieser Woche noch die Einstiege in den Becken von den Handwerkern montiert werden. Nach den Erfahrungen mit den Handwerkern während der Sanierung hält sich Petersmann mit der Nennung eines offiziellen Eröffnungstermins zurück, bis die letzten Arbeiten erledigt sind.

Der dritte Bauabschnitt der Sanierung der Kleinschwimmhalle wurde bereits im Sommer vorigen Jahres begonnen. Dabei wurden die gesamte Bädertechnik unter den Becken, aber auch die Fliesen in den Becken erneuert. Kostenpunkt: rund 500.000 Euro.

269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS informierte über ihre Neubaupläne, von links: Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Prokurist Alexander Krawczyk, Architekt und Prokurist Martin Kolander und Geschäftsführer Matthias Fischer mit dem Plan des Solarhauses, das in Kamen entstehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) geht gegen die Wohnungsnot in die Neubauoffensive: In den nächsten zwei Jahren wird die UKBS insgesamt 269 neue Wohnungen bauen und 64 Millionen Euro in den Gesellschafterkommunen investieren. Allerdings: An Holzwickede, ebenfalls eine Gesellschafterkommune, geht diese Neubauioffensive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine einzige UKBS-Wohnung gebaut werden. Grund: die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde Holzwickede.

„Wir gehen mit einem intensiven Neubau-Programm an den Start!“ Mit diesen Worten kennzeichnete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vorsitzende des Aufsichtsrates, die umfangreichen Bau-Aktivitäten der UKBS in den Gesellschafterkommunen in nächster Zeit. Und Geschäftsführer Matthias Fischer unterlegte diese Feststellung mit eindrucksvollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 insgesamt 269 neue Wohnungen errichten, was 9,1 Prozent des derzeitigen Bestandes entspricht. Dafür investiert das kommunale Wohnungsunternehmen insgesamt rund 64 Millionen Euro.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen bei allen Projekten nachdrücklich berücksichtigt werden. Das reiche von einer Eisspeichertechnik über Mieterstrom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Wasserstoff angetriebenen Autos. Für das soeben begonnene Jahr kündigte Fischer 106 neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 6 968 qm Wohnfläche an. Das sei bereits „eine Hausnummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kommende Jahr weitere 163 Projekte zu. Der Geschäftsführer wertete diese Aktivitäten als „positives Zeichen für die Zukunftsentwicklung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kommunaler Garant für eine erfolgreiche soziale Wohnungspolitik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Darstellung von Matthias Fischer zwei Projekte, und zwar in Bergkamen am Rathausplatz mit 30 Wohnungseinheiten auf 2 161 Quadratmetern und in Unna an der Vinckestraße mit 8 Wohnungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäftsführer weiter, noch die Bauarbeiten an der zweizügigen Kindertagesstätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vierzügigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emschergemeinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leuchtturm-Projekt“ des Unternehmens an der Wilhelm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Versorgungstechnologie und 30 Wohnungseinheiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 805 qm entstehen. Auch bleibt die UKBS an der Berliner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 2 080 qm entstehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen ebenfalls mehrere Neubauprojekte auf der Agenda des kommunalen Wohnungsunternehmens. So sollen an der Danziger Straße in einem ersten Bauabschnitt zehn neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 641 qm entstehen und in einem zweiten Bauabschnitt weitere 24 Wohnungen mit 1 688 qm. Darüber hinaus plant die UKBS an der Heinrichstraße 40 neue Wohnungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 897 qm sollen zudem an der Berliner Allee in Unna entstehen. Ebenso an der Berliner Allee wird mit der Errichtung eines vierzügigen Kindergartens in diesem Jahr begonnen. Schließlich sind von der UKBS an der Brockhausstraße in Unna weitere 50 Wohnungseinheiten mit einer Fläche von insgesamt 3 200 qm vorgesehen.

Außerdem kündigte Geschäftsführer Fischer auch den Bau jeweils einer vierzügigen Kindertagesstätte in Bergkamen (Berliner Straße) und Bönen (Borgholz) an.

Mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft schließlich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Wohnungseinheiten und ein Gemeinschaftsraum auf einer Gesamtfläche von 1 833 qm vorgesehen.

Aufsichtsrats-Vorsitzende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich überzeugt, dass die UKBS mit diesem gewaltigen Neubauprogramm dazu beitragen werde, die starke Wohnungsnachfrage im Kreis Unna zu mindern – und das, wie er sagte, „auf gemäßigtem Mietniveau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde in den kommenden zwei Jahren kein einziges neues Projekt angeht und bezahlbaren Wohnraum schafft, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende so: „Normalerweise werden wir ja nicht selbst aktiv, sondern unsere Gesellschafter tragen uns Vorhaben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestätigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke allerdings auch: „Es gibt eben kaum gemeindeeigene Grundstücke, die für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevorratung von Flächen in der Gemeinde. Das ist ein Problem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbedingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Wohnungen an der Bahnhofstraße neben den Flüchtlingsunterkünften gebaut. Und diese Unterkünfte werden möglicherweise schon bald abgerissen. „Im Prinzip entsteht die Bahnhofstraße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwächere Holzwickeder entsteht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu privaten Preisen vermietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohnpark Emscherquelle, wo noch 66 Wohneinheiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Wohnungsbau entstehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Investor WILMA alles selbst erledigen“, weiß der UKBS-Aufsichtsratsvorsitzende. „Das ist jedenfalls mein aktueller Informationsstand.“ Wie es aussieht, geht also die Neubauoffensive der UKBS völlig an der Emschergemeinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Teuer Wohnen: Junge Familien von Wohnpark Emscherquelle enttäuscht

Mit diesem Lageplan wirbt die Wilma für den Wohnpark Emscherquelle. Im Bild unten rechts die beiden Haustypen, die Wilma anbietet. (Skizze: Wilma GmbH)

Vor dem Bürgerbegehren zur Umwandlung des ehemaligen Kasernengeländes hatten die Befürworter des neuen Wohngebietes damit geworben, dass dort preiswertes Bauland für junge Familien entstehen soll. Vor allem die CDU wurde nicht müde, zu betonen, dass es ein Wohngebiet vor allem für junge, nicht ganz so finanzstarke Familien würde. Sogar eine mögliche Subvention des Baulandes brachte CDU-Chef Frank Lausmann ins Gespräch. Noch im alten Jahr hat der Investor, die Wilma Wohnen West Projekte GmbH, nun die Kaufpreise für die beiden Standard-Haustypen im Wohnparkpark Emscherquelle veröffentlicht. Und siehe da: Die Enttäuschung gerade bei jungen Familien ist groß.  

Gleich mehrere von ihnen meldeten sich beim Emscherblog telefonisch und auch schriftlich, um ihrer Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Einer von ihnen ist der Holzwickeder Christian K. (30 J.). Der junge Familienvater bittet allerdings darum, seinen Namen nicht zu nennen, weil er weiterhin eine Immobilie im Raum Holzwickede sucht und Nachteile befürchtet: „Ich habe mich schon sehr früh bei der Wilma gemeldet, gleich nachdem der Projektleiter von Wilma die erste Planung im Forum vorgestellt hatte“, berichtet er.

Rd. 443.000 Euro für Standard-Haustyp

Wir können uns das als junge Familie kaum leisten.“

Familienvater K. (30 Jahre)

K. wohnt mit Frau und Kind zur Miete in Holzwickede und hatte große Hoffnung in den Wohnpark Emscherquelle gesetzt. „Es hieß doch immer, dass die Häuser dort auch für junge Familien erschwinglich sein sollen.“  Als er dann vor Weihnachten die Angebote mit Preisen von Wilma zugeschickt bekam, war er ziemlich geschockt. Konkret soll die Doppelhaushälfte mit Garage und Stellplatz am Haus im Wohnpark rd. 443.000 Euro, mindestens aber 383.000 Euro kosten bei rd. 140 qm Wohnfläche und Grundstücken um die 300 qm – wobei Käufer die Wahl zwischen zwei Haustypen (W 193 oder W 145) haben. Hinzu kommen noch Kosten für Malerarbeiten, Fußböden und Extrawünsche, die vom Standard (z.B. bei Elektrik, Sanitärobjekten usw.) abweichen. Weitere Kosten kommen auf Käufer für Notar- und Gerichtskosten sowie natürlich die Grundsteuer zu. Alles in allem summieren sich da noch einmal locker Zusatzkosten in satter fünfstellige Höhe.

„Wenn man sich die Beschreibung ansieht, ist die Leistung von Wilma im Vergleich gar nicht mal so exorbitant teuer“, räumt K. dennoch ein. Trotzdem: „Wir können uns das als junge Familie kaum leisten. Woran wir uns vor allem stoßen, ist, dass vorher ein so falscher Eindruck erweckt worden ist.“ Das sei einfach ärgerlich. „Wir hätten uns schon auch eine preiswertere Variante in dem Neubaugebiet gewünscht“, meint K. „Vielleicht auch einen Haustyp, der nicht unterkellert und dafür etwas preiswerter ist.“ 

Neben rein finanziellen Überlegungen ist K. allerdings auch enttäuscht von der übrigen Planung des Wohnparks. „Da war vorher ja relativ viel Grün vorgesehen. Das gibt es jetzt auch nicht mehr.“ Aufgegeben hat der Familienvater den Wunsch nach einem eigenen Haus noch nicht. „Aber wir ziehen den Wohnpark wohl nicht mehr ernsthaft in Erwägung. Vielmehr schauen wir uns jetzt auch nach gebrauchten Immobilien um.“  

„Wasser auf die Mühlen“ der Kritiker

Da wurden einfach falsche Erwartungen geweckt.“

Wilfried Brinkmann

Die Kritik des Holzwickeder Familienvaters ist „Wasser die Mühlen“ des Bürgerblock-Sprechers Wilfried Brinkmann: Der Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses hat schon sehr früh immer wieder darauf hingewiesen, dass es in dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände weder günstige Baupreise noch das versprochene Grün geben wird. Zudem sei die Verkehrssituation längst nicht befriedigend geklärt. „Da wurden einfach falsche Erwartungen geweckt. Zur Ehrenrettung von Wilma muss man aber sagen: Die Wilma hat nie gesagt, dass sie besonders preisgünstig baut.“ Noch in einer der letzten öffentlichen Sitzungen des Jahres hatte Brinkmann vorgerechnet: Man müsse heute „für eine gute Eigentumswohnung von 3.000 Euro pro Quadratmeter“ ausgehen. „Die Wilma baut unterkellert und mit ausgebautem Dachgeschoss. Dafür verlangt sie auch einen stolzen Preis.“

Dass die CDU falsche Erwartungen geweckt habe, sieht ihr Vorsitzender allerdings nicht so. „Ich kenne die konkreten Angebote der Wilma nicht, aber im Moment sind die Baupreise schon happig. Man muss aber den ganzen Baumarkt bewerten.“ Die steigenden Preise gingen vor allem auf die aktuelle Zinspolitik zurück. „Es gibt derzeit eine hohe Nachfrage und ein geringes Angebot.“ Dass diese Entwicklung gerade für junge Familien nicht günstig ist, räumt Lausmann ein.

CDU hofft auf freie Marktwirtschaft

Die aktuelle Situation ist nichts, was wir uns gewünscht haben.“

Frank Lausmann

Als CDU-Chef trete er aber auch für die freie Marktwirtschaft ein. „Die Frage, ob die Häuser zu teuer sind, wir der Markt beantworten.“ Für einen echten Vergleich müsse man den Wohnpark mit anderen Neubaugebieten in der Nachbarschaft vergleichen. „Ich bin sicher, dass sich Wilma am Markt orientiert und reagiert, wenn sie ihre Häuser nicht verkaufen kann“, glaubt Lausmann. „Die aktuelle Situation ist nichts, was wir uns gewünscht haben“, räumt er ein. „Aber für unsere Entscheidung, das Wohngebiet auszuweisen, war die demografische Entwicklung die größte Herausforderung. Wir wollen über den Zuzug junger Familien unsere Schulen und Kitas sowie die übrige Infrastruktur sichern.“

Es habe ja sogar auch die in Aussicht gestellten Subventionen für junge Familien gegeben. „Es gibt das Baukindergeld und auch die Grunderwerbsteuer ist gesenkt worden“, erinnert der CDU-Chef. „Das betrifft zwar nicht speziell den Wohnpark Emscherquelle. Aber wir als Gemeinde haben da auch wenig Handlungsspielraum“, behauptet Lausmann. „Wir versuchen seit 16 Jahren eine vernünftige Lösung für das Kasernengelände zu finden. Mit dem Wohnpark Emscherquelle ist das gelungen.“

Die Grünen fordern: Gemeinde soll mit Bahn über Verschönerung der Unterführung reden

Unterführung Nordstraße
Die Grünen möchten die Gemeindeverwaltung beauftragen, konkrete Gespräche mit der Deutschen Bahn über die Umgestaltung der Unterführung aufzunehmen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Holzwickeder Grünen drängen darauf. Dass die Gemeinde Holzwickede Kontakt zur Deutschen Bahn aufnimmt, um konkrete Gespräche zur Umgestaltung der unattraktiven Bahnunterführung zu führen. Ein entsprechender Antrag wurde jetzt von der Fraktion der Grünen für den nächsten Planungs- und Bauausschuss gestellt.

Für ihren Fraktionsvorsitzenden ist „Kommunalpolitik der Ort der Wahrheit“, so Friedhelm Klemp: „Seit Jahren werden wir immer wieder auf die Unattraktivität der Bahnunterführung in unserer Gemeinde angesprochen. Wir haben ja auch schon mit unserem Kunstprojekt versucht, diese Unattraktivität ein wenig zu mindern.“  

Was natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein konnte. Denn, so Klemp weiter: „Die Unterführung als Verbindung von der Nordstraße zur gemeindlichen Mitte ist Eingangstor für unsere Gemeinde und entspricht in keiner Weise moderner Gemeindegestaltung. Vielmehr ähnelt sie alten Ruhrgebietsfassaden.“

Unterführung gehört zum Bahnhofsumfeld

Ein kleiner Beitrag der Mitglieder der Grünen zur Verschönerung: die Wandbilder in der Unterführung Bahnhofstraße. (Foto: privat)

Im Zuge der Planung für eine moderne und attraktive Bahnhofsgestaltung haben die Grünen in den letzten Planungs- und Bauausschüssen des alten Jahres sowie auch im Rat ihr Anliegen zur Umgestaltung der Unterführung zum Ausdruck gebrachte und auf alte Beschlüsse hingewiesen. „Ich persönlich habe sogar auch auf Fördermöglichkeiten der Bahn für Umweltverschönerungen hingewiesen“, so Friedhelm Klemp.

„Für uns und für viele Bürger macht es überhaupt keinen Sinn, mit erheblichen Kosten einen modernen Bahnhof und sein Umfeld zu gestalten und dabei die Unterführung außer Acht zu lassen, die eine erheblich andere Ansicht bietet.“  

Auch bei der Gemeinde, erinnert der Grünen-Fraktionschef, ist Geld für Umgestaltung der Unterführung vorhanden: rd. Eine halbe Million Euro. „Das Geld muss nur abgerufen werden“, so Friedhelm Klemp.

Von daher daher bitten die Grünen die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses ihrem Antrag zu folgen und zu beschließen, die Verwaltung zu beauftragen, konkrete Gespräche zur Umgestaltung der Unterführung mit der Deutschen Bahn zu führen und im darauffolgenden Fachausschuss darüber zu berichten, damit über weitere Maßnahmen diskutiert werden kann.

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Teilstück saniert: Wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße (K31)

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Bauarbeiten sind abgeschlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Der Zeitplan ist aufgegangen: Nach einer dreimonatigen Vollsperrung ist die Steinbruchstraße in Holzwickede (K31) wieder frei. Der Kreis Unna hat ein rund 400 Meter langes Teilstück komplett saniert. Wermutstropfen für die Anwohner: Die freie Fahrt auf der Straße ist nur von kurzer Dauer.

Zwischen der Schönen Flöte und dem Billmericher Weg haben die Straßenbauarbeiter in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass die Straße voll ausgebaut und etwas verbreitert wurde. „Wir konnten die Arbeiten pünktlich abschließen“, erklärt Jürgen Busch, zuständiger Sachgebietsleiter beim Kreis Unna, „und das war auch wichtig.“

Denn es steht schon die nächste Baustelle an – und dafür muss das Teilstück frei sein. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat nämlich vor, die Autobahnbrücke im weiteren Verlauf der Straße, die dann Massener Heide heißt und auf Unnaer Stadtgebiet liegt, zu sanieren. Zur Vorbereitung darauf müssen Versorgungsleitungen unter Federführung der Stadtbetriebe Unna tiefer gelegt werden. Deshalb wird die Strecke voraussichtlich ab dem 20. Januar erneut voll gesperrt. Bis dahin kann der Verkehr auf dem frisch sanierten Teilstück rollen – allerdings zunächst mit Tempo 30, weil Markierungen noch fehlen. PK | PKU 

Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fachbereichsleiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Neuer Leiter Fachbereich Bauen der Kreisverwaltung: Georg Thomys übernimmt

Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fachbereichsleiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)
Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fachbereichsleiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Der Fachbereich Bauen der Kreisverwaltung Unna hat einen neuen Chef: Georg Thomys heißt der Neue, bei dem seit Dezember 2019 alle Fäden zusammenlaufen.

Zuvor war Thomys Fachdienstleiter der Bauordnung in Lüdenscheid. Er ist gebürtiger Hagener, Diplom-Ingenieur und hat jahrelang Erfahrung.   Gestartet ist sein Werdegangs zum Kreisoberbaurat 1995 mit einem Praktikum in einem Architekturbüro. Es folgten ein Studium an der Universität Dortmund, zwei Auslandssemester in Kansas (USA) und viele Nebenbeschäftigungen, bis der 46-Jährige sein Architektur und Städtebau-Diplomstudium 2001 mit „sehr gut“ abschloss.  

In den öffentlichen Dienst trat er bei der Bezirksregierung Düsseldorf als Regierungsbaureferendar ein. Nach der Staatsprüfung zum Bauassessor 2005 arbeitete er bei der Stadt Bonn bis er 2007 die Leitung des Bauordnungsamts / unteren Denkmalbehörde Hagen übernahm. 2014 übernahm er die Leitung der Bauordnung in Lüdenscheid und jetzt kommt der erfahrene Architekt nach Unna.  

Landrat Michael Makiolla wünschte ihm alles Gute und viel Erfolg für die anstehenden Aufgaben. Zum Fachbereich Bauen gehören die Sachgebiete Bauordnungsangelegenheiten, Unterhaltung, Neubau und Erweiterung von Verkehrsflächen zu dem auch der Kreisbauhof gehört, Hochbaumaßnahmen an Dienstgebäuden und Verwaltung, Vergaben und Wohnungswesen. PK | PKU

Der Lebensmitteldiscounter Aldi will am Standort Stehfenstraße neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im Planungs- und Bauausschuss gestern Abend zustimmend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Fachausschuss bringt Aldi-Erweiterung und Wasserstoffanlage für Eco Port auf den Weg

Der Lebensmitteldiscounter Aldi will am Standort Stehfenstraße neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im Planungs- und Bauausschuss gestern Abend zustimmend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Der Lebensmitteldiscounter Aldi will am Standort Stehfenstraße neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im Planungs- und Bauausschuss gestern Abend zustimmend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Im Gewerbepark südlich der Chaussee will die Westnetz GmbH in einem Pilotprojekt eine Wasserstoffversorgungsstation bauen und betreiben. Auf dem rund 3.000 m2 großen Areal im Eco Port ist der Aufbau eines Wasserstoffhochdruckbehälters als Wasserstoffquelle geplant, aus der die Betriebe westlich der Gottlieb-Daimler-Straße mit Energie versorgt werden können. Langfristig könnte dort auch eine Wasserstoff-Tankstelle entstehen. Das Ansiedlungsvorhaben ist bereits im Wirtschaftsförderungsausschuss Mitte September zustimmende zur Kenntnis genommen worden. Im Planungs- und Bauausschuss stand gestern Abend (11.12.) die notwendige Änderung des Bebauungsplanes auf der Tagesordnung.

Das 0,3 Hektar große Areal liegt zwischen der Gottlieb-Daimler-Straße (Norden), einem namenlosen Wirtschaftsweg (Osten) und der A 40 (Süden). Damit der Wasserstoffhochdruckbehälter errichtet werden kann, müssen die bisher im Bebauungsplan für Ausgleichsmaßnahmen vorgesehenen Grünflächen in gewerbliche Bauflächen umgewandelt werden. Ein Grünausgleich ist an anderer Stelle im Gemeindegebiet vorgesehen. Mit der Umwidmung der vorhandenen Erdgasleitung zu einer Wasserstoffleitung, die angrenzende Betriebe westlich der Gottlieb-Daimler-Straße in die Energieversorgung einbindet, so die Verwaltung, sei „ein wichtiger Beitrag zur Energiewende vorgesehen“. Der Ausschuss nahm die Änderung des Bebauungsplanes zustimmend zur Kenntnis.

Ebenfalls zustimmend zur Kenntnis genommen hat der Planungs- und Bauausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes Einzelhandelsstandort Stehfenstraße. Dahinter verbirgt sich die geplante Erweiterung des Aldi-Marktes auf rd. 1.500 m2 am aktuellen Standort. Hier hatten nach einigen Änderungen die Planunterlagen noch einmal öffentlich ausgelegen.

Ebenso wurde die Änderung des Bebauungsplanes Am Brauck zur Kenntnis genommen.

3,5 Mio. Euro für Straßensanierung bis 2024

Asphalt, Straßenbau, Baustelle, (Foto: CCO - pixabay.de)
Im Planungs- und Bauausschuss stand auch das Straßensanierungsprogramm für die nächsten fünf Jahre auf der Tagesordnung. (Foto: CCO – pixabay.de)

Schließlich stimmten die Fraktionen dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Straßensanierungsprogramm 2020-2024 zu. Danach sind für die nächsten fünf Jahre Sanierungsmaßnahmen von jährlich 700.000 Euro vorgesehen. Grundlage des Programms sind die Daten, die bei der Straßenzustandserfassung durch eagle eye ermittelt wurden. Die 3,5 Mio. Euro reichen nach Aussage der Verwaltung zwar nicht aus, um den im Erhaltungskonzept dargestellten Straßenzustandes zu erhalten. Die Summe sei aber „ein Mehrfaches der Mittel, die in den zurückliegenden Jahren in die Straßensanierung investiert wurden“.

Konkret ist vorgesehen im nächsten Jahr folgende Straßen zu sanieren:

  • Schubertstraße (Friedrich- bis Natorper Straße) 130.000 Euro
  • Stehfenstraße (Kant- bis August-Borsig-Straße) 110.000 Euro
  • Massener Straße (Goethe- bis Jahnstraße) 130.000 Euro
  • Irisweg (Unnaer- bis Oststraße, einschl. Gehweg) 90.000 Euro
  • Ruhrstraße (verschiedene Abschnitte) 120.000 Euro

Im Jahr 2021 sind dann vorgesehen:

  • Lessingstraße (Rausinger- bis Haydnstraße) 130.000 Euro
  • Uhlandstraße (Elsa-Brandström- bis Hohenleuchtestraße) 120.000 Euro
  • Bahnhofstraße, Gehweg (Montanhydraulik- bis Jahnstraße) 90.000 Euro
  • Fliederstraße (gesamt) 180.000 Euro
  • Schwerter Straße (Grenze zu Geisecke) 70.000 Euro
Die SPD Holzwickede und der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)

SPD-Diskussion mit Bürgern zum Thema „Straßenbaubeiträge abschaffen“

Die SPD Holzwickede und der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)
Die SPD Holzwickede und der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)

Die Diskussion um die Zukunft der Straßenausbaubeiträge in NRW war Thema bei einer gemeinsamen Veranstaltung des heimischen Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke und der örtlichen SPD in Holzwickede im Alois-Gemmecke-Haus.


Stefan Kämmerling MdL, kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, stellte den aktuellen Sachstand dar. Die von der schwarz-gelben Landesregierung nun vorgeschlagene Regelung, die Maximalbeiträge zu begrenzen, sei ungerecht und an Bürokratie kaum zu überbieten. „Zusätzlich entsteht für die Kommunen ein erheblicher Verwaltungsaufwand, der nicht vom Land beglichen wird. In ihrem eigenen Ministerium jedoch hat die zuständige Ministerin Scharrenbach für die Abwicklung des Förderprogramms neue Stellen geschaffen“, kritisiert Stefan Kämmerling die Pläne der Landesregierung.

Viele Fragen an den Fachpolitiker

„Die Städte in meinem Wahlkreis leisten seit Jahren große Anstrengungen, um relativ geringe Straßenausbaubeiträge auf die Betroffenen umzulegen. Der Vorschlag der Landesregierung würde vor Ort kaum Entlastung bringen“, bewertet Hartmut Ganzke die Pläne der zuständigen Ministerin. Die Teilnehmer der Veranstaltung hatten eine Vielzahl von Fragen an den Fachpolitiker Stefan Kämmerling aus Eschweiler und teilten nach der Veranstaltung Position der NRW Landtagsfraktion der SPD, „die Beiträge sind ungerecht und gehören komplett abgeschafft“.

 Insbesondere für Geringverdiener, junge Familien und Rentner bedeuten die Beiträge oftmals eine nicht zu stemmende finanzielle Belastung. Hinzu komme, dass die Kommunen die Grundstückseigentümer unterschiedlich stark an den Kosten beteiligen, mal mit 50, mal sogar mit 80 Prozent der umlegungsfähigen Kosten. Für die Grundlage der Berechnung spielten auch der wirtschaftliche Hintergrund der Betroffenen, die finanzielle Situation und der Wert des Grundstücks keine Rolle. „Dieses Gesetz schafft eine soziale Härte, die wir abschaffen wollen“, sagt Kämmerling.

Gesetzentwurf seit 2018 auf dem Tisch

„Unser Vorschlag, die komplette Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, ist unbürokratisch, entlastet die Anwohnerinnen und Anwohner und die kommunalen Verwaltungen. So geht Bürokratieabbau“, erläuterte Stefan Kämmerling seinen Zuhörern. Hartmut Ganzke fügte hinzu: „Die Bürgerinnen und Bürger in NRW können sich auf die SPD-Landtagsfraktion verlassen. Unser Gesetzesentwurf liegt seit November 2018 auf dem Tisch. Wir bleiben dabei, dass unser Gesetzesvorschlag gerecht und finanzierbar ist. Nun ist es an der Regierungskoalition.“

Große Unsicherheit bestand bei den teilnehmenden Bürgern über die Behandlung bereits erfolgter Ausbaumaßnahmen, sowie über die Ausgestaltung möglicher Stichtagsregelungen. Die beiden Abgeordneten sagten zu, die offenen Fragen in die Beratungen der Fraktion einzubringen.

Asphalt, Straßenbau, Baustelle, (Foto: CCO - pixabay.de)

SPD sucht Gespräch mit Holzwickeder Bürgern über Straßenausbaubeiträge

Die SPD will mit den Holzwickeder Bürgern über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit ihren beiden NRW-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling und Hartmut Ganzke lädt die SPD Holzwickede alle interessierten Bürger zu einer Dialogveranstaltung am Mittwoch (4. Dezember) ab 18 Uhr in das Alois-Gemmeke-Haus (katholisches Gemeindehaus) ein.

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