Ehemann nimmt seiner Frau Handtasche weg: Anklage wegen schweren Raubes

Hat der 38 Jahre alte Vater von zwei Jungen im Alter von acht und zwölf Jahren die Mutter seiner Kinder auf offener Straße in Holzwickede mit einem Fleischermesser bedroht und ihr die Handtasche geraubt? Oder hat er als Vater nur verantwortungsvoll gehandelt und die Mutter seiner Kinder, die getrennt von ihm lebt, versucht daran zu hindern, dass sie ihre beiden Kinder mitten in der Nacht allein zurücklässt? Auch darüber wird das Schöffengericht Unna zu befinden haben.

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Rentner fährt Spiegel ab: Verfahren wegen Unfallflucht eingestellt

Weil er mit dem Kopf bei pri­vaten Pro­blemen war, kam ein 69 Jahre alter Rentner am Sil­ve­stertag (31.12.2018) gegen 12 Uhr auf der Teu­to­nen­straße zu weit nach rechts von der Fahr­bahn ab und tou­chierte mit seinem Spiegel den Außen­spiegel eines par­kenden Pkw. Gesamtsach­schaden: 295 Euro. Weil er sich anschlie­ßend uner­laubt vom Unfallort ent­fernte fand er sich in am Don­nerstag auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richts Unna wegen Unfall­flucht wieder.

Ort schil­derte der sicht­lich auf­ge­regte 69-Jäh­rige, dass er sogar ange­hakten hatte und etwa zehn Minuten lang am Unfallort gewartet hatte. „Doch es war weit und breit nie­mand zu sehen. Da war absolut ‚tote Hose‘.“

Polizeiwache nicht besetzt

Des­halb will er von der Teu­to­nen­straße zur Poli­zei­wache in die Opher­dicker Straße gefahren sein. „Doch die war nicht besetzt.“ Weil er zu Hause Hand­werker erwar­tete, fuhr er des­halb nach Hause. „Das war ein Fehler. Es tut mir sehr leid“, zeigte der Rentner Reue.

Richter Jörg Hücht­mann zeigte sich gnädig, zumal der Schaden nur gering ist. In Ein­ver­nehmen mit der Staats­an­wältin stellte er das Ver­fahren mit Blick auf ein wei­teres Urteil gegen den anson­sten unbe­schol­tenen Rentner ein: Der 69-Jäh­rige war bereits im Vor­jahr, eben­falls wegen Fah­rer­flucht, zu einer Geld­strafe und einem Monat Fahr­verbot ver­ur­teilt worden.

Taxifahrer wirft Radler um: Verfahren eingestellt

Beim Abbiegen aus der Allee in die Hauptstraße hat ein 40 Jahre alter Taxifahrer aus Holzwickede am 18. Oktober vorigen Jahres einen 78-jährigen Fahrradfahrer mit seinem E-Rad übersehen. Auf dem Überweg soll er den Senior dann mit seinem Pkw angestoßen haben. Der 78-jährige kam zu Fall und erlitt eine Schürfwurde am kleinen Finger und am Knie. Der Taxifahrer musste sich heute wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Unna verantworten.

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Sexueller Missbrauch: Überraschende Zeugenaussagen entlasten Angeklagten

Überraschung im Fall des 25-jährigen afghanischen Asylbewerbers M., der wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen vor dem Schöffengericht Unna steht. Zum zweiten Fortsetzungstermin heute (3. Mai) hatte Richterin Brigit Vielhaber-Karthaus weitere Zeugen geladen, nachdem die Mutter des geschädigten Mädchens den Angeklagten zuvor erheblich belastet hatte. Überraschenderweise widersprachen die Zeugen heute der Aussage der Mutter in wesentlichen Punkten und entlasteten den Angeklagten damit.

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Mutmaßlicher Reichsbürger wegen Nötigung zu 1.350 Euro Geldstrafe verurteilt

Ein 55 Jahre alter Holzwickeder, der ganz offenkundig der Reichsbürger-Ideologie anhängt, ist heute vor dem Amtsgericht Unna wegen Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.350 Euro verurteilt worden. Der Angeklagte war vor Gericht nicht erschienen. Deshalb ereilte ihn seine Strafe in Form eines Strafbefehls.

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Wütender Autofahrer demoliert Pkw seines Kontrahenten: Geldstrafe zur Bewährung

Ein 36 Jahre alter pol­ni­scher Staats­bürger hatte sich heute (25. April) wegen einer Sach­be­schä­di­gung vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten. Laut Ankla­ge­schrift war der Ange­klagte, ein Hartz IV-Emp­fänger von hünen­hafter Statur, am 5. Oktober vorigen Jahres völlig aus­ge­ra­stet, weil ein anderen Ver­kehrs­teil­nehmer ihn auf der A 44 gefähr­lich „geschnitten“ habe, um dann die Aus­fahrt Holzwickede zu nehmen:

Als beide Fahr­zeuge am unteren Ende der Aus­fahrt vor der Ver­kehrs­ampel hielten, war der Ange­klagte aus­ge­stiegen, hatte den Fahrer des anderen Fahr­zeuges wüst beschimpft und dabei gegen die Scheibe des Autos getrom­melt, mehr­fach auf das Dach geschlagen und gegen das Heck des Pkw getreten. Noch wäh­rend der Ange­klagte draußen wütete, riefen die beiden Insassen des Pkw bereits die Polizei.

Nachdem sich der 36-Jäh­rige aus­ge­tobt hatte, stieg er in seinen Pkw und fuhr davon. Zurück ließ er, laut Gut­achten, einen Sach­schaden in Höhe von 5.230 Euro am Pkw seines Kon­tra­henten, einem fast neuen Seat.

Streit um 5.230 Euro Sachschaden in Zivilprozess

Um den Sach­schaden, der in seiner Höhe von dem Ange­klagten bestritten wird, ging es heute aller­dings nicht. Dieser ist Gegen­stand eines noch lau­fenden Zivil­pro­zesses. Vor dem Amts­ge­richt heute ging es aus­schließ­lich um den straf­recht­li­chen Aspekt der Sach­be­schä­di­gung. Und diese räumte der Ange­klagte in vollem Umfang ein: Es tue ihm sehr leid. Er sei mit seiner Mutter im Auto auf der A 44 unter­wegs gewesen, als ihn der Geschä­digt in lebens­ge­fähr­li­cher Weise „geschnitten“ habe. Da habe er schlicht „die Nerven ver­loren“, wie der 36-Jäh­rige über seinen Anwalt erklären ließ. „Mein Man­dant bedauert sehr, was da pas­siert ist.“

Auch bei dem Geschä­digten, einem 31 Jahre alten Fahr­dienst­leiter aus Kamen, ent­schul­digte sich der Ange­klagte. Der Geschä­digte schil­derte im Zeu­gen­stand noch einmal ein­dring­lich, wie der Ange­klagte „völlig außer Rand und Band“ gewesen sei und er des­halb auch nicht aus­ge­stiegen, son­dern sitzen geblieben war in seinem Auto. „Ich wollte mich nicht auf Hand­greif­lich­keiten ein­lassen.“ Für dieses beson­nene Ver­halten gab es aus­drück­lich Aner­ken­nung von Richter Jörg Hücht­mann. „Wer weiß, was sonst noch pas­siert wäre.“

180 Euro Entschädigung für den Geschädigten

Die Staats­an­wältin for­derte für den arbeits­losen Hartz IV-Emp­fänger eine Geld­strafe von 50 Tages­sätzen a‘ zehn Euro sowie ein ein­mo­na­tiges Fahr­verbot. Für den Ange­klagten spreche zwar die Ein­sicht in sein Fehl­ver­halten und sein Reue. Gegen den Ange­klagten spreche aller­dings auch eine ein­schlä­gige Vor­strafe.

Der Ver­tei­diger plä­dierte dafür, es bei einer Geld­strafe zu belassen. Sein Man­dant habe zwar eine Vor­strafe. Er habe aber auch das Pro­blem erkannt und sein Ver­halten geän­dert. Sein Man­dant bemühe sich gerade intensiv eine Arbeits­stelle. Da mache sich ein Fahr­verbot ganz schlecht, wenn ein Angebot komme.

Richter Jörg Hücht­mann ver­ur­teilte den Ange­klagten schließ­lich zu 40 Tages­sätzen a‘ zehn Euro und stellte die Geld­buße unter den Straf­vor­be­halt, dass es keine wei­teren Geset­zes­ver­stöße mehr gibt in den näch­sten zwölf Monaten. Außerdem muss der Ange­klagte 180 Euro an den Geschä­digten zahlen. Als Ent­schä­di­gung für den erlit­tenen Schrecken sei das nur ange­messen, so der Richter. Eine voll­streck­bare här­tere Strafe sei nicht erfor­der­lich, da der Ange­klagte den Willen zur Wie­der­gut­ma­chung und Bes­se­rung seines Ver­hal­tens gezeigt habe, so die Urteils­be­grün­dung.

Kein Wohnsitz und kein Einkommen: Ladendieb muss 300 Euro Strafe zahlen

Der 39 Jahre alte Holzwickeder lebte schon eine ganze Weile ohne festen Wohnsitz und finanzielle Einkünfte. Weil er in den vergangenen beiden Jahren einige Ladendiebstähle begangen hat, fand er sich heute (4. April) auf der Anklagebank des Amtsgerichts Unna wieder – just zu einem Zeitpunkt, als er gerade wieder Aussicht auf eine Wohnung und festen Boden unter den Füßen zu bekommen scheint.

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