(Foto: Succo - Pixabay)

32-Jähriger zieht Berufung zurück: Vier Monate Haft für Betrug an eigener Familie

Weil er seinen Stiefvater und die eigene Mutter in Holzwickede mit einem raffinierten Trick um 721 Euro betrogen hat, wurde ein 32-jähriger Kamener im Januar vor dem Amtsgericht Unna zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das Problem für den 32-Jährigen: Er stand zur Tatzeit unter Bewährung und droht als Bewährungsversager noch zehn Monate länger hinter Gitter zu wandern. Darum ging er in die Berufung. In der Berufungsverhandlung heute vor dem Landgericht Dortmund hatte er allerdings nichts zu bieten, was das Gericht hätte verlassen können, das Urteil des Amtsgerichtes abzuändern.

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Notorischen Linksfahrer auf A44 ausgebremst: 900 Euro Geldstrafe wegen Nötigung

Es ist der traurige Klassiker im Straßenverkehr: Wütend über einen notorischen Linksfahrer, der mit Tempo 90 auf der linken Fahrspur der A44 trödelte, obwohl 120 km/h erlaubt sind, überholt der 50-jährige P. am 31. Juli vorigen Jahres morgens um 8.05 Uhr den vor ihm fahrenden Pkw in Höhe Holzwickede rechts, setzt sich dann vor den Linksfahrer und bremst ihn aus. Pech für den Berufskraftfahrer: Im dem anderen Auto sitzen gleich drei Personen, die seinen Akt der Selbstjustiz bezeugen können. Heute musste sich der 50-Jährige deshalb wegen Nötigung vor dem Amtsgericht Unna verantworten.

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Abreibung für Nebenbuhler läuft aus dem Ruder: Milde Strafe für Holzwickeder (20 J.)

Die Anklage gegen den 20jährigen S. wog schwer: Der Holzwickeder musste sich gestern (27.5.) wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht Unna verantworten. Die Anklage warf S. vor, sich mit zwei Mittätern am 13. November vorigen Jahres mit seinem langjährigen Bekannten L. (20 J.) im Stadtpark Unna verabredet zu haben, um dessen Handy unter Vorhalt einer Waffe „abzuziehen“.

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Nicht gezahlte Physiotherapie bringt 51-Jährigen auf Anklagebank

Das hätte der 51-jährige Holzwickeder auch preiswerter haben und sich obendrein eine Menge Ärger ersparen können: Weil er seine physiotherapeutische Behandlungen im Frühjahr 2018 im Gesamtwert von 346 Euro nicht bezahlte, schickte ihm der Physiotherapeut schließlich den Gerichtsvollzieher vorbei. Der konnte den Betrag jedoch nicht auftragsgemäß pfänden, weil der Schuldner ihm schriftlich erklärte, dass bei ihm kein Vermögen zu holen sei. Dabei soll er dem Gerichtsvollzieher verschwiegen haben, dass ein auf seinen Namen zugelassenes Motorrad existiert. Genau darum fand sich der Holzwickeder heute vor dem Amtsgericht Unna mit einer Anklage wegen falscher eidesstattlicher Versicherung wieder.

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Flug unter Namen der Ex-Freundin gebucht: Sieben Monate Gefängnis

Gegen einen 29 Jahre alten Holzwickeder wurde heute wegen Computerbetrugs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Amtsgericht Unna verhandelt. Die Anklage warf dem Holzwickeder vor, am 14. September vorigen Jahres unter dem Namen seiner ehemaligen Lebensgefährtin online einen Flug bei Eurowings gebucht zu haben. Als seine ehemalige Lebensgefährtin eine Mahnung für den 1.300 Euro erhielt, zeigte sie den 29-Jährigen an. Der Angeklagte wurde außerdem zweimal, am 30. Juli vorigen Jahres sowie am 7. Januar dieses Jahres in Dortmund am Steuer eines Pkw erwischt, obwohl er nicht mehr in Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war.

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Bürger will Mitarbeiter der Gemeinde wegen GEZ-Gebühren haftbar machen: 5.400 Euro Geldstrafe

Dass es eine Verhandlung wird, die vom Gericht viel Geduld erfordern würde, wurde bereits vor der Eröffnung heute (27. Februar) im Amtsgericht Unna klar: Der 56 Jahre alte Angeklagte aus Holzwickede, der ohne Rechtsvertreter erschienen war, weigerte sich prompt, auf der Anklagebank Platz zu nehmen und wollte sich auch zu seiner Einkommenssituation nicht äußern. Weder ein angedrohtes Ordnungsgeld noch die Aussicht, dass das Gericht seine Einkommensverhältnisse zu seinen Ungunsten schätzen wird, brachten den verheirateten Familienvater von zwei Kindern zur Vernunft. Eröffnet wurde die Verhandlung gegen ihn trotzdem.

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(Foto: Gerhard Gellinger - Pixabay)

Mit vollem Rucksack im Aldi an der Kasse vorbei: 700 Euro Geldstrafe für Ladendieb

Ohne Rechtsbeistand, aber mit erkennbarer Routine nahm ein 47-jähriger Holzwickeder heute (11. Februar) im Amtsgericht Unna auf der Anklagebank Platz: Die Anklage warf dem ledigen Vater von zwei Kindern vor, am 2. Oktober vorigen Jahres im Aldi-Markt an der Weberstraße in Unna Waren im Wert von 56,45 Euro in gestohlen zu haben.

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(Foto: Succo - Pixabay)

31-Jähriger betrügt eigene Familie mit raffiniertem Trick: Vier Monate Gefängnis

Hat er seinen Stiefvater und seine Mutter mit einem raffinierten Trick um 1.442 Euro erleichtert oder ist er selbst einfach völlig naiv auf einen vermeintlich guten Freund hereingefallen? Um diese Frage ging es heute (27. Januar) vor dem Amtsgericht Unna, wo sich der 31-jährige D. wegen Betrugs zu verantworten hatte.

Die Anklage warf dem arbeitslosen Kamener vor, seiner in Holzwickede lebenden Mutter und seinem Stiefvater am 21. Januar vorigen Jahres vorgegaukelt zu haben, dass er bei einem Gewinnspiel im Internet 721 Euro gewonnen habe, zur Auszahlung jedoch ein Paypal-Konto benötige. Sein Stiefvater stellte daraufhin sein Paypal-Konto zur Verfügung und zahlte das Geld an seinen Stiefsohn aus, nachdem ihm das Geld überwiesen worden war. Etwa eine Woche später wurden die 721 Euro dann von seinem Paypal-Konto wieder zurückgebucht: Paypal machte Käuferschutz geltend, da es sich nicht um einen Casino-Gewinn, sondern um einen Internet-Kauf gehandelt habe, bei dem der Käufer geltend gemacht hatte, dass er bezahlte Ware nicht bekommen habe.

Casino-Gewinn im Internet vorgegaukelt

Zu seiner Verteidigung tischte der Angeklagte heute eine etwas andere Geschichte auf: Ein guter Freund habe ihm erzählt, dass er im Internet bei einem Glücksspiel 721 Euro gewonnen habe, aber für die Auszahlung ein Online-Konto benötige, was er nicht habe. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht jemanden kenne, der ein Paypal-Konto hat“, so der Angeklagte. „Ich wollte ihm einen Gefallen tun und habe meine Mutter gefragt, ob sie das Geld auf ihr Konto auszahlen lässt.“ 

Seine Mutter habe sich das Geld dann auszahlen lassen und an ihn weitergegeben. D. will es an seinen Freund weitergereicht und für seinen Gefallen selbst lediglich 100 Euro von ihm bekommen haben.  „Der hat alles kaputt gemacht“, jammerte D. heute auf der Anklagebank. Schon einen Tag danach sei er, dank seiner Freundin, die ihn vor einem Jahr von der Straße geholt habe, skeptisch geworden. Doch da war es schon zu spät. Seit dem Vorfall sei er bei seiner Familie endgültig unten durch und habe keinen Kontakt mehr zu ihr. Seinen langjährigen Freund will er seit der Transaktion auch nicht wieder gesehen haben.

Geschädigte zahlen doppelt

Der Stiefvater schilderte heute im Zeugenstand: „Er hat uns erzählt, dass er eine E- Mail-Adresse braucht, weil er 721 Euro im Internet gewonnen hat.“ Seine Frau habe daraufhin ihr Paypal-Konto zur Verfügung gestellt und sich das Geld überweisen lassen. D. habe sie bedrängt und das Geld noch am selben Abend haben wollen. „Er hat uns versichert, dass alles legal ist und wir uns keine Sorgen machen müssten.“ Doch die Überweisung habe ein bis zwei Tage gedauert. „Erst dann haben wir ihm das Geld gegeben.“

Eine Woche später habe sich dann Paypal gemeldet und das Geld zurückgefordert. „Die haben Käuferschutz geltend gemacht. Es sei eine bezahlte Ware nicht geliefert worden“, so der Stiefvater im Zeugenstand. „Seitdem habe ich Probleme mit Paypal.“ Der Stiefvater fühlt sich gleich doppelt von seinem Stiefsohn betrogen: „Er hat von mir das Geld bekommen und ich musste den gleichen Betrag auch noch an Paypal zahlen.“  

Die E-Mail-Adresse, unter der das Geld bei Paypal zurückgefordert wurde, sei als die des Angeklagten erkannt worden, so der Stiefvater. Stimmt das, wären die 1.440 Euro komplett bei seinem Stiefsohn gelandet. „Er hat mich auch schon öfters betuppt“, so der erboste Stiefvater, der seinen Stiefsohn prompt anzeigte, nachdem sich Paypal bei ihm gemeldet hatte. „Jetzt hat er bei uns auch Hausverbot.“

Käuferschutz: Paypal fordert 721 Euro zurück

Der Anklagevertreter nahm D. seine Geschichte nicht ab und sah den Tatvorwurf nach dieser Aussage als bestätigt an. Gegen den Angeklagten spricht zudem, dass er wegen Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs vorbestraft und nach einem Urteil des Amtsgerichts Unna von einem Jahr und zehn Monaten noch immer unter Bewährung steht. Deshalb forderte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von acht Monaten ohne Bewährung für D.

Dessen Verteidiger meinte dagegen, dass man „die Aussage meines Mandanten nicht einfach als Schutzbehauptung vom Tisch wischen“ könne. Es gebe berechtigte Zweifel an der Schuld seines Mandanten, weshalb er auf Freispruch plädierte.

Richter Schaffernicht verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von vier Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In seiner Urteilsbegründung bezeichnete der Richter die vom Angeklagten aufgetischte Geschichte als widersprüchlich und unglaubwürdig. So sei es kaum vorstellbar, dass jemand bei einem Glücksspiel im Internet einen Gewinn erzielen kann, ohne sich vorher dort zu registrieren. Und dann wäre da noch das Vorstrafenregister des Angeklagten, „was nicht von schlechten Eltern ist“.  Ob das erste Urteil von einem Jahr und zehn Monaten gegen D., der nun als Bewährungsversager gilt, widerrufen wird und er auch diese Strafe absitzen muss, ist noch nicht raus. Die Entscheidung darüber fällt erst später.

In Moschee gegen Annäherungsverbot verstoßen: Geldstrafe für 39-jährigen Syrer

Weil er sich trotz eines Annäherungsverbotes dem 22-jährigen Zeugen A. am 27. September vorigen Jahres näherte und A. sogar fotografierte, wurde der 39-jährige syrische Staatsangehörige M. aus Holzwickede heute (14. Januar) vor dem Amtsgericht Unna zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen a‘ zehn Euro verurteilt.

Dabei dürfte M., der verheiratet ist und zwei Kinder hat, sogar noch glimpflich davongekommen sein. Denn eigentlich soll er laut Anklage in der Zeit vom 24. September bis 4. Oktober vorigen Jahres in zwei weiteren Fällen gegen das Verbot der Annäherung oder Kontaktaufnahme verstoßen haben. Doch Richter Jörn Granseuer beschränkte das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf die beiden Vorfälle am 27. September, die sich eindeutig beweisen ließen.

Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Beteiligten ist ein Familienstreit, der mit der gerichtlichen Anordnung am 21. August vorigen Jahres endete, dass sich der Angeklagte dem Zeugen A. nicht mehr auf weniger als 20 Meter nähern oder mit ihm Verbindung aufnehmen darf.

Trotzdem kam es am 27. September vorigen Jahres zu einer Begegnung der beiden Streithähne muslimischen Glaubens in einer Moschee in Unna. Es gab einen kurzen Streit im Gebetsraum und A. verließ die Moschee. Vor dem Ausgang trafen dann beide Kontrahenten wieder aufeinander. M. fotografierte A., der versuchte, ihm das Handy zu entwenden, M. spuckte vor ihm aus – schließlich wurde die Polizei gerufen.

Hintergrund ist ein Familienstreit

Soweit wurde der Sachverhalt heute auch durch den unbeteiligten Zeugen S., einen 20-jährigen Schüler, bestätigt.

Der Angeklagte rechtfertigte sich durch einen Dolmetscher übersetzt wortreich damit, dass die Moschee in Unna schließlich so klein sei, dass er A. kaum aus dem Wege gehen konnte. Draußen habe A., dann auf ihn gewartet und regelrecht die Konfrontation gesucht.

Das Gericht wertete diese Aussage als Geständnis, auch wenn sich Richter Granseuer mit dieser Bezeichnung Geständnis schwer tat. „Denn von Reue oder gar Einsicht ist beim Angeklagten überhaupt keine Spur zu erkennen.“ Wenn der Angeklagte schon keine andere Moschee aufsuchen wollte, hätte er zumindest einfach gehen können, ohne Kontakt zu A. aufzunehmen, als er diesen erkannte. Das habe er jedoch nicht getan und deshalb gegen die Anordnung vom 21. August vorigen Jahres verstoßen.

Immerhin ist M. nicht vorbestraft. Die Anklagevertreterin hatte eine Gesamtstrafe von 45 Tagessätzen a‘ 20 Euro für ihn gefordert. Richter Granseuer verurteilte den Hartz IV-Empfänger zu 25 Tagessätzen a‘ zehn Euro wegen Verstosses gegen das Gewaltschutzgesetz. M. blieb bis zum Schluss uneinsichtig: Er kündigte an, das Urteil nicht akzeptieren zu wollen.

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