Bürgermeisterin Ulrike Drossel besucht Siebtklässler des CSG im Politikunterricht

Bürgermeisterin Ulrike Drossel, hier mit Schulleiterin Andrea Helmig-Neumann und Politiklehrer Jürgen Athens (v.l.), bei ihrem Besuch der Jahrgangsstufe 9 des Clara-Schumann-Gymnasiums. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel, hier mit Schul­lei­terin Andrea Helmig-Neu­mann und Poli­tik­lehrer Jürgen Athens (v.l.), bei ihrem Besuch der Jahr­gangs­stufe 7 des Clara-Schu­mann-Gym­na­siums. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Für die Schü­le­rinnen und Schüler der 7. Jahr­gangs­stufe des Clara-Schu­mann-Gym­na­siums war es heute sicher kein ganz nor­maler Schultag: Holzwickedes Bür­ger­mei­ster Ulrike Drossel besuchte die Jugend­li­chen im Poli­tik­un­ter­richt.

Anlass ist ein gemein­sames Pro­jekt zur poli­ti­schen Bil­dung vor Ort im Rat­haus und in der Schule: Dass sie es für sehr wichtig hält, Jugend­liche stärker für Politik zu inter­es­sieren, hatte Ulrike Drossel schon in ihrem Wahl­kampf deut­lich gemacht. Als Bür­ger­mei­sterin hatte sie dann zwei Anläufe in diese Rich­tung unter­nommen, aber keine Rück­mel­dungen erhalten.

Im Sep­tember vorigen Jahres stat­tete schließ­lich Jürgen Athens, Poli­tik­lehrer am Clara-Schu­mann-Gym­na­sium, mit Schü­lern der Jahr­gangs­stufe 7 der Bür­ger­mei­sterin einen Besuch im Rat­haus ab, um sich über die Politik und Ver­wal­tung in der Gemeinde zu infor­mieren. Gemeinsam hob man das Pro­jekt aus der Taufe.

Heute nun war Ulrike Drossel zum Gegen­be­such im CSG und stellte sich eine Stunde lang den Fragen der Schüler: Was Schüler und Bür­ger­mei­sterin zeigten sich glei­cher­maßen gut vor­be­reitet. „Was hat Sie bewogen in die Politik zu gehen?“, wollten die Schüler wissen. „Die Ost­um­ge­hung“, erklärte Ulrike Drossel. In der Aus­ein­an­der­set­zung damit habe sie gemerkt, wie umfang­reich das Thema sei und viele andere Dinge berühre: vom Bau­recht über die Umwelt bis zur Sozi­al­po­litik. „Ich habe große Freude daran gehabt, mich damit aus­ein­an­der­zu­setzen, mich zu infor­mieren und in einem Team zu arbeiten.“ Dar­über sei sie dann zur Politik und auch zu ihrer Partei, dem Bür­ger­block, gekommen.

Meine Haupt­auf­gabe als Bür­ger­mei­sterin ist ja, Dinge zu lenken, zu bestimmen und Pro­bleme zu lösen.“

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel

Wie der nor­male Arbeitstag einer Bür­ger­mei­sterin aus­sehe? „Denn gibt es eigent­lich nicht“, klärt Ulrike Drossel auf. „Durch die unter­schied­liche Ter­min­pla­nung ist jeder Tag anders. Was immer gleich ist, ist die Post, die ich mor­gens vor­sor­tiert bekomme.“ Die müsse sie durch­sehen, damit sie weiß, was alles auf die Gemeinde zukommt. „Meine Haupt­auf­gabe als Bür­ger­mei­sterin ist ja, Dinge zu lenken, zu bestimmen und Pro­bleme zu lösen.“ Doch natür­lich könne eine Bür­ger­mei­sterin nicht alles alleine ent­scheiden, so Drossel weiter. Sie müsse sich auch mit den Par­teien im Rat und der Ver­wal­tung beraten und abstimmen.

Das sei auch bei anderen Ent­schei­dungen so, womit die Bür­ger­mei­sterin gleich auch auf eine andere Frage ein­geht: „Ein ganz inter­es­santes Thema ist auch die Aus­wei­sung neuer Gewer­be­flä­chen, denn wir stoßen mit unserem Eco Port langsam an Grenzen. Aber neue Gewer­be­flä­chen können wir nicht alleine aus­weisen, da müssen wir uns mit unseren Nach­barn und dem Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR) abstimmen.“

Gemeinde hat viel für Jugend getan, finden 43 % der Schüler

Für den Besuch der Bür­ger­mei­sterin hatten die Jugend­li­chen auch eine Umfrage unter den 64 Schü­lern der Jahr­gangs­stufe 7 durch­ge­führt. Mit den Ergeb­nissen wurde nun die erste Bür­gerin der Gemeinde kon­fron­tiert. Etwas über­ra­schend viel­leicht sind 43 Pro­zent der befragten Schüler der Mei­nung, dass die Gemeinde für Kinder und Jugend­liche viel getan hat. Nur sieben Pro­zent fanden das nicht. Als größte Mängel emp­finden die Schüler, dass es in der Gemeinde zu wenig öffent­liche Bolz- und Spiel­plätze gibt, aber auch eine Eis­diele wird schmerz­lich ver­misst.

Beim Thema Eis­diele rannten sie bei Ulrike Drossel offene Türen ein. „Da habt ihr recht. Voriges Jahr hatten wir keine Eis­diele in Holzwickede. Das ist ein No-Go für eine Gemeinde.“ Immerhin konnte die Bür­ger­mei­sterin etwas Hoff­nung ver­breiten: „Eine Eis­diele ein­zu­richten ist keine Auf­gabe der Gemeinde, das müssen Pri­vat­leute machen. Aber ich weiß, dass es Ver­hand­lungen dar­über gibt, in die alten Räume der Ver­si­che­rung an der Haupt­straße eine Eis­diele ein­zu­richten. Ob das auch klappt, kann ich aber nicht ver­spre­chen.“

Warum kann man nicht alle Fuß­ball­plätze frei­geben“, fragt ein Schüler. „Ich war voriges Jahr in Schott­land, da waren alle Plätze offen. Das wäre doch auch gut für die Inte­gra­tion der Flücht­linge. Fuß­ball­spielen kann schließ­lich jeder.“ – „Wir haben hier viele Ver­eine. Da geht das nicht, weil die Plätze fast immer besetzt sind“, bedau­erte die Bür­ger­mei­sterin. „Außerdem müssen wir pfleg­lich mit unseren Sport­an­lagen umgehen, die ja von allen Bür­gern bezahlt werden.“

Thema Bolz- und Spielplätze nervt die meisten Schüler

Zu kleine, unbespielbare oder ganz fehlende Bolzplätze stören die meisten der befragten Schüler: hier eine Archivaufnahme des Bolzplatzes an der Montanhydraulikstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Zu kleine, unbe­spiel­bare oder ganz feh­lende Bolz­plätze stören die mei­sten der befragten Schüler: hier eine Archiv­auf­nahme des Bolz­platzes an der Mon­tan­hy­drau­lik­straße. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Bei den Spiel­plätzen konnte Ulrike Drossel immerhin auf die geplante Mul­tisport­an­lage und den Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz im Emscher­park ver­weisen. Außerdem bot sie an: „Wenn euch auf irgend­einem Spiel­platz etwas auf­fällt oder dort etwas an Spiel­ge­räten fehlt, dann meldet euch bei mir. Ich ver­spreche euch, dass wir uns darum küm­mern.“ Die Gemeinde stelle jedes Jahr 10- bis 12.000 Euro für den Unter­halt der Spiel­plätze bereit.

Bei anderen Themen, die von den Schü­lern ange­spro­chen wurden, konnte aber auch die Bür­ger­mei­sterin nur wenig Hoff­nung ver­breiten: Einen neuen Kiosk in Opher­dicke wird die Bür­ger­mei­sterin nicht her­bei­zau­bern können und auch den Infor­ma­tik­un­ter­richt, den es am CSG nicht mehr gibt, wird sie nicht anordnen können. „Aber viel­leicht könnte man ja AG’s dazu machen“, regt sie an, was auch die neue Schul­lei­terin Andrea Helmig-Neu­mann für eine gute Idee hält.

Ich bin froh, dass mit dieser Wahl auch Europa gewonnen hat. Gemeinsam mit Frank­reich können wir Deut­schen jetzt Zug­pferd für Europa sein.“

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel

Nach ihrer per­sön­li­chen Mei­nung befragt, räumte Ulrike Drossel ein, dass sie die Ost­um­ge­hung für „keine schlaue Lösung“ halte. Als Bür­ger­mei­sterin stehe sie dem Pro­jekt aber neu­tral gegen­über. Auf­halten könne man die Ost­um­ge­hung sowieso nicht mehr. Ähn­li­ches gelte auchn für die Bebauung der Emscher­ka­serne, die mehr­heit­lich vom Rat beschlossen sei.

Und der Bau eines Kin­der­gar­tens auf dem Fest­platz? „Das Schüt­zen­fest findet natür­lich wei­terhin dort statt“, ver­spricht die Bür­ger­mei­sterin.

Nach einer Stunde voller inter­es­santer Fragen gibt’s zum Abschluss auch noch einen Abste­cher in die große Politik: „Was halten Sie vom Wahl­sieg Emma­nu­elle Macrons in Frank­reich?“, will ein Schüler wissen. „Ich bin froh, dass mit dieser Wahl auch Europa gewonnen hat“, so Ulrike Drossel. „Gemeinsam mit Frank­reich können wir Deut­schen jetzt Zug­pferd für Europa sein.“

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