Bürgermeisterin in der Einwohnerfragestunde in der Kritik

Legt ihr Ratsmandat aus persönlichen gründen nieder: Sabine Buse. (Foto: CDU)

Beschwer­te sich über Bür­ger­mei­ste­ri­on Ulri­ke Dros­sel im Rat: Sabi­ne Buse. (Foto:Archiv)

Mit einer Schwei­ge­mi­nu­te für die töd­lich ver­un­glück­te Schatz­mei­ste­rin des Comité de Jume­lan­ge in Lou­viers begann die Rats­sit­zung heu­te (28. April). Mit schril­len Miss­tö­nen und laut­star­ker Kri­tik an Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel ende­te sie:

In der Bür­ger­fra­ge­stun­de mel­de­te sich das Ehe­paar Sabi­ne und Mar­tin Buse zu Wort, das mit dem Kreis Unna in Clinch liegt, weil die­ser ihrem 16 Jah­re alten Sohn Nico die Aner­ken­nung einer 100prozentigen Schwer­be­hin­de­rung ver­wei­gert. Seit Juni 2015 war­tet die Fami­lie auf die Ver­län­ge­rung sei­nes Schwer­be­hin­der­ten­aus­wei­ses. „Unser Sohn Nico ist von Geburt an so gut wie taub. Grad der Behin­de­rung 100 Pro­zent – so steht es in Aus­weis“, sagt Sabi­ne Buse, die bis vor etwa einem Jahr noch stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de war. Im Alter von 16 Mona­ten bekam Nico ein Coch­lea Implan­tat (CI), mit dem er seit­dem hören und ein nor­ma­les Leben füh­ren kann. Für die Fami­lie ist die Ver­län­ge­rung des Schwer­be­hin­der­ten­aus­wei­ses von Nico, der die Real­schu­le mit Best­no­ten besucht, trotz­dem nur eine Form­sa­che. Die Rechts­la­ge sei ein­deu­tig sei. Die Buses füh­len sich vom Sach­be­ar­bei­ter und der zustän­di­gen Amts­ärz­tin schi­ka­niert. Ihr Sohn Nico sei kein „ech­ter Gehörs­lo­ser“.  Die Buses haben dar­um auch schon juri­sti­schen Bei­stand gesucht.

Von Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel hat­te sich die Fami­lie Hil­fe und Unter­stüt­zung in ihrer Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Kreis Unna erhofft. Sabi­ne Buse ver­such­te des­halb, sich am 6. Febru­ar an Ulri­ke Dros­sel zu wen­den, um einen Gesprächs­ter­min zu ver­ab­re­den. „Doch ihre Sekre­tä­rin im Rat­haus hat mir sofort gesagt, dass Frau Dros­sel die gan­ze Woche kei­ne Zeit hat“, berich­te­te Sabi­ne Buse heu­te im Rat: Sie habe dar­auf­hin auch noch ein­mal ver­sucht, Frau Dros­sel auch pri­vat zu errei­chen, jedoch nur mit ihrem Mann spre­chen kön­nen.

Aber so ein­fach las­sen wir uns von Ihnen nicht abwim­meln. Und schon gar nicht las­se ich mich beschimp­fen.“

Sabi­ne Buse mit Blick auf die Bür­ger­mei­ste­rin

Was die Ehe­leu­te Buse so zor­nig macht: „Es kann doch nicht sein, dass wir als Bür­ger die­ser Kom­mu­ne kei­nen Gesprüchs­ter­min bei der Bür­ger­mei­ste­rin bekom­men kön­nen.“  Der 1. Bei­ge­ord­ne­te Uwe Det­lef­sen habe ihnen in ihrer Sache sehr gehol­fen, eben­so der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Hubert Hüp­pe (CDU) und im Düs­sel­dor­fer Land­tag hät­ten sie auch Gehör gefun­den. „Aber bei Ihnen krie­gen wir nicht mal einen Ter­min“, mein­te das Ehe­paar an Ulri­ke Dros­sel gewandt. Das kön­ne ja wohl kaum, als bür­ger­freund­lich bezeich­net wer­den, schimpf­te Sabi­ne Buse. „Aber so ein­fach las­sen wir uns von Ihnen nicht abwim­meln. Und schon gar nicht las­se ich mich beschimp­fen.“

Sicht­lich irri­tiert von der Kri­tik recht­fer­tig­te sich Ulri­ke Dros­sel: „Ich las­se mich nicht zu jeder Zeit anru­fen. Mei­ne Ter­mi­ne wer­den von mei­ner Sekre­tä­rin ver­ge­ben. Ich ver­su­che, mög­lichst kurz­fri­sti­ge Ter­mi­ne zu ver­ge­ben, aber bei 10 bis 15 Ter­mi­nen täg­lich ist das nicht immer mög­lich. Zur­zeit gibt es einen Vor­lauf von etwa drei Wochen.“

In der Ange­le­gen­heit ihres Soh­nes Nico sei die Kom­mu­ne auch gar nicht zustän­dig, son­dern ganz allein der Kreis Unna. „Das habe ich Ihnen ja auch im Gespräch erklärt“, so Ulri­ke Dros­sel.

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Dipl.-Journalist

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