Bürgerblock gehen geplante Änderungen der Grundschullandschaft nicht weit genug

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Die Ent­wick­lung der künf­ti­gen Grund­schul­land­schaft, hier die Aloy­si­us­schu­le, stand ganz oben auf der Tages­ord­nung in den Klau­sur­be­ra­tun­gen des Bür­ger­blocks. Plä­ne oder Aus­ar­bei­tun­gen zur Fol­ge­nut­zung der Aloy­si­us­schu­le hat die Ver­wal­tung noch immer nicht vor­ge­legt.  (Foto: Peter Grä­ber)

Geld gibt es bei der Gemein­de Holzwicke­de schon lan­ge nicht mehr zu ver­tei­len. Alle Par­tei­en ver­su­chen trotz­dem in ihren Klau­sur­be­ra­tun­gen eige­ne poli­ti­sche „Duft­mar­ken“ zu set­zen. Als erste Frak­ti­on ging er Unab­hän­gi­ge Bür­ger­block (BBL) in Klau­sur. Das The­ma  Schu­le stand dabei ganz im Vor­der­grund  der Bera­tun­gen des Bür­ger­blocks.

Auch nach der Klau­sur sind unse­re Fra­gen zur Ent­wick­lung der Grund­schul­land­schaft nicht geklärt“,  sagt BBL-Frak­ti­ons­che­fin Ulri­ke Dros­sel. „Mit dem, was uns die Ver­wal­tung vor­ge­schla­gen hat, kom­men wir nicht klar. Das wol­len wir auch nicht.“ So gehen die aktu­el­len Über­le­gun­gen der Ver­wal­tung dahin, die Anmel­dun­gen für die Grund­schu­len über eine Fest­le­gung der Anzahl der Ein­gangs­klas­se pro Schu­le (Zügig­keit) zu len­ken. „Wir hal­ten das für falsch. Das schränkt die Wahl­frei­heit der Eltern ein und das wol­len wir nicht.“

Zah­len zum Umbau der geplan­ten zukünf­ti­gen neu­en Schu­le in der Duden­roth­schu­le sei­en von der Ver­wal­tung in der Klau­sur am Wochen­en­de nicht genannt wor­den. Eben­so gebe es kei­ne Aus­ar­bei­tun­gen oder Plä­ne zur Fol­ge­nut­zung der Aloy­si­us­schu­le.

Nur noch ein Stand­ort für alle vier Grund­schu­len eine ernst­haf­te Opti­on 

Dem Bür­ger­block, der eine Zusam­men­le­gung von Grund­schu­len kei­nes­wegs ablehnt, sieht einen grund­sätz­li­chen Hand­lungs­be­darf.  „Uns gehen die geplan­ten Ände­run­gen eher nicht weit genug“, betont Ulri­ke Dros­sel. „Ein nach­voll­zieh­ba­res Kon­zept zur Ent­schei­dung der gesam­ten Grund­schul­land­schaft kön­nen wir aber immer noch nicht erken­nen.“  Die Pla­nungs­zeit­räu­me, in denen die Ver­wal­tung denkt, sei­en zu kurz bemes­sen. „Wenn ein­fach nur zwei Grund­schu­len zusam­men­ge­legt wer­den, ste­hen wir viel­leicht schon 2018 wie­der vor Ent­schei­dun­gen, weil dann die Paul-Ger­hardt-Schu­le kei­ne gesi­cher­te Zukunfts­per­spek­ti­ve hat.“ Bes­ser sei es des­halb nach Ansicht des Bür­ger­blocks, schon jetzt über eine zukunfts­si­che­re Lösung für alle vier Grund­schu­len in Holzwicke­de nach­zu­den­ken. Mit ande­ren Wor­ten: Für den Bür­ger­block ist auch die Zusam­men­le­gung aller vier Grund­schu­len an einem ein­zi­gen Stand­ort, etwa im Schul­zen­trum, eine ernst­haft zu erwä­gen­de Opti­on.

Zum The­ma Schul­so­zi­al­ar­beit in den Grund­schu­len bezieht der Bür­ger­block eben­falls kla­re Posi­ti­on: Bis Ende 2015 sei die Schul­so­zi­al­ar­beit in den Grund­schu­len gesi­chert. „Wir möch­ten die­se Stel­le auch danach unbe­dingt erhal­ten, weil die Arbeit sich bewährt hat und wei­ter­ge­führt wer­den muss“, meint Ulri­ke Dros­sel.

Kein Geld für öffent­li­che Toi­let­ten

Ein wei­te­res The­ma war die öffent­li­che Toi­let­ten­an­la­ge für die Gemein­de. „Es sind nicht alle Wün­sche zu rea­li­sie­ren“, so die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. „Die­se Metall­ki­ste, für die 100.000 Euro ver­an­schlagt wur­den, kön­nen wir der­zeit ein­fach nicht finan­zie­ren. 2018 läuft der Miet­ver­trag des Bür­ger­bü­ros aus, für das wir eine sehr hohe fest­mie­te zah­len. Danach soll es einen Pla­nungs­wett­be­werb für ein neu­es Gebäu­de­kon­zept für die Ver­wal­tung geben“, so Ulri­ke Dros­sel. „Wir hal­ten es für sinn­voll, wenn die Toi­let­ten­an­la­ge dann mit in die­sen Wett­be­werb ein­ge­bracht wird.“

14 abschließ­ba­re Fahr­rad-Boxen am Bahn­hof sind för­der­fä­hig

Auch die Umwelt und Fahr­rad­fah­rer in Holzwicke­de möch­te der Bür­ger­block etwas tun im näch­sten Jahr. Ihre Frak­ti­on for­de­re ja schon seit lan­gem wet­ter­fe­ste Fahr­rad­ab­stell­mög­lich­kei­ten für Pend­ler am Bahn­hof. „Die Ver­wal­tung hat eine Mög­lich­keit vor­ge­stellt, 14 abschließ­ba­re Boxen auf dem Bahn­ge­län­de unter­zu­brin­gen. Dros­sel: „Da die Maß­nah­me för­der­fä­hig ist, wür­den wir nur mit einem Eigen­an­teil von 6.500 Euro bela­stet. Des­halb unter­stüt­zen wir die­ses Pro­jekt.“

Noch Poten­ti­al sieht der Bür­ger­block auf dem Wochen­markt. Hier soll­ten ver­län­ger­te Öff­nungs­zei­ten bei den Händ­lern abge­fragt wer­den, ein Nach­mit­tags­markt im Som­mer­halb­jahr gete­stet und das gastro­no­mi­sche Ange­bot erwei­tert wer­den, um den Wochen­markt attrak­ti­ver zu machen.

Gemein­de soll Spon­sor für öffent­li­che WLAN-Hot­spots suchen

Schließ­lich möch­te der Bür­ger­block auch etwas für den Aus­bau moder­ner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik und damit der Lebens­qua­li­tät in der Emscher­ge­mein­de tun: Die Gemein­de soll­te ver­su­chen, Spon­so­ren zu fin­den, damit Holzwicke­de an ver­schie­de­nen öffent­li­chen Stand­or­ten einen WLAN-Hot-Spot erhält. „In der heu­ti­gen Zeit sind sol­che Hot­spots, an denen man  kosten­los ins Inter­net kom­men kann, eigent­lich selbst­ver­ständ­lich. Vie­le Städ­te und öffent­li­che Gebäu­de haben sol­che WIFI-Hot­spots auch schon ein­ge­rich­tet“, sagt Ulri­ke Dros­sel.

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Dipl.-Journalist

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