Brücke über B1: Auch Schülerbeförderung nach Sperrung Kurze Straße kompliziert

Shirley-Carina Cart­haus (2.v.l.) mit ihren Kin­dern Tom, Leon­hard, Tochter Xenia und ihrer Freundin Marie-Lee an der Hal­te­stelle Hir­tenweg in der Fried­rich-Ebert-Straße. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Anwohner und Ver­kehrs­teil­nehmer werden sich auf eine erheb­liche Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gung ein­stellen müssen, wenn ab kom­menden Montag (20. Januar) die Brücke Kurze Straße für den Fuß- und Stra­ßen­ver­kehr für vor­aus­sicht­lich ein Jahr gesperrt wird. Hin­ter­grund ist der sechs­spu­rige Ausbau der B1, für den die Brücke abge­rissen und neu gebaut werden muss. In beson­derer Weise betroffen sind auch die Schul­kinder aus dem Bereich Fried­rich-Ebert-Straße. Denn auch die beiden Schul­bus­li­nien 147 und 178 führen über die Brücke Kurze Straße.

Wobei sich die Rege­lung für die Schü­ler­be­för­de­rung als „äußerst kom­pli­ziert“ her­aus­stellte, wie ein VKU-Spre­cher gegen­über Shirley-Carina Cart­haus ein­räumte. Die Mutter von drei Kinder wohnt in der Fried­rich-Ebert-Straße 25a und hat bereits nach einem ersten Bericht im Emscher­blog im Oktober vorigen Jahres Kon­takt mit der VKU auf­ge­nommen und auf die Pro­ble­matik der Schü­ler­be­för­de­rung auf­merksam gemacht.

Für meine beiden Kinder Xenia und Tom ist der Aus­fall des Schul­busses nicht ganz so pro­ble­ma­tisch“, glaubt ihrer Mutter. Die 13-Jäh­rige besucht das CSG, ihr zehn­jäh­riger Sohn die Duden­roth­schule. „Not­falls können die beiden mit dem Fahrrad in die Schule fahren. Auch wenn das jetzt in der dunklen Jah­res­zeit sehr gefähr­lich ist. Beson­ders wegen der gefähr­li­chen Kreu­zung mit der Steh­fen­straße ist das aber kein sicherer Schulweg“, weiß Mutter Cart­haus. „Da gibt es weder einen Fuß­gän­ger­überweg noch eine Ampel. Da pas­sieren ständig Unfälle.“

Sohn muss Schulweg trainieren

Noch pro­ble­ma­ti­scher ist die Situa­tion aller­dings für Tom’s Zwil­lings­bruder Leo­nard. Er hat das Pro­blem, sich nur schlecht auf neue oder unge­wohnte Situa­tionen ein­stellen zu können und benö­tigt des­halb auch eine Schul­be­glei­tung, erzählt seine Mutter. „Leo besucht die Peter-Weiss-Gesamt­schule in Unna. Da kann er auf keinen Fall mit dem Fahrrad hin­fahren. Bis­lang fährt er mor­gens ab 6.58 Uhr von der Hal­te­stellen Hir­tenweg vor unserem Haus ab. Wenn es einen neuen Schulweg gibt, müssen wir das auf jeden Fall vorher mit Leo trai­nieren.“

Nachdem die Gemeinde Holzwickede den genauen Termin der Sper­rung der Brücke zu Jah­res­be­ginn bekannt gab, fragte Shirley-Carina Cart­haus bei der Gemeinde und auch bei der VKU mehr­fach nach, wie die Schü­ler­be­för­de­rung nach der Sper­rung aus­sehen soll. Eine ver­bind­liche Aus­kunft hat sie nicht bekommen. Ein VKU-Mit­ar­beiter, der vor ein paar Wochen vor Ort war, hatte ihr ledig­lich inof­fi­ziell gesagt, dass ver­mut­lich ein klei­nerer Bus mor­gens alle Kinder ein­sam­meln und zur Mas­sener Heide bringen wird, wo sie dann umsteigen müssen und zum Ost­ring fahren können, berichtet die Mutter.

Für den Rückweg konnte man mir gar keine Infor­ma­tion geben. Die Sache sei kom­pli­ziert und VKU und Gemeinde müssen sich noch abstimmen“, habe man ihr bei VKU und Gemeinde erklärt. „So über­ra­schend kommt die Sper­rung ja nicht“, wun­dert sich die Mutter. „Meine Kinder sind ja auch nicht die ein­zigen, die betroffen sind. Allein bei uns in der Fried­rich-Ebert-Straße fahren mor­gens sechs Kinder mit dem Bus zur Schule.“

Mit Taxibus und Umsteigen

Auf Nach­frage des Emscher­blogs bestä­tigte VKU-Spre­cherin Inga Fransson gestern, dass es tat­säch­lich noch Abstim­mungs­be­darf gebe. Für heute (15. Januar) kün­digte die VKU-Spre­cherin eine Pres­se­mit­tei­lung der Ver­kehrs­be­triebe mit den offi­zi­ellen Umlei­tungen und Ersatz­ver­kehren an. „Das wäre ja dann auch noch recht­zeitig genug.“

Heute Vor­mittag mel­dete sich dann end­lich auch die VKU bei Shirley-Carina Cart­haus mit einer ver­bind­li­chen Aus­kunft: Danach soll ihr Sohn Leon­hard um 6.59 Uhr mor­gens mit dem Taxibus der VKU zur Roon­straße gebracht werden, dort aus­steigen und mit dem Bus zum Ost­ring wei­ter­fahren. Auf dem Rückweg geht es mit dem 147er vom Ost­ring ab 15.02 Uhr in umge­kehrte Rich­tung zur Roon­straße und von dort mit dem Taxisbus zum Hir­tenweg zurück.

Ihre beiden anderen Kinder können mor­gens vom Hir­tenweg mit dem Taxisbus direkt zum Schul­zen­trum fahren. Nach Schul­schluss geht es von dort mit dem gewohnten Bus Rich­tung Bahnhof weiter. An der Rausinger Straße (Nachtwey) können die Kinder dann in einen Taxibus umsteigen, der sie zum Hir­tenweg bringen wird.

Shirley-Carina Cart­haus ist froh, diese Infor­ma­tionen end­lich bekommen zu haben: „Es ist zwar etwas umständ­li­cher, aber sehr schön, dass es jetzt diese Alter­na­tive gibt. Den neuen Schulweg muss ich aber auf jeden Fall zunächst erst mit Leo üben.“

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