Blick in die Glaskugel: Kämmerer berichtet im Rat zur Finanzsituation im Corona-Jahr

Erstmals seit März tagte der Rat wieder im Forum - mit corona-gerechter Sitzordnung:  In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause berichtete Kämmerer Andreas Heinrich (r. auf dem Podium) zur aktuellen Finanzsituation der Gemeinde. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Erstmals seit März tagte der Rat wieder im Forum – mit corona-gerechter Sitzordnung: In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause berichtete Kämmerer Andreas Heinrich (r. auf dem Podium) zur aktuellen Finanzsituation der Gemeinde. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Holzwickedes neuer Kämmerer konnte einem schon ein wenig leidtun: Da saß Andreas Heinrich nun am Donnerstagabend (25.6.) in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause und sollte in seinem aktuellen Bericht zur Finanzsituation der Gemeinde erklären, wie sich die Corona-Pandemie auf den Haushalt der Gemeinde in diesem Jahr auswirkt.

Vermutlich hat der Kämmerer vor der Sitzung einen Blick in seine Glaskugel geworfen, so wie er das immer tun muss, bevor er einen Haushalt aufstellt und ihm die wichtigsten Eckdaten erst bekannt werden, wenn der Haushalt schon verabschiedet ist.

2,6 Mio. Euro weniger Gewerbesteuer erwartet

Vorsichtig, wie Kämmerer nun mal sind, hielt sich Andreas Heinrich zunächst an die Fakten: Die wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde sind die Steuern und hier vor allem die Gewerbsteuer, Gebühren (die allerdings nur kostendeckend sein dürfen) sowie Zuweisungen wie Fördermittel vom Land usw. Im Jahr der Corona-Pandemie unter der auch die Unternehmen ächzen, sind vor allem die Gewerbesteuereinnahmen nur schwierig zu schätzen und „ein hohes Risiko“, wie Andreas Heinrich darlegte. Nach allem, was man weiß, könnten die Gewerbesteuereinnahmen um bis zu 49 Prozent einbrechen.  „2,6 Millionen Euro unter unserem Ansatz sind möglich“, so Heinrich. „Derzeit sind wir bei einem Minus von 15,5 Prozent.“

Immerhin: „Die erwarteten Einnahmen aus der Einkommens- und Umsatzsteuer können wir wohl wieder erwarten“, schätzt der Kämmerer und warnt aber sogleich: Die Corona-Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt, etwa die viele Kurzarbeit oder gar Kündigungen, könnten noch durchschlagen. In welchem Umfang? Wer kann das jetzt schon wissen. „Auch hier müssen wir mit Mindereinnahmen rechnen. Genaueres werden wir frühestens am Jahresende wissen.“ 

Weitere Einnahmeminderungen sind aus der gesenkten Umsatzsteuer, den Elternbeiträge zur OGS und auch den Nachzahlungen an Gewerbesteuer zu erwarten. „Das dürften mit Sicherheit auch 100.000 Euro weniger sein“, schätzt Heinrich.

Das dicke Ende kommt noch

Wie bei den Einnahmen gibt es auch bei den Aufwendungen vorläufig nur ein nebulöses Bild: So hat der Kreis-Kämmerer schon einmal vorsorglich angekündigt, dass die Kreis-Umlagen steigen werden.

Alles in allem geht Holzwickedes Kämmerer davon aus, dass sich das Haushaltsergebnis dieses Jahr um rund 2,7 Mio. Euro verschlechtert. Statt der erwarteten rund 51,6 Mio. Euro werde wohl nur rund 48,8 Mio. Euro am Jahresende in der Gemeindekasse sein.  

Fazit des Gemeinde-Kämmerers: „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden aber vermutlich noch zu einer deutlicheren Ergebnisverschlechterung führen. Da diese aber noch nicht bezifferbar sind, lassen sich die Auswirkungen in den genannten Zahlen nur teilweise berücksichtigen.  Die dargestellte Ergebnisverschlechterung betrifft in erster Linie die Gewerbesteuereinnahmen zum 31. Mai des Jahres. Die Auswirkungen bei der Einkommens- und Umsatzsteuer sind noch gar nicht absehbar.  Auch bei den Ertrag- und Aufwandsarten sind noch Auswirkungen zu erwarten.“

Gemeinderat, Haushalt


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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