Betriebsausschuss lehnt Edelstahlbecken für Schöne Flöte ab: viel zu teuer

Die Sanierung in Eigenregie wird es auch künftig vor jeder Saison geben: Der Betriebsausschuss sprach sich heute gegen eine Sanierung mit Edelstahlbecken aus. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Die Sanie­rung in Eigen­regie wird es auch künftig vor jeder Saison geben: Der Betriebs­aus­schuss sprach sich heute gegen eine Sanie­rung mit Edel­stahl­becken aus. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Nach dem ver­patzten Start in die Frei­bad­saison, bei dem das Akti­ons­becken und die Was­ser­rut­sche wochen­lang nicht genutzt werden konnte, hatte der Bür­ger­block die grund­le­gende Sanie­rung des Holzwickeder Frei­bades mit Edel­stahl­becken bean­tragt. Im Betriebs­aus­schuss heute (8. Oktober) stand dieser Antrag zur Abstim­mung an.

Bar­bara Schriek begrün­dete den Antrag ihrer Frak­tion noch einmal damit, dass Öff­nung des Bades zum Sai­son­start ohne das gerade bei Fami­lien mit Kin­dern beliebte Akti­ons­becken, noch dazu zum vollen Ein­tritts­preis, habe zu einem nicht uner­heb­li­chen „Image­schaden“ geführt. Das in die Jahre gekom­mene Holzwickeder Freibad weise inzwi­schen einen „Sanie­rungs­stau“ auf. “Die stän­dige Flick­schu­sterei in Eigen­regie muss ein Ende haben.“ Nun­mehr sei „eine grö­ßere Inve­sti­tion erfor­der­lich“.

Die stän­dige Flick­schu­sterei in Eigen­regie muss ein Ende haben.“

Bar­bara Schriek

Das sahen die übrigen Frak­tionen aller­dings anders und lehnten den Antrag des Bür­ger­blocks ab. Dies hatte auch die die Ver­al­tung in Person von Bäder­chef Stefan Peters­mann emp­fohlen. Eine Sanie­rung mit Edel­stahl­becken hat zwar Ein­spar­po­ten­zial, wie Peters­mann ein­räumt. Ange­sichts der Haus­halts­lage der Gemeinde sei eine solche Inve­sti­tion, die nach ersten unver­bind­li­chen Ange­boten für das Aktions- und Nicht­schwim­mer­becken min­de­stens rd. 800.000 Euro kosten würde, unver­ant­wort­lich. Zumal das Akti­ons­becken noch einen Rest­buch­wert von rd. 190.000 Euro hat und ein Aus­tausch sich sehr negativ in der Bilanz des Eigen­be­triebs nie­der­schlagen würde.

Auf Nach­frage räumte der Bäder­chef ein, dass die Sanie­rungen vor Sai­son­start durch das eigene Per­sonal wohl auch in Zukunft weiter nötig sein werden. „Wir hoffen aber, im Akti­ons­becken jetzt zumin­dest einen Grund rein­be­kommen zu haben.“ Durch die Eigen­lei­stungen, die im Laufe der Jahre auch immer pro­fes­sio­neller geworden sind, konnten die Sanie­rungs­ko­sten vor der Saison auf 10- bis 12.000 Euro gesenkt werden. In diesem Bereich werden sich die Kosten auch künftig pro Saison bewegen, schätzt Peters­mann. Im Ver­gleich zu den Kosten für Edel­stahl­becken sei das „noch eini­ger­maßen erträg­lich“. 

Volle Barrierefreiheit nicht nötig

Ein wei­teres Thema war die Bar­rie­re­frei­heit im der Schönen Flöte. Hier sollte der Eigen­be­trieb ein umfas­sendes Kon­zept für die Frei­zeit­an­lage erstellen. Das Kon­zept listet über ein Dut­zend mög­li­chen Ver­bes­se­rungen auf, von der Schaf­fung zusätz­li­cher Behin­der­ten­park­plätze, über den Umbau des Ein­gangs- und Kas­sen­be­reichs, tak­tile Leit­sy­steme bis hin zum Rampen in die Becken, mobile Becken­lifte und zusätz­liche Trep­pen­ge­länder.

Da die Anlage schon älter ist und Bestands­schutz genießt, muss nichts von dem zwin­gend umge­setzt werden. Außerdem sieht die Haus- und Bade­ord­nung vor, dass kör­per­lich schwer­be­hin­derte Per­sonen das Freibad ohnehin nicht ohne Beglei­tung betreten dürfen.

Das Freibad muss aus den genannten Gründen nicht in vollem Umfang bar­rie­re­frei sein. Der Bäder­be­trieb kann des­halb jede ein­zelne Maß­nahme auf seine Not­wen­dig­keit prüfen und selbst ent­scheiden wann sie umge­setzt wird – ähn­lich wie die Bäder­sa­nie­rung in meh­reren Bau­ab­schnitten durch­ge­führt wurde. Diesem Vor­gehen stimmten die Frak­tionen zu. Selbst­ver­ständ­lich sei man weiter bemüht, so betonten die Frak­tionen im Aus­schuss heute, „die Frei­zeit­an­lage Schöne Flöte mög­lichst behin­der­ten­freund­lich zu gestalten“.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.