Berliner „eagle eye“ erfasst Straßendaten im Auftrag der Gemeinde Holzwickede

Mit einem solchen Fahrzeug wird das Unternehmen "eagle eyes technoplogies" ab 4. April die Straßen der Gemeinde befahren und ihren Zustand erfassen. (Foto: www.ee-t.de)

Mit einem sol­chen Fahr­zeug wird das Unter­nehmen „eagle eyes tech­no­plo­gies“ ab 4. April die Straßen der Gemeinde befahren und ihren Zustand erfassen. (Foto: www.ee-t.de)

Das orange-sil­berne Mess­fahr­zeug mit Kameras auf dem Dach, das ab Mitt­woch (4. April) durch Holzwickede fährt, wird sicher­lich vielen Bür­gern auf­fallen. Das Fahr­zeug des Ber­liner Tech­no­lo­gie­an­bie­ters „eagle eye tech­no­lo­gies“ wurde von der Gemeinde beauf­tragt, die Stra­ßen­be­stands- und Zustands­daten genau auf­zu­nehmen und optisch zu erfassen.

Die Daten der exakten Doku­men­ta­tion dienen der Kom­mune als Grund­lage für den Aufbau eines modernen Stra­ßen­ka­ta­sters. Mit dessen Hilfe kann die Gemein­de­ver­wal­tung ihre Stra­ßen­in­fra­struktur zukünftig ganz gezielt ver­walten und planen.

Um das Stra­ßen­netz funk­ti­ons­fähig und sicher zu erhalten, sind Unter­hal­tungs- und auch Sanie­rungs­maß­nahmen erfor­der­lich. Damit vor­han­dene Mittel mög­lichst optimal ein­ge­setzt werden, will die Gemeinde Holzwickede diese Auf­gaben künftig auf Basis der zu erfas­senden Stra­ßen­be­stands- und Zustands­daten planen. Dazu nimmt das eagle eye-Fahr­zeug die Daten der kom­mu­nalen Straßen exakt auf. Künftig können die ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­beiter dann die Stra­ßen­er­hal­tung im Über­blick planen und bei Bedarf jeden Stra­ßen­ab­schnitt direkt am Rechner in Augen­schein nehmen. Das spart Zeit und Geld für Begut­ach­tungen vor Ort und macht die Arbeit der Gemein­de­ver­wal­tung deut­lich effek­tiver.

Die Erfas­sung geschieht, wie der Fir­men­name „eagle eye“ andeutet, buch­stäb­lich mit Adler­augen: Die Fahr­zeuge sind mit spe­zi­ellen Sen­soren aus­ge­stattet, mit deren Hilfe die Stra­ßen­flä­chen wäh­rend der Befah­rung erfasst werden. Zehn Kameras erfassen gleich­zeitig den Stra­ßen­raum und nehmen die Ver­kehrs­an­lagen auf. Die Daten­auf­nahme ist wet­ter­ab­hängig und dauert nur wenige Tage. Im Ergebnis erhält die Gemeinde Holzwickede exakte Bestands- und Zustands­daten aller Stra­ßen­flä­chen.

eagle eye“ ist nicht Google

Der Internet-Kon­zern Google hat vor einiger Zeit begonnen, auch in Deutsch­land Straßen und Gebäude für den Online-Kar­ten­dienst Google Street View zu filmen. Viele Daten­schützer, Poli­tiker und betrof­fene Bürger sehen durch diese Akti­vi­täten wich­tige Per­sön­lich­keits­rechte gefährdet.

Ange­sichts des mit Kameras aus­ge­stat­teten Erfas­sungs­fahr­zeugs der eagle eye tech­no­lo­gies sind manche Bürger daher ver­ständ­li­cher­weise irri­tiert. Doch die Erfas­sung von Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­daten durch eagle eye ist in keiner Weise mit den Auf­nahmen von Google Street View zu ver­glei­chen. Um sich von Google Street View abzu­grenzen infor­miert das Ber­liner Unter­nehmen nach­fol­gend über die Unter­schiede:

Warum fährt das eagle eye-Fahrzeug durch unsere Kommune?

Die Befah­rungen der eagle eye tech­no­lo­gies erfolgen immer im Auf­trag der Stadt oder Gemeinde. Sie dienen der Erhe­bung von exakten Flä­chen- und Zustands­daten der Ver­kehrs­in­fra­struktur. Diese benö­tigt die Kom­mune zum Bei­spiel im Rahmen der soge­nannten Doppik, um den Wert der kom­mu­nalen Straßen zu ermit­teln. Dar­über hinaus werden die Daten zuneh­mend als Grund­lage für soge­nannte Erhal­tungs­ma­nage­ment-Systeme genutzt, die den Unter­halt und die Sanie­rung der öffent­li­chen Straßen deut­lich ver­ein­fa­chen.

Was nimmt eagle eye auf?

eagle eye ist in erster Linie ein Mess­ver­fahren: Am Erfas­sungs­fahr­zeug befinden sich spe­zi­elle Sen­soren, die die Straßen- und Ver­kehrs­flä­chen wäh­rend der Befah­rung zen­ti­me­ter­genau ermit­teln.

Wozu dienen die Kameras?

Mit den eagle-eye-Kameras werden keine Filme gedreht, son­dern Ein­zel­bilder auf­ge­nommen. Diese doku­men­tieren vor allem den Stra­ßen­zu­stand sowie unter Umständen das soge­nannte Stra­ßen­in­ventar. Auf­ge­nommen wird also zum einen die Stra­ßen­ober­fläche, wobei ins­be­son­dere auch Stra­ßen­schäden, wie Schlag­lö­cher oder Risse im Belag von Inter­esse sind. Je nach Auf­trag foto­gra­fiert eagle eye über­dies Ver­kehrs­zei­chen, Ampeln, Stra­ßen­be­leuch­tung, Abfall­be­hälter und ähn­li­ches.

Wie werden die Daten verarbeitet?

Die Kom­mune erhält aus den Auf­nahmen nur das, was sie tat­säch­lich zur Unter­stüt­zung ihrer Arbeit benö­tigt und beauf­tragt hat. Alle Bilder und Mess­ergeb­nisse werden nach der Befah­rung in diesem Sinne auf­be­reitet: Auf­grund der Auf­nah­me­technik liegen die Infor­ma­tionen dieses bild­ge­benden Ver­fah­rens bereits geo­re­fe­ren­ziert vor. Im Ergebnis erhält der Auf­trag­geber soge­nannte Geo­me­trie- und Sach­daten.

Wie werden die Daten genutzt?

Die eagle eye-Daten werden von den Kom­munen aus­schließ­lich zu internen Zwecken, also für die Wert­ermitt­lung und Doku­men­ta­tion der kom­mu­nalen Ver­kehrs­in­fra­struktur, genutzt. Eine Ver­öf­fent­li­chung, etwa über Internet, erfolgt zu keinem Zeit­punkt, und selbst in der internen Ver­wen­dung gelten die strengen Daten­schutz­re­ge­lungen der öffent­li­chen Ver­wal­tung.

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