Historischer Moment: Der Bau- und Planungsausschuss traf sich heute zur letzten Sitzung eines politischen Gremiums überhaupt im alten Rathaus. Aus diesem Anlass trugen sich die Mitglieder nach der Sitzung ins Goldene Buch der Gemeinde ein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Bau- und Planungsausschuss traf sich zur letzten Sitzung überhaupt im alten Rathaus

Historischer Moment: Der Bau- und Planungsausschuss traf sich heute zur letzten Sitzung eines politischen Gremiums überhaupt im alten Rathaus. Aus diesem Anlass trugen sich die Mitglieder nach der Sitzung ins Goldene Buch der Gemeinde ein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Historischer Moment: Der Bau- und Planungsausschuss traf sich heute zur letzten Sitzung eines politischen Gremiums überhaupt im alten Rathaus. Aus diesem Anlass trugen sich die Mitglieder nach der Sitzung ins Goldene Buch der Gemeinde ein. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Gegen Ende des Planungs- und Bauausschusses heute (11. Dezember) wehte ein Hauch der Geschichte durch das altehrwürdige Sitzungszimmer: Die Sitzung war tatsächlich die letzte Sitzung eines Ausschusses überhaupt im historischen Rathaus der Gemeinde, dessen Umbau nun ansteht. Aus diesem Grund trugen sich abschließend auch alle Mitglieder des Planungs- und Bauausschuss, der wohl am häufigsten von allen Gremien hier getagt hat, in das Goldene Buch der Gemeinde Holzwickede ein.

Im neuen Jahr werden die Ausschüsse nicht wieder in das alte Rathaus zurückkehren. Alle Sitzungen finden dann in der Mensa des Schulzentrums an der Opherdicker Straße statt. Zunächst war daran gedacht worden, die Sitzungen in der neuen Feuer- und Rettungswache Süd durchzuführen. Doch die Mensa ist barrierefrei erreichbar. Wenn das neue Rat- und Bürgerhaus dann fertiggestellt ist, werden die Sitzungen aller zwölf Ausschüsse und auch des Gemeinderates im neuen Großen Ratssaal stattfinden.

Landskroner Straße wird saniert

Zu Beginn der letzten Sitzung hatte Jürgen Busch vom Kreis Unna die Sanierungsmaßnahme der Landskroner Straße von der Römerstraße (einschließlich) bis zur Sölder Straße vorgestellt. Vor allem deshalb waren auch zahlreiche Anwohner zur öffentlichen Sitzung erschienen.
Wie Busch darlegte, sind die Römer- und Landskroner Straße schon länger in einem sehr mangelhaften Zustand und mit einer glatten 5,0 (schlechteste Note) bewertet. Allerdings hat der Kreis bisher abgewartet mit einer Sanierung, weil der gleichzeitige Bau eines Rad- und Gehweges bislang am fehlenden Grunderwerb scheitert. Zwar liegen die Pläne für den Rad- und Gehweg fertig in der Schublade. Doch es fehlt dem Kreis an Tauschland für den privaten Grundeigentümer, der ohne diesen ortsnahen Ausgleich nicht zur Abgabe von Land bereit ist.

Im Kreishaus kann man jedoch nicht mehr ewig mit der Sanierung warten. Und nachdem der Kreistag ein Bauprogramm für die nächsten sechs Jahre verabschiedet hat, werden die Landskroner- und Römerstraße im kommenden Frühjahr endlich in Angriff genommen.

Ohnehin rare Parkplätze fallen weg 

Wie Jürgen Busch heute im Ausschuss betonte, handelt es sich um eine reine Sanierungsmaßnahme, ohne Veränderung der Straßenbreite oder Anlage von Geh- oder Radwegen. Lediglich im Einmündungsbereich zur Römerstraße sollen neue Hochborde gesetzt werden.

Allerdings wird die Sanierung der Straßen wirklich gründlich und nicht nur oberflächlich vorgenommen. Es wird die komplette Straße über drei Schichten vom Unterbau bis zur Fahrbahndecke erneuert. Für die nächsten 50 Jahre sollen die Straßen danach halten. Was nicht heißt, dass die Fahrbahndecke nicht nach zehn bis 15 Jahren wieder erneuert werden muss. Einen bitteren Beigeschmack hat die Sanierungsmaßnahme allerdings für die Anwohner: Von den ohnehin nicht üppig vorhandenen Parkmöglichkeiten (halb im Straßengraben) fallen durch die Sanierung noch zahlreiche weg. Denn die Landskroner Straße soll nach der Baumaßnahme durchgehend 5,50 m Fahrbahnbreite haben. Denn zusätzlichen Raum holen sich die Straßenbauer dort, wo die Anwohner derzeit noch oft parken.

Allerdings hat die 1,5 Mio. Euro Straßensanierung auch einen ganz speziellen Charme für die Anwohner: Da es sich um eine reine Sanierungsmaßnahme handelt, fällt keinerlei Kostenbeteiligung nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) für sie an. Wenn auch noch ein Rad- und Gehweg angelegt würde, sähe das anders aus. Dann würden sie zur Kasse gebeten.  Langfristig wollte der Kreis-.Mitarbeiter nicht ausschließen, dass sich die Parksituation mit dem Bau eines Rad- und Gehweges wieder verbessert. Doch dazu müsste der nötigen Grunderwerb gelingen.

Rad- und Gehweg scheitert am Grunderwerb

Baustart der Sanierung soll im April/Mai nächsten Jahres sein.  Die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses nahmen diese Informationen des Kreises einstimmig zur Kenntnis. Die Fraktionen zeigten sich jedoch überrascht und entsetzt: „Dass diese Baumaßnahme durchgeführt wird, ohne dass gleichzeitig auch ein Rad- und Gehweg angelegt wird, ist eine Schande“, so Ausschussvorsitzender Wilfried Brinkmann (BBL).

 „Dass diese Baumaßnahme durchgeführt wird, ohne dass gleichzeitig auch ein Rad- und Gehweg angelegt wird, ist eine Schande“

Wilfried Brinkmann (BBL), Ausschussvorsitzender 

Jürgen Busch erinnerte daran, dass der Kreis nur für die Straßensanierung zuständig sei. „Für den Bau von Rad- und Gehwegen ist allein die Gemeinde zuständig.“ Gleichzeitig bezeichnete es Busch als „sehr hilfreich“, wenn die Gemeinde sich auch in die Verhandlungen um einen Grunderwerb einbringen würde.

Daraufhin erinnerten SPD-Sprecher Manfred Matysik und auch sein Fraktionskollege Dieter Linke, der selbst betroffener Anwohner ist, daran , dass der Ausschuss sich auch schon vor 20 Jahren oder länger mit dem Thema Rad- und Gehweg an der Landskroner Straße beschäftigt hat. „Wenn eine Gemeinde es 20 Jahre lang nicht schafft, einen nötigen Grunderwerb zu tätigen, ist das blamabel.“ Immerhin regte der Ausschuss an, dass sich die Verwaltungsspitze nunmehr in die Verhandlungen des Kreises mit dem privaten Grundeigentümer einbringt.

Planungs- und Bauausschuss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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