Bank-Projekt der Karl-Brauckmann-Schüler und Senioren ein Gewinn für alle

Bei der Sanierung der Ruhebänke sind sich alle näher gekommen: Susanne Ossenberg, Jürgen Mertens, Gerd Bussmann, Willi Lehnen, Hildegard Busemann, Sebastian Alber (hintere Reihe, v. li.) und die Schüler der Karl-Brauckman-Schule. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Es gibt Projekte im Leben, die entwickeln eine Eigendynamik, mit der so niemand rechnen konnte und bei denen am Ende alle Beteiligten gewonnen haben – ganz besonders im zwischenmenschlichen Bereich. Das gemeinsame Projekt von Seniorenbeirat und Karl-Brauckmann-Schule ist so ein Projekt. Formal abgeschlossen wurde es heute. Doch ist es auch beendet? Ganz sicher nicht.

Ursprünglich ging es um einen einfachen Auftrag des Seniorenbeirates an die Schüler-Firma der Karl-Brauckmann-Schule, einer Förderschule des Kreises Unna mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. In der Schülerfirma „Die Werker“ erhalten die Förderschüler einen Einblick ins Berufsleben: von der Auftragsakquise bis zur Buchhaltung. Dazwischen arbeiten sie hauptsächlich mit Holz. Von der IHK zu Dortmund ist die Schule dafür auch schon mit einem Preis ausgezeichnet worden, wodurch der Seniorenbeirat auf „Die Werker“ aufmerksam wurde.

Die Senioren fragten an, ob die Schülerfirma vielleicht auch die insgesamt 16 vom Beirat aufgestellten Ruhebänke aus Holz sanieren könnten: Die in die Jahre gekommenen Bänke mussten dringend gesäubert, abgeschliffen, geölt oder mit einer Lasur behandelt werden. Die Schule, die so einen Auftrag noch nie angenommen hat, sagte tatsächlich zu – und das Projekt kam, wenn auch etwas schwerfällig, in Gang.

Plötzlich waren die Bänke „Nebensache“

Für den Seniorbeirat begleiteten Gerd Bussmann und Jürgen Mertens das Projekt. Von der Karl-Brauckmann-Schule nahmen zehn Schüler im Alter von 17 bis 19 Jahren sowie die Pädagogen Susanne Ossenberger und Willi Lehnen teil.

„Wir haben uns alle im Vorfeld mehrfach getroffen“, berichtet Willi Lehnen. Anfangs habe es natürlich Skepsis auf beiden Seiten gegeben: „Die Senioren kannten uns gar nicht und haben dann gestaunt, was wir für eine tolle Schule sind. Und unsere Schüler wussten nicht, was ein Seniorenbeirat ist. Die hatten ,alte‘ Opas und Omas erwartet“, schmunzelt Lehnen. „Aber gleich bei der ersten Begegnung war der Bann gebrochen.“  Was Gerd Bussmann, dem die Jugendlichen flugs den Namen „Power-Gerd“ verpassten, bestätigt: “ Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sind uns näher gekommen.“

Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sind uns näher gekommen.“

Gerd Bussmann, genannt „Power-Gerd“

„Plötzlich ging es nicht mehr nur um die Bänke“, stellt Lehrer Willi Lehnen noch immer erstaunt fest. „Es war ein schönes Miteinander. Die Schüler und auch wir Lehrer haben zum ersten Mal die Gemeinde so richtig erlebt. Diese Verbindung von Alt und Jung war richtig schön.“

In zwei Gruppen zogen die Handwerker los: „Power-Gerd“ mit seiner Gruppe und einem Bollerwagen voll Werkzeugen und Material, Jürgen Mertens mit seinen Jungs auf Fahrrädern mit vollen Packtaschen.  „Wir mussten ja bis nach Hengsen, Opherdicke und zur Schönen Flöte“,  erklärt Mertens die Zweiräder. Er war froh über die Hilfe der Jugendlichen. „Eine Bank im eigenen Garten zu renovieren, wäre ja kein Problem. Aber so viele Bänke waren schon problematisch.“

Viele positive Resonanz auch in der Gemeinde

„Dass mit den Bänken ist schon eine gute Sache, aber das Kennenlernen und Zusammenarbeiten war auch ganz toll“, betont Willi Lehnen. Was aus Sicht des Pädagogen noch wichtig war: „Bei diesem Projekt sind unsere Jugendlichen auch an ihre Leistungsgrenzen gekommen. Nicht nur bei der Arbeit, auch wenn es mit dem Fahrrad den Berg nach Hengsen hochging. Das hat ihnen richtig gut getan, mal an ihre körperlichen Grenzen zu stoßen.“

Seine Kollegin Susanne Ossenberg hat etwas ganz anderes sehr gefreut: „Unglaublich, wie viele Menschen aus der Gemeinde uns freundlich angesprochen haben. Viele haben uns gesagt, wie gut sie das finden, dass wir die Bänke in Ordnung bringen, die ja meistens an Haltestellen stehen.“

13 von insgesamt 16 Ruhebänken haben die Schüler in dieser Woche geschafft. Die restlichen drei werden vor den großen Ferien auch noch herausgeputzt, verspricht Willi Lehnen.

Zum Abschluss des Projektes gab’s heute für alle Beteiligten Kaffee und Kuchen – übrigens selbstgebacken in der zweiten Schülerfirma der Schule, die Catering trainiert. Schulleiter Sebastian Alber dankte heute bei diesem Anlass noch einmal allen Beteiligten „für dieses sehr schöne Projekt“, von dem er hoffe, „auch in Zukunft noch einmal zu profitieren“.

Karl-Brauckmann-Schule, Seniorenbeirat


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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