Einrichtungsleiterin Sandra Bartsch unterstützt gemeinsam mit ihrem Team viele Ratssuchende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)

AWO-Schuldnerberatungen warnen: Corona-Pandemie verschärft Verschuldung der Menschen

Einrichtungsleiterin Sandra Bartsch unterstützt gemeinsam mit ihrem Team viele Ratssuchende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)
Einrichtungsleiterin Sandra Bartsch unterstützt gemeinsam mit ihrem Team viele Ratssuchende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)

Die Corona-Pandemie verschärft die Verschuldung. „Viele Menschen haben ihre sicher geglaubten Arbeitsplätze verloren oder mussten wegen Kurzarbeit mit weniger Einkommen leben. Kredite können nicht mehr bezahlt werden und die Betroffenen geraten in die Schuldenfalle,“ so Sandra Bartsch von der AWO RLE Schuldnerberatungsstelle . Der Beratungsbedarf sei in den vergangenen Monaten Pandemie abhängig gestiegen. „Es ist spürbar, dass Menschen die Beratungsstelle aufsuchen, die bisher nicht zu den typischen Ratsuchenden zählten, sondern eher der mittleren Einkommensschicht zugehörig waren“, berichtet die Einrichtungsleitung der AWO Schuldnerberatung.

Mit einer bundesweiten Aktionswoche, die unter dem Motto „Der Mensch hinter den Schulden“ steht, werden die Einzelschicksale und die individuellen Lebenssituationen in den Fokus gestellt.  Insgesamt nehmen jährlich 1700 Menschen die Beratung der AWO RLE Schuldnerberatungsstelle im Kreis Unna in Anspruch. Welche Auswirkungen die Pandemie habe, sei derzeit noch nicht absehbar. „Fest steht, dass die sich die Kundenstruktur Corona-bedingt deutlich verändert hat“, so Sandra Bartsch.

Frühzeitiger Kontakt zur Beratungsstelle ist wichtig

Erfahrungsgemäß kommen viele Menschen zu spät. Fachleute raten, sich frühzeitig an die Beratungsstelle zu wenden. Dann können etwa eine Budgetberatung oder die Ausstellung der P-Konto-Bescheinigung verhindern, dass sich die Schuldenspirale unkontrolliert weiterdreht. „Ein Leben ohne Geld bedeutet, die Ausgaben im Blick zu behalten: Fixkosten wie Strom, Miete und Wasser fressen einen Großteil des Budgets auf. Wenn dann noch Anschaffungen anstehen, ist Verzicht angesagt“, weiß Sandra Bartsch, „dieser dauernde Stress um die kleinsten Ausgaben belastet die Menschen und ihre Familien.“

AWO fordert Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung

Seit vielen Jahren beraten und begleiten AWO-Fachleute Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten. „Wir verstehen uns als Sprachrohr für all diejenigen, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, sich von Schulden zu befreien“, so Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW.  Anlässlich der Aktionswoche hat die AWO NRW ein Positionspapier veröffentlicht, um die Problematik in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen: Im Kern fordert die AWO einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung Das Positionspapier bündelt zentrale fachpolitische Forderungen, die sich auf die Prävention von Liquiditätsproblemen, der Weiterentwicklung des Unterstützungssystems und der Nachbesserung bei der Entschuldung beziehen.

AWO-Schuldnerberatung

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