Anwohner über Park-Chaos am Haus Opherdicke verärgert

Das Haus Opher­dicke aus der Vogel­per­spek­ti­ve: Der Innen­hof und auch die etwa 80 Stell­plät­ze an der Unna­er Stra­ße (Bild oben re.) waren gestern kom­plett zuge­parkt. Die Besu­cher sowie ein gro­ßer Rei­se­bus park­ten des­halb auch die Schloss­al­lee gegen­über der Zufahrt von Haus Opher­dicke kom­plett zu. (Foto: Petra Kla­wi­kow­ski CC-BY-SA 3.0)

Park­cha­os am Sonn­tag zur Eröff­nung der Aus­stel­lung  „Der Blick nach Innen. Von Inte­ri­eurs bis zu Stillle­ben“ auf Haus Opher­dicke. Die Anlie­ger sind sau­er und füh­len sich vom Kreis und der Gemein­de im Stich gelas­sen mit ihren Park­pro­ble­men. 

Hier ging es gestern zeit­wei­se weder vor noch zurück“, berich­tet Moni­ka Blen­ne­mann. „Anlie­ger aus der Schloss­al­lee konn­ten nicht weg­fah­ren, weil alles blockiert war. Und auch auf dem Hof vor Haus Opher­dicke war alles zuge­setzt mit par­ken­den Autos. Das war haar­sträu­bend.“ Nach­dem die Besu­cher­zahl immer wei­ter anschwoll und der Hof vor dem kreis­ei­ge­nen Gut schließ­loch kom­plett zuge­parkt war, soll der vom Kreis ein­ge­setz­te Park­wäch­ter die ankom­men­den Besu­cher zum Par­ken in die Schloss­al­lee geschickt haben.

Voll­ends aus dem Ruder lief die Park­si­tua­ti­on als am frü­hen Nach­mit­tag auch noch ein gro­ßer Rei­se­bus des Kreis­sport­bun­des mit 50 Kin­dern und Jugend­li­chen aus den Feri­en zurück­kehr­te und eben­falls in die Schloss­al­lee ran­gie­ren muss­te. „Da wur­de dann der Bus in aller Ruhe aus­ge­räumt und in der Zeit ging abso­lut nichts mehr“, so ein Augen­zeu­ge. Anwoh­ner, die ihr Grund­stück nicht mehr ver­las­sen konn­ten, wand­ten sich schließ­lich an die Poli­zei. Die ver­wies jedoch an das Ord­nungs­amt der Gemein­de, das für die Über­wa­chung des ruhen Ver­kehrs zustän­dig sei. „Doch bei der Gemein­de war natür­lich am Sonn­tag nie­mand erreich­bar.“

Was die Anlie­ger um Moni­ka Blen­ne­mann ärgert: „Der Kreis ver­schickt Ein­la­dun­gen zu sei­nen Ver­an­stal­tun­gen im Haus Opher­dicke und weist nicht ein­mal dar­auf hin, wo die Besu­cher mit ihren Autos par­ken kön­nen.“

Kreis Unna von großer Resonanz überrascht

Beim Kreis Unna wur­de man offen­bar selbst von der gro­ßen Reso­nanz auf die Aus­stel­lungs­er­öff­nung über­rascht.  Es waren wirk­lich sehr vie­le Besu­cher da am Sonn­tag. In die Scheu­ne pas­sen etwa 300 Per­so­nen, aber schon da pass­ten gar nicht alle Besu­cher hin­ein mor­gens“, bestä­tigt Ste­fa­nie Kett­ler, Mit­ar­bei­te­rin des Krei­ses. „Ich schät­ze, dass min­de­stens 700 Leu­te da waren.“

Einer­seits freu­en wir uns über den gro­ßen Zuspruch und das rie­si­ge Inter­es­se an den Aus­stel­lun­gen. Denn es zeigt uns, dass sich Haus Opher­dicke tat­säch­lich wei­ter als Kul­tur­zen­trum mit über­re­gio­na­ler Bedeu­tung eta­bliert hat. Das sehen wir auch an den aus­wär­ti­gen Kenn­zei­chen der Besu­cher“, meint Ste­fa­nie Kett­ler. „Ande­rer­seits wird der Park­druck auf die Anlie­ger natür­lich auch immer grö­ßer.“

Es wird ja auch gera­de das Nut­zungs­kon­zept für Haus Opher­dicke umfas­send wei­ter­ent­wickelt. Dabei haben wir beson­ders auch die Park­si­tua­ti­on im Fokus.“

Ste­fa­nie Kett­ler, Mit­ar­bei­te­rin des Krei­ses Unna im Haus Opher­dicke

Dass die Park­si­tua­ti­on unbe­frie­di­gend ist, wis­sen auch die Ver­ant­wort­li­chen im Kreis­haus. „Es wird ja auch gera­de das Nut­zungs­kon­zept für Haus Opher­dicke umfas­send wei­ter­ent­wickelt. Dabei haben wir beson­ders auch die Park­si­tua­ti­on im Fokus.“ Bei­spiels­wei­se habe der Kreis auch schon mit dem Reit­ver­ein das Gespräch gesucht, um sich even­tu­ell wei­te­re Park­plät­ze an den weni­gen Ver­an­stal­tungs­ta­gen im Jahr zu sichern.

Bis­lang hät­ten die Park­plät­ze bei den zwei bis drei Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen pro Jahr noch immer aus­ge­reicht. „Aber wir mer­ken ja auch selbst, dass das Besu­cher­inter­es­se zuge­nom­men hat und die schon sehr guten Besu­cher­zah­len bei der Felix­mül­ler-Aus­stel­lung jetzt noch­mal getoppt wor­den sind.“

Der ein­ge­setz­te Park­ein­wei­ser habe am Sonn­tag zunächst den Innen­hof voll­par­ken las­sen und dann auf die etwa 80 wei­te­ren Stell­plät­ze längs der Mau­er drau­ßen ver­wie­sen. „Dass er Besu­cher zum Par­ken in die Schloss­al­lee geschickt hat, kann ich mir nicht vor­stel­len. Aber wir wer­den das prü­fen.“

Für den tech­ni­schen K.O. sorg­te am Sonn­tag dann aber der gro­ße Rei­se­bus des Kreis­sport­bun­des mit den 50 Kin­dern. „Das waren dann auch noch ein­mal zusätz­li­che 50 Autos der Eltern, die ihre Kin­der abho­len woll­ten“, sagt Ste­fa­nie Kett­ler. „Da wur­de es dann wirk­lich schwie­rig. Aber zum Glück kommt das nicht bei jeder Ver­an­stal­tungs­er­öff­nung vor.“

Ordnungsamt nur über Rettungsleitstelle erreichbar

Die Anre­gung der Anlie­ger, künf­tig doch schon bei der Ein­la­dung zu Ver­an­stal­tun­gen im Haus Opher­dicke auch deut­lich auf die Park­mög­lich­kei­ten hin­zu­wei­sen, nimmt Ste­fa­nie Kett­ler ger­ne auf. „Die­se Anre­gung neh­men wir ger­ne auf. Wir wol­len schließ­lich die Anlie­ger so wenig wie mög­lich belä­sti­gen. Immer­hin sind wir jetzt auch vor­ge­warnt.“

Das waren dann auch noch ein­mal zusätz­li­che 50 Autos der Eltern, die ihre Kin­der abho­len woll­ten. Da wur­de es dann wirk­lich schwie­rig. Aber zum Glück kommt das nicht bei jeder Ver­an­stal­tungs­er­öff­nung vor.“ 

Ste­fa­nie Kett­ler, Mit­ar­bei­te­rin des Krei­ses im Haus Opher­dicke

Das Ord­nungs­amt der Gemein­de setzt bei grö­ße­ren Ver­an­stal­tun­gen auf Haus Opher­dicke nor­ma­ler­wei­se Poli­tes­sen ein. „Am Sonn­tag sind wir aller­dings nicht von einem so gro­ßen Publi­kums­in­ter­es­se aus­ge­gan­gen“, räumt der zustän­di­ge Fach­be­reichs­lei­ter Mat­thi­as Auf­er­mann ein. Wann immer Bür­ger das Ord­nungs­amt außer­halb der Dienst­zei­ten der Gemein­de­ver­wal­tung errei­chen wol­len, führt der Weg nur über die Ret­tungs­leit­stel­le des Krei­ses Unna (T. 02303 1 60 01). „Dort ist die Num­mer des Bereit­schafts­dien­stes des Ord­nungs­am­tes hin­ter­legt“, so Auf­er­mann.

In der Zen­tra­le der Gemein­de­ver­wal­tung (915–0) wird außer­halb der Dienst­zei­ten auch über einen Anruf­be­ant­wor­ter auf ver­schie­de­ne Ruf­num­mer im Fal­le einer Stö­rung hin­ge­wie­sen, u. a. auch über die Erreich­bar­keit des Ord­nungs­am­tes.

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visage

Dipl.-Journalist

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