Für Anwohner Jörg Heiduck kein Gefahrenbereich: der unübersichtliche Kurvenbereich der Weststraße 10. (Foto: Volker Schütte)

Anwohner kritisiert Ortsvorsteher scharf für Vorschläge zur Verkehrssituation Weststraße

Für Anwohner Jörg Heiduck kein Gefahrenbereich: der unübersichtliche Kurvenbereich der Weststraße  10. (Foto: Volker Schütte)
Für Anwohner Jörg Heiduck kein Gefahrenbereich: der unübersichtliche Kurvenbereich der Weststraße 10. (Foto: Volker Schütte)

Mit seinen Vorschlägen, die Verkehrssituation auf der Weststraße in Hengsen zu entschärfen, stößt der Ortsvorsteher von Hengsen, Volker Schütte, nicht bei allen Bürgern auf Gegenliebe: Als Reaktion auf Schüttes Vorschläge (Emscherblog berichtete) greift Jörg Heiduck, Anwohner der Weststraße 14, den Ortsvorsteher nun in einem mehrseitigen offenen Brief frontal an und wirft ihm „Klientelpolitik“ und Verkennen der Situation vor.

Der Ortsvorstehe möge ihm als direkten Anwohner des „gefährlichen Kurvenbereichs“ doch bitte einmal in einem persönlichen Gespräch die von ihm „festgestellten Gefahrensituationen auf der Weststraße erörtern“, schreibt Jörg Heiduck. Der Anwohner kritisiert, dass Volker Schütte offenbar nur die ersten 430 Meter der Weststraße 1 bis 23 betrachtet hat, seine Vorschläge und Anregungen auf die Aussage einer einzigen Bürgerin stützt, während er mit den direkt betroffenen Anwohner nicht gesprochen hat.

Vorwurf der „Klientelpolitik“

Jörg Heiduck kritisiert insbesondere den Vorschlag des Ortsvorstehers, die Parkflächen vor den Häusern im Kurvenbereich an der Weststraße so zu verändern, dass es Lücken gibt, in die bei Gegenverkehr gefahrlos nach rechts eingeschert werden kann. Der Anwohner erinnert daran, dass bis vor zwei Jahren „auf der Weststraße ein ungeschriebenes Arrangement (gab) zwischen Autos, Anwohnern und Fußgängern zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Der Fußgänger war jedoch ehrlich gesagt der Dumme bei diesem Deal.“ 

„Für mich ist komplett unverständlich, wie sich ein gewählter Ortsvorstand vor einer leeren Straße lachend ablichten lässt und an die Bevölkerung appelliert ,Keine spielenden Kinder auf der Weststraße‘ in einer Zone 30.“

– Jörg Heiduck

Im September 2019 wollte die Gemeinde dann eine Gehwegsicherung auf der Weststraße 1 bis 22 durch feste Poller vornehmen, um parkende Autos auf dem Gehweg zu verhindern. „Der damalige Beweggrund war, dass Kinderwagen nicht auf dem Fußweg fahren konnten. In Abwägung der Verhältnismäßigkeiten sowie in Abstimmung mit den meisten betroffenen Anwohnern der Weststraße (Unterschriftenliste) wurde auf Grund der gegebenen Straßenbreite (5 bis 5,5 m) sowie hinsichtlich der historisch gewachsenen Parksituation“ von einer festen Gehwegsicherung abgesehen, erinnert Heiduck ins einem Brief.  Und weiter: „Es galt die Bitte, trotz der Straßenenge auf dieser zu Parken bzw. die Straße an Engstellen nur soweit zu ,blockieren‘, so dass mindestens 1,5 m Fußweg übrig bleibt.“

Appell des Ortsvorstehers trifft auf Unverständnis

„Im Vergleich zur gesamten Verkehrssituation in Hengsen verstehe ich nicht, was so unglaublich gefährlich auf einer der verkehrsberuhigten Straßen im Ortsteil ist“, schreibt Jörg Heiduck weiter.  „Statt zu warnen, dass die Weststraße unsicher für spielende Kinder ist, müsste objektiv beurteilt und in Abwägung der Verhältnismäßigkeiten, ihr Appell lauten: ,Die Weststraße ist eine Innerortsstraße mit ausgeschriebener Zone 30. Laut STVO ist rechtlich erlaubt auf beiden Seiten der Straße zu parken. Liebe Anwohner, nutzt es und kein Raser fährt mehr hier durch und kein auswärtiger ,Streckenabkürzer‘ fährt freiwillig noch auf der Weststraße lang.‘ Dies scheint ihnen jedoch nicht interessenskonform genug zu sein.“

Zumindest in einem Punkt stimmt Jörg Heiduck dem Ortsvorsteher zu: Auf der Weststraße gibt es viel Durchgangsverkehr. Dennoch sagt Heiduck: „Für mich ist komplett unverständlich, wie sich ein gewählter Ortsvorstand vor einer leeren Straße lachend ablichten lässt und an die Bevölkerung appelliert „,Keine spielenden Kinder auf der Weststraße‘ in einer Zone 30.“.

Spielende Kinder nicht instrumentalisieren

Der so kritisierte Ortsvorsteher hält trotz der Kritik des Anwohners an seinen Vorschlägen fest. „An den heftigen Reaktionen auf meine Vorschläge sieht man doch schon, dass da etwas am Brodeln ist. Natürlich habe ich mich vor meinem Antrag eingehend über die Situation informiert und auch viel Zustimmung für meinen Vorstoß bekommen“, so Volker Schütte heute.

„An den heftigen Reaktionen auf meine Vorschläge sieht man doch schon, dass da etwas am Brodeln ist.“

– Volker Schütte (Ortsvorsteher)

Der Ortsvorsteher stellt klar: „Es wäre schon wichtig, dass auf der Weststraße auch einmal Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Ich will Kindern nicht verbieten dort zu spielen, aber es ist eben auch gefährlich. Die Weststraße ist keine Spielstraße. Deshalb habe ich an die Eltern appelliert. Auf keinen Fall dürfen spielende Kinder auf der Straße eingesetzt werden, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.“

Wenn der Absender des offenen Briefes das Gespräch mit ihm sucht, werde er selbstverständlich offen dafür sein, meint Volker Schütte. „Mein Antrag geht jetzt aber erst einmal in den Verkehrsausschuss, wo ich übrigens nur stellvertretendes Mitglied bin. Dort wird er dann beraten. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“

Weststraße


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Manchmal träume ich von einer Welt, in der die Menschen keine mehrseitigen denunziantischen Briefe übereinander schreiben, sondern konstruktiv und wertschätzend miteinander sprechen. Hoffentlich nimmt der Briefeschreiber das Angebot des Ortsvorstehers an. Evtl. kann er über das Treffen einen Brief an die Presse schreiben.

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