Angebliche Sexvideos: Erpresser-Mails auch auf Computern in Holzwickede aufgetaucht

Auch auf den Computern seiner Kunden tauchen vermehrt Betrugsmails auf: Tobias Grimm in seiner Werkstatt in der Poststraße. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Auch in Holzwickede mehren sich Fälle von Internetkriminalität, bei denen Geschädigte mit angeblichen Sexvideos erpresst werden. Nachdem der Emscherblog über eine Warnung der Polizei Unna berichtet hat, bei der allein in diesem Jahr schon 30 Fälle bekannt wurden, meldete sich auch der IT-Fachmann Tobias Grimm, der in Holzwickede Dienstleistungen rund um den PC anbietet. Auch in seinem Betrieb in der Poststraße meldeten sich mehrere einschlägig betroffene Kunden, die an einen echten hacjkerangriff glaubten, und baten um technische Hilfe.

Die Nachrichten, die seine verschreckten Kunden auf ihren Computern von den unbekannten Erpressern erhielten, sehen dabei fast immer identisch aus. Tobias Grimm hat die gefundenen Erpresser-Mails mit zwei Screenshots dokumentiert und gibt dazu einige Tipps, wie betroffene Nutzer auch ohne große technische Vorkenntnisse überprüfen können, ob es sich um eine betrügerische Spam-Mails handelt oder sie tatsächlich „gehackt“ und heimlich ausspioniert worden sind.

IT-Experte gibt Tipps zur Selbsthilfe

Zu den beiden konkreten Nachrichten erklärt Tobias Grimm:

  • Kein echter Hacker würde sich „anonymer Hacker Milo“ nennen
  • Hinweise wie „LETZTE WARNUNG“ oder Anweisungen, dass man umgehend handeln „MUSS“ sind zu 99,9 Prozent nicht echt und erfordern natürlich auch keine entsprechende Handlung.
  • Sehr oft ist auch das schlechte Deutsch einer Nachricht ein Indiz für eine Spam-Nachricht.

Bei den Erpresser-Mails wird ja behauptet, dass der Absender die eigene Webkamera  gehackt und heimlich mitgefilmt hat. Darum sollten sich Betroffene auch zunächst fragen:

  • Habe ich überhaupt eine (funktionierende) Webcam?
  • Nutze ich überhaupt Facebook auf diesem Computer?

Tobias Grimm: „Generell kann man sagen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine Webcam gehackt wird. Wer sich dennoch davor schützen möchte, kann als einfachste Lösung seine Webcam mit einem kleinen Pflaster zukleben.“

Zahlungsaufforderungen beispielsweise in Bitcoins, über Paysafecards oder Dienste wie Ukash sollten generell nur erfolgen, wenn man die Gegenseite/den Empfänger kennt. Zahlungen über diese Dienste sind anonym und können nicht rückabgewickelt werden.

Auch Google kann schon helfen

Als letzte Möglichkeit die Echtheit der Nachricht zu überprüfen, empfiehlt Grimm, „einfach mal zu googlen“. Am einfachsten kopiert man hierzu einige eindeutige Zeilen aus der suspekten Nachricht und sucht nach diesen. In den allermeisten Fällen haben auch schon andere die Nachricht bekommen und es lassen sich Informationen dazu finden, ob diese Nachricht echt ist.

Sehr verbreitet sind auch Mails von angeblichen Rechtsanwälten oder Inkassodiensten im Internet. „Wenn die Absender echt sind, verschicken sie ihre Informationen/Forderungen IMMER auf dem Postweg und nicht per Internet“, betont der IT-Experte. „Häufig ist bei solchen Mails auch das Copyright-Jahr falsch, da diese E-Mails schon länger im Umlauf sind.“

Technisch gesehen gibt es natürlich noch etliche weitere Möglichkeiten, um betrügerische Mails als Spam-Nachrichten zu enttarnen, meint Tobias Grimm. „Allerdings würde das wohl den Rahmen hier sprengen.“  

Kontakt zu Tobias Grimm: https://www.t-grimm.de/

Erpresser-Mail, Spam-Mail


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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