Die Bündnispartner, v.l.: Berthold Schröder, Präsident Handwerkskammer Dortmund, Jutta Reiter, DGB Region Dortmund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖaumann, NRW-Arbeitsminister, Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Thomas Schäfer, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und Heike Bettermann, Agentur für Arbeit Dortmund. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)

Allianzpartner schmieden neues Bündnis zur Sicherung von Fachkräften

Die Bündnispartner, v.l.:  Berthold Schröder, Präsident Handwerkskammer Dortmund, Jutta Reiter, DGB Region Dortmund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖaumann, NRW-Arbeitsminister,  Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Thomas Schäfer, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland und Heike Bettermann, Agentur für Arbeit Dortmund. (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)
Die Bünd­nis­partner, v.l.: Bert­hold Schröder, Prä­si­dent Hand­werks­kammer Dort­mund, Jutta Reiter, DGB Region Dort­mund-Hellweg, Thomas Helm, Agentur für Arbeit Hamm, Karl-Josef LÖau­mann, NRW-Arbeits­mi­ni­ster, Heinz-Her­bert Dust­mann, IHK-Prä­si­dent, Thomas Schäfer, Han­dels­ver­band NRW West­falen-Mün­ster­land und Heike Bet­ter­mann, Agentur für Arbeit Dort­mund. (Foto: IHK zu Dortmund/​Stephan Schütze)

Viele Unter­nehmen suchen intensiv nach qua­li­fi­ziertem Per­sonal. Die Fach­kräf­te­si­che­rung ist eine der zen­tralen Her­aus­for­de­rungen für die Zukunft der regio­nalen Wirt­schaft – und für dieses wich­tige Thema braucht es eine starke Allianz. Mit einer fei­er­li­chen Auf­takt­ver­an­stal­tung im Großen Saal der Indu­strie- und Han­dels­kammer (IHK) zu Dort­mund wurde am Don­nerstag voriger Woche (16.1.) das neue „Bündnis für Fach­kräfte West­fä­li­sches Ruhr­ge­biet“ geschlossen. Im Bei­sein von NRW-Arbeits­mi­ni­ster Karl-Josef Lau­mann und gut 200 Gästen einigten sich die sechs Bünd­nis­partner in einem „Memo­randum of Under­stan­ding“ auf enge Zusam­men­ar­beit und einen inten­siven Infor­ma­ti­ons­aus­tausch.

Die IHK, die Agen­turen für Arbeit Dort­mund und Hamm, der DGB Region Dort­mund-Hellweg, der Han­dels­ver­band NRW West­falen-Mün­ster­land und die Hand­werks­kammer Dort­mund werden ihre Kom­pe­tenzen noch weiter bün­deln und ver­netzen, um vor allem kleine und mitt­lere Unter­nehmen bei der Fach­kräf­te­ge­win­nung und ‑siche­rung zu unter­stützen und zu begleiten.

Beschleunigte Anwerbung aus Nicht-EU-Ausland

Welche Aus­wir­kungen der demo­gra­fi­sche Wandel auf den Arbeits­markt hat, machte IHK-Prä­si­dent Heinz-Her­bert Dust­mann in seiner Begrü­ßung deut­lich: „Unser IHK-Fach­kräf­te­mo­nitor NRW pro­gno­sti­ziert bis 2030 für Dort­mund, Hamm und den Kreis Unna einen Fach­kräf­te­eng­pass von 34.000 Per­sonen, davon wie­derum werden 90 Pro­zent beruf­lich Qua­li­fi­zierte sein. Wir sollten daher jede Chance zur Zusam­men­ar­beit nutzen und unser Bündnis ist ein viel ver­spre­chender Auf­takt.“ Mit Blick auf das neue Ein­wan­de­rungs­ge­setz, das im März in Kraft tritt, sagte Dust­mann: „Bei der Umset­zung des Gesetzes ist es wichtig, dass es wirk­lich beschleu­nigte Ver­fahren bei der Anwer­bung von Fach­kräften aus dem Nicht-EU-Aus­land geben wird. Daher muss das Per­sonal in den Aus­lands­ver­tre­tungen deut­lich auf­ge­stockt werden, um nötige Visa schnell erteilen zu können.“

Die Fach­kräf­te­si­che­rung ist eine wich­tige Auf­gabe für Nord­rhein-West­falen. Nach Hoch­rech­nungen werden uns in zehn Jahren über 700.000 Arbeits­kräfte in NRW fehlen; das ist eine Ver­dopp­lung des Fach­kräf­te­eng­passes im Ver­gleich zu heute“, bilan­zierte Arbeits­mi­ni­ster Karl-Josef Lau­mann. Die Lan­des­re­gie­rung habe des­halb ent­schieden, dieses Thema als Schwer­punkt auf­zu­greifen: „Dass dieser Impuls hier in Dort­mund und im west­fä­li­schen Ruhr­ge­biet zur Grün­dung eines Fach­kräf­te­bünd­nisses führt, freut mich per­sön­lich sehr – ins­be­son­dere, weil sich genau die rich­tigen Partner zusam­men­ge­funden haben. Denn: Wenn wir hier nicht alle gemeinsam zusam­men­ar­beiten, werden wir die großen Her­aus­for­de­rungen, die vor uns liegen, nicht bewäl­tigen können.“

In NRW fehlen in zehn Jahren 700.000 Arbeitskräfte

An der Veranstaltung nahmen gut 200 Gäste darunter auch NRW.-Arbeitsminister Karl-Josef-Laumann teil.   (Foto: IHK zu Dortmund/Stephan Schütze)
An der Ver­an­stal­tung nahmen gut 200 Gäste dar­unter auch NRW.-Arbeitsminister Karl-Josef-Lau­mann teil. (Foto: IHK zu Dortmund/​Stephan Schütze)

In seiner Key­note wid­mete sich Prof. Dr. Heiko Kopf, Hoch­schule Hamm-Lipp­stadt, der Wei­ter­bil­dung als stra­te­gi­sches Instru­ment zur Bewäl­ti­gung des digi­talen Wan­dels in den Betrieben. „Unter­nehmen müssen den digi­talen Wandel aktiv begleiten und ihren eigenen Weg finden. Durch Ver­än­de­rungen der zukünf­tigen Arbeits­welten ent­stehen glei­cher­maßen Chancen und Risiken für Unter­nehmen und Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter. Wei­ter­bil­dung bietet viele Chancen, sollte bei der Stra­te­gie­ent­wick­lung der Unter­nehmen aber bereits mit­ge­dacht werden. Dann kann sie helfen, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu erhalten und die Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit des Unter­neh­mens zu stei­gern.“

In der Gesprächs­runde „Fach­kräfte in der Region“ stellten sich vier Bünd­nis­partner den Fragen von Mode­ra­torin Sabine Ziemke. Dabei erklärte Heike Bet­ter­mann, Vor­sit­zende der Geschäfts­füh­rung der Agentur für Arbeit Dort­mund: „Dort­mund braucht Fach­kräfte. Mit dem Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz und dem Qua­li­fi­zie­rungs­chan­cen­ge­setz wurden Anfang 2019 Vor­aus­set­zungen geschaffen, Fach­kräf­te­po­ten­ziale noch besser zu erschließen. Doch die mit der Digi­ta­li­sie­rung und dem demo­gra­fi­schen Wandel ver­bun­denen Her­aus­for­de­rungen am Arbeits­markt können wir in der Region nur gemeinsam gestalten. Das ‚Bündnis für Fach­kräfte West­fä­li­sches Ruhr­ge­biet‘ ermög­licht jedem Partner im jewei­ligen Bereich, einen wich­tigen Bei­trag zur Fach­kräf­te­si­che­rung zu lei­sten.“

Allen Betei­ligten ist die Bedeu­tung von Aus­bil­dung und Wei­ter­bil­dung im Kon­text von Digi­ta­li­sie­rung und Fach­kräf­te­mangel bewusst. Dadurch ent­stehen Infor­ma­tions- und Bera­tungs­be­darfe auf Seiten der Arbeit­geber und Arbeit­nehmer“, so Thomas Helm, Vor­sit­zender der Geschäfts­füh­rung der Agentur für Arbeit Hamm. „Die Agen­turen für Arbeit und die Partner im ‚Bündnis für Fach­kräfte West­fä­li­sches Ruhr­ge­biet‘ reagieren auf diesen ver­stärkten Bera­tungs­be­darf. Ver­mitt­lung, Bera­tung und För­de­rung sind Kern­kom­pe­tenzen der Agen­turen für Arbeit. Mit Arbeits­markt- und Berufs­be­ra­tung unter­stützen wir die Unter­nehmen in unserer Region und ihre Beschäf­tigten bei der Neu­ori­en­tie­rung und bei der immer schwie­riger wer­denden Beset­zung von Fach­kraft­stellen wirksam.“

Vordringliches Problem für jedes Unternehmen

Jutta Reiter, Geschäfts­füh­rerin des DGB Region Dort­mund-Hellweg, machte deut­lich: „In den näch­sten acht Jahren werden in der Region Dort­mund – Unna – Hamm mehr als 70.000 Men­schen alters­be­dingt aus dem Erwerbs­leben aus­scheiden. Dadurch ist die Ent­wick­lung von Fach­kräften für jedes Unter­nehmen eine vor­dring­liche Auf­gabe. Aus­bil­dung, Qua­li­fi­zie­rung, syste­ma­ti­sche Per­so­nal­pla­nung und –Ent­wick­lung sowie gute Arbeits­be­din­gungen werden immer bedeut­samer, um Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter zu gewinnen und zu binden. Ohne die gestal­te­ri­sche Ein­bin­dung der Beschäf­tigten sowie ihrer Betriebs- und Per­so­nal­räte wird die Her­aus­for­de­rung der digi­talen Trans­for­ma­tion in Unter­nehmen nicht zu stemmen sein.“

Thomas Schäfer, Geschäfts­führer des Han­dels­ver­bandes NRW West­falen-Mün­ster­land, sagte: „Der zuneh­mende Fach­kräf­te­eng­pass ist mitt­ler­weile in allen Bran­chen und auch in Regionen mit hoher Arbeits­lo­sig­keit ein struk­tu­relles Pro­blem, das durch den demo­gra­fi­schen Wandel und durch unzu­rei­chende Rah­men­be­din­gungen im Bil­dungs- und Ren­ten­sy­stem ver­schärft wird. Gerade in Zeiten der digi­talen Trans­for­ma­tion von Unter­neh­mens- und Arbeits­welt muss die Fach­kräf­te­si­che­rung von allen Arbeits­markt­ak­teuren als Gemein­schafts­auf­gabe ver­standen werden, um dem Fach­kräf­te­mangel ent­ge­gen­zu­wirken, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Unter­nehmen zu sichern und um Arbeits­plätze und Wohl­stand zu erhalten.“

Zum Ende der Ver­an­stal­tung gab Bert­hold Schröder, Prä­si­dent der Hand­werks­kammer (HWK) Dort­mund, noch einen posi­tiven Aus­blick: „In der Arbeits­welt von morgen werden pas­send qua­li­fi­zierte Mit­ar­beiter maß­geb­lich über den Erfolg eines Unter­neh­mens ent­scheiden. Daher müssen wir schon heute die rich­tigen Wei­chen stellen, um den Fach­kräf­te­be­darf unserer Betriebe nach­haltig zu sichern. Mit dem ‚Bündnis für Fach­kräfte West­fä­li­sches Ruhr­ge­biet’ steht der regio­nalen Wirt­schaft künftig ein Netz­werk aus sechs starken Part­nern zur Seite, die ihre Exper­tise rund um das Thema Per­so­nal­ge­win­nung und ‑bin­dung bün­deln.“

Fachkräftemangel, IHK

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