30 Jahre und kein bisschen leise: HEV-Kindergarten feiert Geburtstag

Die Kinder und MitarbeioterInnen des HEV-Kindergartens feiern Geburtstag und freuen sich auf ihrer Geburtstagsparty. (Foto: P. Gräber)

Die Kin­der und Mit­ar­bei­te­rin­nen des HEV-Kin­der­gar­tens fei­ern Geburts­tag und freu­en sich auf eine zwei­tä­gi­ge Geburts­tags­par­ty. (Foto: P. Grä­ber)

Aus­nahms­wei­se steht mor­gen ein­mal kein Kin­der­ge­burts­tag an, wenn der HEV-Kin­der­gar­ten in den Fei­er­mo­dus geht: Denn mor­gen auf den Tag genau vor 30 Jah­ren wur­de am 2. Novem­ber 1986 der Kin­der­gar­ten der Holzwicke­der Eltern­in­itia­ti­ve Vor­schul­er­zie­hung (HEV) eröff­net. 30 Jah­re und kein biss­chen lei­se — der HEV-Kin­der­gar­ten ist end­gül­tig den Kin­der­schu­hen ent­wach­sen.

Dabei hat­te es anfangs gar nicht danach aus­ge­se­hen, dass der HEV-Kin­der­gar­ten jemals erwach­sen, geschwei­ge denn eine sol­che Erfolgs­ge­schich­te wür­de. Schon die, sagen wir mal: Schwan­ger­schaft war mit vie­len Kom­pli­ka­tio­nen behaf­tet und unge­wöhn­lich lang­wie­rig.

Denn gegrün­det wur­de der Eltern­ver­ein bereits 13 Jah­re vor dem Neu­bau, am 3. Sep­tem­ber 1973, von 24 Eltern. Ziel der Initiat­ve und ihres ersten sechs­köp­fi­gen Vor­stan­des war es, einen neu­en Kin­der­gar­ten in der Gemein­de zu errich­ten. Im Janu­ar 1974, zwei Mona­te spä­ter, wur­de bereits ein erstes Kon­zept für einen „moder­nen Kin­der­gar­ten für eine moder­ne Gemein­de“ vor­ge­legt.

Neubau erst mit längerer Verzögerung

Wilfried Bartmann l.) und Uli Rommel r.) mit Elternvertretern beim Spatenstich für den Kindergarten-Neubau. Repro: WR)

Wil­fried Bart­mann (l.) und Uli Rom­mel (r.) mit Eltern­ver­tre­tern beim Spa­ten­stich für den Kin­der­gar­ten-Neu­bau. (Repro: WR)

Immer­hin ein gan­zes Jahr soll­te aber noch ver­ge­hen, bis die Ver­hand­lun­gen mit der Gemein­de und dem Kreis-Jugend­amt dar­über auf­ge­nom­men wer­den konn­ten, einen Neu­bau für zwei Grup­pen mit 50 Kin­dern und der HEV als selbst­stän­di­gem Trä­ger zu errich­ten. Und noch ein wei­te­res Jahr soll­ten die­se Ver­hand­lun­gen dau­ern, bis die Gemein­de im Okto­ber 1976 ein Bau­grund­stück und der Kreis Unna För­der­mit­tel in Aus­sicht stell­ten. Doch anders als in einer intak­ten Zwei­er­be­zie­hung war bei der Ent­schei­dung, wann das „Wunsch­kind“ das Licht der Welt erblicken soll, noch eine drit­te Insti­tu­ti­on betei­ligt: der Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe.

Dort ließ man sich Zeit – nicht neun Mona­te, son­dern gan­ze neun Jah­re soll­te es dau­ern, bis am 30. April 1985 end­lich der Bewil­li­gungs­be­scheid ein­traf. Zu die­sem Zeit­punkt war der HEV-Vor­stand schon gar nicht mehr aktiv. Doch typisch bis heu­te für die Eltern der HEV: Wenn man sie nur lässt, legen sie sehr enga­giert los: Rasch wur­de die Eltern­in­itia­ti­ve wie­der­be­lebt und schon im Dezem­ber 1985 erfolg­te der erste Spa­ten­stich für den Neu­bau.

Am 2. Novem­ber 1986 erblick­te der HEV-Kin­der­gar­ten schließ­lich das Licht der Welt und wur­de mit drei Grup­pen und 75 Kin­dern eröff­net.

Elterninitiative wollte überkonfessionelle Alternative

Eröffnungsfeier HEV-Kindergarten

Eröff­nungs­fei­er des HEV-Kin­der­gar­ten am 2. Novem­ber 1986 mit der neu­en Lei­te­rin Annet­te Wil­lutz­ki (m. Mikro­fon). (Foto: pri­vat)

Sei­nen Ruf als „roter Kin­der­gar­ten“ hat­te die Ein­rich­tung von Anfang an weg, bestä­tigt Almuth Schnei­der, seit 1988 Vor­sit­zen­de des Vor­stan­des des Eltern­ver­eins. Schließ­lich gehör­ten füh­ren­de Sozi­al­de­mo­kra­ten wie Man­fred Schul­te-Alte­dor­ne­burg und Vol­ker Kosel, der auch der Archi­tekt des Neu­baus war, zu sei­nen Grün­dungs­vä­tern. Doch gestimmt hat die­ser Ruf nie. „Es gab damals zu wenig Kin­der­gar­ten­plät­ze in Holzwicke­de“, erin­nert Annet­te Wil­lutz­ki, die den HEV-Kin­der­gar­ten seit der ersten Stun­de lei­tet. „Die Gemein­de war schlicht unter­ver­sorgt.“ In die­ser Situa­ti­on woll­ten eini­ge enga­gier­te Eltern eine Alter­na­ti­ve zu den bestehen­den Kin­der­gär­ten vor Ort in kirch­li­cher Trä­ger­schaft schaf­fen.

Heu­te hat der HEV-Kin­der­gar­ten fünf Grup­pen mit etwa 100 Kin­dern, dar­un­ter zwei U-3-Grup­pen, und beschäf­tigt 21 Mit­ar­bei­te­rin­nen im Grup­pen­dienst, zwei Küchen- und zwei Rei­ni­gungs­kräf­te. „Die Nach­fra­ge an Betreu­ungs­plät­zen ist unge­bro­chen groß“, freut sich Annet­te Wil­lutz­ki.

Nachfrage und alter Geist ungebrochen

Der alte Vorstand des Elternvereins mit Friedhelm Klemp, Wolfgang Kötter, Irmtraud Bangert, Elisabeth Nawroth, Birgit Poller, Christel Timme, Matthias Landsberger und Anke Bönninghausen verabschiedete nach drei Jahren Manfred Hüttemann als ersten Vorsitzenden. Zur Nachfolgerin wurde Almuth Schneider (r.) gewählt. (Repro: Archiv)

Der alte Vor­stand des Eltern­ver­eins mit Fried­helm Klemp, Wolf­gang Köt­ter, Irm­traud Ban­gert, Eli­sa­beth Naw­roth, Bir­git Pol­ler, Chri­stel Tim­me, Mat­thi­as Lands­ber­ger und Anke Bön­ning­hau­sen ver­ab­schie­de­te nach drei Jah­ren Man­fred Hüt­te­mann als ersten Vor­sit­zen­den. Zur Nach­fol­ge­rin wur­de Almuth Schnei­der (r.) gewählt. (Repro: Archiv)

Geän­dert hat sich eini­ges seit der Grün­dung vor 30 Jah­ren: Wur­den frü­her 75 Kin­der im Alter von drei bis sechs Jah­ren betreut, sind es heu­te 100 Kin­der, dar­un­ter vie­le unter drei Jah­ren. 2013 ist die zwei­te U-3-Grup­pe hin­zu­ge­kom­men, die in einer der angren­zen­den ehe­ma­li­gen Not­un­ter­künf­te an der Mas­se­ner Stra­ße unter­ge­bracht ist. Seit­dem freu­en sich alle über die gelun­ge­ne Nach­bar­schaft mit den übri­gen Bewoh­nern der Unter­künf­te. „Das klappt wirk­lich wun­der­bar. Wir haben über­haupt kei­ne Pro­ble­me hier“, bestä­tigt Annet­te Wil­lutz­ki.

Geän­dert hat sich auch der Tages­ab­lauf im HEV-Kin­der­gar­ten: Frü­her ende­te die Betreu­ung in der Regel in der Mit­tags­zeit, heu­te essen vie­le Kin­der in der Ein­rich­tung und blei­ben bis zum spä­ten Nach­mit­tag. Auch kon­zep­tio­nell hat sich natür­lich viel geän­dert in den zurück­lie­gen­den drei Jahr­zehn­ten. Als Bei­spiel sei hier nur erwähnt, dass heu­te Kin­der mit und ohne Han­di­cap wie selbst­ver­ständ­lich mit­ein­an­der in der Ein­rich­tung spie­len.

Nur eines hat sich in all den Jah­ren im HEV-Kin­der­gar­ten nicht ver­än­dert, betont Annet­te Wil­lutz­ki: „Das ist die Nach­fra­ge und der alte Geist des HEV. Wir haben noch immer einen super Vor­stand, der uns den Rücken frei­hält, sehr enga­gier­te Eltern und ein tol­les Mit­ein­an­der. Wir sind ja inzwi­schen auch ein ech­ter Wirt­schafts­be­trieb mit 25 Beschäf­tig­ten. Das ist schon klas­se, wie die Ehren­amt­li­chen hier mit ihrem Enga­ge­ment alles zusam­men­hal­ten. Das funk­tio­niert immer noch.“

vergleich

Nicht nur äußer­lich hat sich eini­ges geän­dert: Außen­an­sicht des HEV-Kin­der­gar­tens im Jahr 1986 (r.) und eine aktu­el­le Außen­an­sicht der Ein­rich­tung (li.) (Foto: P. Grä­ber / pri­vat)

So feiert der HEV-Kindergarten seinen runden Geburtstag

Richtig zu feiern verstand die HEV-Familie schon immer: Kindergartenfest im Jahr 2002. (Foto: privat)

Rich­tig zu fei­ern ver­stand die HEV-Fami­lie schon immer: Kin­der­gar­ten­fest im Jahr 2002. (Foto: pri­vat)

Der HEV-Kin­der­gar­ten wird sei­nen run­den Geburts­tag zwei Tage lang mit den Kin­dern fei­ern:

  • Ab Mor­gen (2. Novem­ber) ist die Trom­mel­welt Argan­do­na einen gan­zen Tag lang zu Gast im HEV-Kin­der­gar­ten. Vor fünf Jah­ren waren die Tromm­ler von Argan­do­na schon ein­mal im HEV-Kin­der­gar­ten und haben die Kin­der und Erwach­se­nen glei­cher­ma­ßen begei­stert. Mor­gen Vor­mit­tag neh­men die (ver­mut­lich) zwei Tromm­ler zunächst die Kin­der in zwei Work­shops mit auf eine Trom­mel-Aben­teu­er­rei­se. Nach­mit­tags ab 15.30 Uhr sind dann auch alle Eltern, Groß­el­tern und Freun­de ein­ge­la­den, um gemein­sam mit den Kin­dern und Argan­do­na eine Stun­de lang im Forum des Schul­zen­trums zu trom­meln.
  • Am Don­ners­tag (3. Novem­ber) gibt es außer­dem im gro­ßen Haus des HEV-Kin­der­gar­tens ein tol­les Früh­stücks­buf­fet mit allem, was sich Kin­der zum Früh­stück so wün­schen. Anschlie­ßend tref­fen sich die Kin­der in ihren Grup­pen, wo jedes von ihnen ein klei­nes Geburts­tags­ge­schenk erhält. Danach ist Par­ty ange­sagt mit den am Vor­tag gelern­ten Trom­mel­lie­dern und natür­lich den belieb­te­sten Kin­der­gar­ten-Hits.

Selbst­ver­ständ­lich sind auch noch für die Erwach­se­nen von Trä­ger­initia­ti­ve, Team und Vor­stand und natür­lich die Eltern Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen geplant.

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visage

Dipl.-Journalist

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